25.01.2026

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Folge 06-24 vom 09. Februar 2024 / Gesellschaft / Ein Feuerwerk von Aphorismen / Norbert Bolz legt mit Präzision dar, warum der „alte weiße Mann“ verteufelt wird von denen, die heute den gesellschaftlichen Diskurs bestimmen

© Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 06-24 vom 09. Februar 2024

Gesellschaft
Ein Feuerwerk von Aphorismen
Norbert Bolz legt mit Präzision dar, warum der „alte weiße Mann“ verteufelt wird von denen, die heute den gesellschaftlichen Diskurs bestimmen
Wolfgang Kaufmann

Die meisten alten weißen Männer haben ihr Leben lang gearbeitet oder der Gesellschaft auf andere Weise gedient. Deshalb fragen sie sich, weshalb sie nun zum Hassobjekt hochstilisiert werden und für alle Übel der Welt verantwortlich sein sollen. Antworten hierauf gibt es in der Regel keine – abgesehen vom ideologisch aufgeladenen Geschwurbel politischer „Aktivisten“, von denen etliche unfähig sind, auch nur einen einzigen Cent mit ehrlicher Arbeit zu verdienen. So bleibt den Angefeindeten und Verleumdeten lediglich der Blick in die wenigen sachlichen Veröffentlichungen zum Thema, aus denen das Buch „Der alte weiße Mann. Sündenbock der Nation“ klar hervorsticht. Dessen Verfasser, der Medien- und Kommunikationswissenschaftler Norbert Bolz, legt mit schneidender Präzision und glasklarer Logik dar, dass der alte weiße Mann insbesondere aus drei Gründen verteufelt wird.

Sein Alter steht für Tradition, Erfahrung, Reife, Konservatismus, Bürgerlichkeit und Normalität. Damit passt er nicht in die heutige Gesellschaft, die immer infantiler wird und sich hierfür auch noch feiert. Dabei verdankt sie fast alles, was auf dem Gebiet der Wissenschaft und Technik, Wirtschaft und Politik sowie Kunst und Philosophie von Bedeutung ist, alten beziehungsweise toten weißen Männern.

Deren Weißsein steht für den Geist der Aufklärung, eine Rationalität mit europäischen Wurzeln, Naturbeherrschung und den Universalismus der Menschenrechte. Dies ist vor allem für die technikfeindlichen Grünen und „woken“ Wirrköpfe, die alles Bewährte zu „dekonstruieren“ versuchen, ein rotes Tuch.

Das Element der Männlichkeit steht für den Mut zur Selbstständigkeit und Selbstbehauptung, Heldentum, Freiheitsdrang, Wettkampf, Stolz, Risikobereitschaft, Individualität und Exzellenz – samt und sonders Dinge, die den radikalen Feministinnen und verweichlichten Männern, die heutzutage den gesellschaftlichen Diskurs bestimmen, aufs Tiefste verhasst sind und daher unablässig schlecht geredet werden müssen.

Bolz wartet im Zuge seiner Argumentation mit derartig treffenden Formulierungen auf, dass das Buch als Feuerwerk von Aphorismen daherkommt, welche die geistigen Verirrungen der heutigen Zeit geißeln. Insofern gibt es nur einen einzigen Grund zur Kritik: Bolz befindet sich zu stark im Verteidigungsmodus und bittet viel zu demütig um Toleranz gegenüber dem alten weißen Mann. Dabei sollte dieser eher ermutigt werden, mit der Kraft seiner intellektuellen und materiellen Ressourcen zum Gegenangriff zu schreiten. 

Norbert Bolz: „Der alte weiße Mann. Sündenbock der Nation“, Langen Müller Verlag, München 2023, gebunden, 221 Seiten, 24 Euro