Indien plant Verdoppelung
Neu-Delhi – Obgleich sich die Republik Indien dazu verpflichtet hat, deutlich weniger fossile Brennstoffe zu verbrauchen und Milliardensummen an Entwicklungshilfe aus Deutschland für den Ausbau Erneuerbarer Energien erhält, hat die Regierung in Neu-Delhi mitgeteilt, dass sie eine Verdopplung der Kohleproduktion des Landes auf 1,5 Milliarden Tonnen bis zum Jahr 2030 erwarte. Immerhin würden in dieser Zeit neue Kraftwerke mit 88 Gigawatt Gesamtleistung entstehen, die hauptsächlich mit Kohle laufen sollen. Anders sei der stark wachsende Strombedarf Indiens nicht zu decken. Die Erneuerbaren Energien können hier keinen substantiellen Beitrag leisten. Das resultiert vor allem aus fehlenden Anreizen für entsprechende Investitionen, Problemen beim Erwerb von Grund und Boden für die Solar- und Windkraftanlagen sowie einer widersprüchlichen Politik auf bundesstaatlicher und kommunaler Ebene.W.K.
Zweifel am E-Auto-Boom
Tokio – Akio Toyoda, der ehemalige Geschäftsführer des japanischen Autobauers Toyota, hat auf einem Wirtschaftstreffen Zweifel geäußert, dass Elektroautos den Markt dominieren werden. Der Enkel des Toyota-Firmengründers prognostiziert, dass E-Fahrzeuge auf dem Weltmarkt maximal einen Anteil von drei Zehnteln erreichen werden. Die anderen mindestens sieben Zehntel werden nach Toyodas Prognose Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor, Hybrid-Fahrzeuge und Autos mit Wasserstoff-Brennstoffzellen sein. Toyoda stellte im Zusammenhang mit seiner Prognose die Frage, wie E-Autos die Zukunft gehören könne, wenn weltweit eine Milliarde Menschen ohne Stromversorgung lebten. Aus Sicht Toyodas ist es keine Option, die Wahl- und Reisemöglichkeiten von Kunden durch teure Autos einzuschränken. Die Entscheidung sollte den Kunden und nicht der Politik überlassen werden.H.M.
Brüssel bremst Lufthansa
Brüssel – Die EU-Kommission hat einen geplanten Einstieg der Lufthansa bei der italienischen Fluggesellschaft ITA Airways vorerst blockiert. Nach Angaben der Kommission hat eine vorläufige Untersuchung ergeben, dass der Zusammenschluss auf einigen Kurz- und Langstrecken den Wettbewerb verringern könnte. Nach monatelangen Verhandlungen hatte die Lufthansa Ende Mai 2023 mit dem italienischen Staat die Übernahme eines Minderheitsanteils von 41 Prozent an ITA Airways vereinbart. Lufthansa hat in dem EU-Kartellverfahren bereits Zugeständnisse gemacht und ihren Willen erklärt, sich mit Nachdruck für einen zügigen Abschluss der Prüfung einzusetzen. Lufthansa gibt sich zuversichtlich, dass die Transaktion nach einer vertieften Prüfung durch die EU-Wettbewerbshüter genehmigt wird. Die EU-Kommission muss bis zum 6. Juni dieses Jahres einen Beschluss in dem Prüfungsverfahren erlassen.H.M.


