Es gehe nicht ums Geld, sondern ums Prinzip. Mit dieser Aussage rechtfertigt Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach den Entschluss der Ampel, homöopathische Mittel als Kassenleistung zu streichen, die 2021 nur etwa 22 Millionen Euro gekostet haben. Deren Wirksamkeit sei nicht erwiesen, so Lauterbach, was die weitere Kassenfinanzierung verbiete, denn: „Die Grundlage unserer Politik muss die wissenschaftliche Evidenz sein.“ Auf diese kategorische Forderung würden gewiss viele Deutsche gern auch im Hinblick auf Lauterbachs Umgang mit der Corona-Pandemie zurückkommen. Seinerzeit begründete der Minister weitreichende Einschätzungen zur pandemischen Lage nicht etwa mit „wissenschaftlicher“, sondern, so Lauterbach damals wörtlich, mit „anekdotischer Evidenz“. Praktisch gleichzeitig mit dem Beschluss zur Streichung von Homöopathie-Kassenleistungen in Deutschland spendiert die Ampel übrigens 73.000 Euro für die „Weiterbildung von traditionellen Heilerinnen und Heilern“ in Ruanda. H.H.


