26.04.2026

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Folge 03-24 vom 19. Januar 2024 / Kuba / Havanna droht der Wirtschaftskollaps / Versorgungsengpässe, marode Infrastruktur und Landflucht – Exil-Kubaner raten von Reisen ab

© Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 03-24 vom 19. Januar 2024

Kuba
Havanna droht der Wirtschaftskollaps
Versorgungsengpässe, marode Infrastruktur und Landflucht – Exil-Kubaner raten von Reisen ab
Peter Entinger

Weiße Strände, grüne Palmen, süßer Rum – der Inselstaat Kuba bietet alles, was das Touristenherz begehrt. Doch seit diese mehr und mehr ausbleiben, erlebt das kommunistische Land eine Wirtschaftskrise wie schon lange nicht mehr. 

Elf Millionen Einwohner zählt Kuba offiziell noch, doch hinter vor gehaltener Hand raunen Einige: „Es sind deutlich weniger.“ Fest steht, dass im Zuge der jüngsten Flaute mehr als eine Viertelmillion ihre Heimat verlassen haben. Vor allem junge Menschen zieht es mangels Perspektive ins Ausland. Der karibische Inselstaat unterliegt seit 1962 einem weitgehenden US-Embargo. Am 1. Januar jährte sich zum 

65. Mal die kommunistische Revolution. Seit den 1990er Jahren haben die Machthaber in Havanna eine Politik der vorsichtigen Öffnung verfolgt. Vor allem Touristen sollten ins Land kommen und Devisen mitbringen. Einige Zeit funktionierte das ganz gut. Doch spätestens mit der Corona-Pandemie war es mit der neuen Herrlichkeit vorbei. In der vergangenen Reisesaison kamen rund 1,81 Millionen Urlauber auf die Insel, die Machthaber hatten gut die doppelte Zahl erhofft. 

Engpässe sogar bei Lebensmitteln

Und es sind nicht nur die Auswirkungen der Pandemie, die Kuba zu schaffen machen, denn andere (exotische) Reiseziele haben längst wieder Vor-Corona-Niveau erreicht. Viele Hotels sind in die Jahre gekommen, für die dringend notwendigen Reparaturarbeiten fehlt es an Material. Und es gibt Versorgungsengpässe bei Lebensmitteln. Ende November 2023 haben während einer UN-Vollversammlung 187 Staaten dafür gestimmt, dass die USA ihre Blockade-Politik gegenüber dem Land aufgeben, da eine humanitäre Katastrophe droht. Ex-US-Präsident Donald Trump hatte einen deutlich schärferen Kurs gegenüber den Kommunisten gefahren als seine Vorgänger. Sein Nachfolger Joe Biden setzte diese Politik bislang fort.  

Das hat Folgen. Reisen nach Kuba waren bislang auch bei deutschen Touristen sehr beliebt. Doch seit 2019 gibt es für diese nach einem Kuba-Besuch verlängerte Prozeduren bei der Einreise in die USA. In Washington verfolgt man die Politik der Kubaner mit Unbehagen. Traditionell sind Kubas Beziehungen mit Moskau, noch enger sind sie seit Jahrzehnten zu Venezuela. Seit die einstige sozialistische Musterrepublik im Chaos versinkt, ist ein wichtiger Handelspartner weggebrochen. Ein durchschnittlicher Monatslohn auf Kuba entspricht nach dem derzeitigen Wechselkurs rund 15 Euro. Angesichts der hohen Inflation können sich viele Kubaner kaum mehr leisten als die vom Staat stark subventioniert abgegebenen Grundnahrungsmittel, doch auch die sind Mangelware. 

Das Regime hat kürzlich die Spritpreise drastisch erhöht. Außerdem wurden 

landesweit 29 Tankstellen eröffnet, die Benzin ausschließlich gegen US-Dollar verkaufen. Das Ziel ist klar. Touristen, vor allem aus Kanada, sollen teuer tanken und damit das dringend benötigte Geld in die Kassen spülen. Doch die Probleme sind tiefgreifender. Mittlerweile raten Exil-Kubaner Touristen von Reisen in ihre Heimat ab. „Dein Paradies, mein Gefängnis“, heißt eine Kampagne.