17.04.2026

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Folge 04-24 vom 26. Januar 2024 / Für Sie gelesen

© Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 04-24 vom 26. Januar 2024

Für Sie gelesen

Ein Licht in dunkler Zeit

Annie Lyons Roman „Der Buchclub“ handelt von der Londonerin Gertie Bingham, die immer antriebsloser geworden ist, seit ihr Mann gestorben war. Sie beschließt, den gemeinsam geführten Buchladen zu schließen und sich in den Ruhestand zu begeben. Ein guter Freund kommt unvermittelt auf sie zu mit der Bitte, ein jüdisches Flüchtlingskind aufzunehmen. In Europa droht ein Krieg auszubrechen, und es ist bekannt, dass Juden in Deutschland schlecht behandelt und ganze Familien verhaftet werden. 

Gertie kann sich nicht vorstellen, dass sie dazu in der Lage wäre, sich um ein fremdes Kind zu kümmern. Aber nach reiflicher Überlegung und aus Nächstenliebe nimmt sie die 14-jährige Hedwig Fischer bei sich auf. Die Jugendliche ist verstockt und lässt aus Kummer über den Verlust ihrer Eltern und ihres Bruders nur wenig an sich herankommen. 

Gertie führt ihren Buchladen weiter, auch nach Ausbruch des Krieges. Mit ihren Buchbesprechungen im Buchclub und dem Versand von Büchern an Kriegsgefangene schafft sie es, den Krieg für viele durch das Lesen der Bücher erträglicher zu machen. Auch der Weg zu Hedwig, später Hedy, wird mit der Zeit herzlicher, denn beide haben nur noch sich und die Bücher.Angela Selke

Der Roman ist interessant und leicht geschrieben und zeigt einfühlsam die britische Seite, wie dort der Zweite Weltkrieg erlebt und bewältigt wurde. 

„Der Buchclub“ ist der erste Roman von Annie Lyons, die erst als Buchhändlerin und später in einem Verlag gearbeitet hat. Sie lebt mit ihrer xyz

Annie Lyons: „Der Buchclub. Ein Licht in dunklen Zeiten“, Rowohlt Verlag, Hamburg 2023, Taschenbuch, 429 Seiten, 12 Euro





Krimis zum Nachspielen

Sechs Freunde verabreden sich in London zu einem Krimi-Dinner. Jeder ist gespannt darauf, wie die eigene Rolle ausfallen und, vor allem, wer von ihnen der Mörder sein wird. Alle verkleiden sich dem Ereignis angemessen, denn der Mord geschah im Jahr 1924. Sie müssen sich gemäß ihres Rollenbuches verhalten. Nach und nach kommen Fakten zum Vorschein, die Hinweise auf den Mörder geben. Auf dem Weg nach Hause wächst bei der Romanheldin Pippa der Gedanke, dass sie einen echten Fall, der vor fünf Jahren passiert ist, noch einmal aufrollen sollte. Nach dem Krimi-Dinner sieht sie sich in der Lage dazu, denn der ermittelte mutmaßliche Täter konnte ihrer Meinung nach auf keinen Fall der Mörder gewesen sein. 

Holly Jacksons Roman „Kill joy“ überrascht mit seinem frischen Stil. Für Leser, die selbst schon einmal an einem Krimi-Dinner teilgenommen haben, wird er nichts Besonderes sein außer einer Einleitung und Vorgeschichte zu der nachfolgenden Krimireihe, die in diesem Buch am Ende als Leseprobe vorgestellt wird. Der Preis erscheint für diese kleine Lektüre allerdings überteuert. A.S.

Holly Jackson: „Kill joy“, Bastei Lübbe Verlag, Köln 2023, Taschenbuch, 130 Seiten, 12 Euro