Einen etwas ungepflegten Eindruck vermittelte der „Ehrenhain der Vertriebenen“ bei einem Besuch in Rendsburg. Der letzte an der Gedenkstätte niedergelegte Kranz ist längst vertrocknet, die Schrift auf der blau-weißen Schleife verblichen.
Ein wenig versteckt und einsam liegt der Eingang direkt an der Fockbeker Chaussee. Ausgeschildert ist dieser zwar, aber etwas unscheinbar – deshalb fahren viele daran vorbei, zumal es davor keine Parkplätze gibt. Es ist ein besinnlicher Ort und der Besuch kann mit einer kleinen Rast auf den vorhandenen Bänken verbunden werden, um der Vertriebenen zu gedenken.
Auf einer zentral gelegenen Anhöhe steht ein Gedenkstein mit der Karte des geteilten Deutschlands sowie mit der Inschrift: „Das ganze DEUTSCHLAND unvergessen. Das gesamte deutsche Volk bleibt aufgefordert, in freier Selbstbestimmung die Einheit und Freiheit Deutschlands zu vollenden.“
Rings um diese Anhöhe stehen Nebensteine mit den Wappen ostdeutscher Provinzen, darunter von West- und Ostpreußen, Danzig, Pommern und Oberschlesien. Dazu kommen Wappentafeln von Königsberg, Stettin und Gerdauen.
Seit 2021 werden die großen Plaketten mit der Aufschrift „Memelland“ und „Sachsen-Thüringen“ vermisst. Die Spuren der mit brutaler Gewalt abgeschlagenen Tafeln sind immer noch vorhanden. Es war leider nicht der erste Diebstahl dieser Art, den Metalldiebe in der Gedenkstätte vornahmen.

