28.10.2026

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Folge 06-24 vom 09. Februar 2024 / Oskar negt / Überleben in der Soziologie

© Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 06-24 vom 09. Februar 2024

Oskar negt
Überleben in der Soziologie
H. Tews

Seine Flucht aus Ostpreußen bezeichnete Oskar Negt als „Überlebensglück“. So betitelte der Soziologe seine Autobiographie, in der er seine traumatischen Erlebnisse, die er als Zehnjähriger durchmachte, sozialgeschichtlich verarbeitete. Nach der Vertreibung aus Kapkeim östlich von Königsberg überlebte er den Krieg in einem dänischen Flüchtlingslager, ehe er in Göttingen und Frankfurt am Main sein Glück in der Soziologie fand. Geprägt von der Kritischen Theorie der Frankfurter Schule um Horkheimer und Adorno, wurde er Assistent des Philosophen Jürgen Habermas. Der den 68ern nahestehende Negt folgte 1970 einem Ruf an die damalige Technische Universität Hannover, wo er das soziologische Institut aufbaute. Am 2. Februar ist er 89-Jährig in Hannover gestorben. Zuvor setzte er sich mit seinen Erinnerungen an die Heimat auseinander. Die Taschenbuchausgabe von „Überlebensglück“ erschien erst Ende 2023 im Steidl Verlag (320 Seiten, 16 Euro).