Armutsrisiko hohes Alter
Berlin – Rund 7,5 Millionen deutsche Rentner haben ein Nettoeinkommen von weniger als 1250 Euro. Damit sind über vier von zehn Altersruheständlern hierzulande armutsgefährdet. Dies geht aus den Zahlen des Statistischen Bundesamtes hervor, die durch eine Anfrage des Bundestagsabgeordneten Dietmar Bartsch von der Linkspartei bekannt geworden sind. 5,2 der 7,5 Millionen Armutsgefährdeten sind Frauen. Damit lebt jede vierte Rentnerin unterhalb der Armutsgrenze. Ein Viertel der Deutschen im Ruhestand verfügt nicht einmal über 1000 Euro netto, wobei der Frauenanteil auch hier sehr hoch liegt. Insgesamt gelten 14,7 Prozent aller Menschen in der Bundesrepublik als armutsgefährdet. Der Anteil der Rentner an dieser Personengruppe beträgt fast 62 Prozent. Bartsch bezeichnete dies als „Armutszeugnis für unser Land“ und forderte deutlich höhere Rentenzahlungen sowie einen hinreichenden Inflationsausgleich.W.K.
In Berlin mehr Messerattacken
Berlin – Die Polizei hat vergangenes Jahr in der Hauptstadt einen Anstieg der Zahl mit Messern verübter Gewalttaten registriert. Laut vorläufigen Daten gab es im Jahr 2023 rund 3500 Fälle von Messerkriminalität in Berlin. Im Jahr 2022 hatte die Polizei in der Hauptstadt 3317 Taten registriert, bei denen ein Messer entweder zur Bedrohung oder direkt als Stichwaffe eingesetzt wurde. Bei den Taten wurden 203 Menschen schwer verletzt, 15 Opfer starben. Bereits seit Jahren steigt auch die Zahl von Kindern und Jugendlichen, die im Zusammenhang mit Messerkriminalität als Tatverdächtige gelten. Im Jahr 2019 betrug laut Berliner Kriminalstatistik der Anteil von Kindern und Jugendlichen an dieser Personengruppe noch 15,7 Prozent. Bis 2022 war dieser Anteil auf 22 Prozent gestiegen. Laut Daten der Kriminalforschung trägt mittlerweile jeder fünfte Jugendliche in seiner Freizeit ein Messer bei sich.H.M.
Afrikaner im Voodoo-Wahn
Hannover – Das Landgericht Hannover hat im Fall eines Messerangriffs einen 26-jährigen Ivorer mangels Schuldfähigkeit vom Vorwurf des versuchten Totschlags freigesprochen und seine Einweisung als gemeingefährlich kranker Straftäter in die Psychiatrie angeordnet. Der Afrikaner hatte im Mai vergangenen Jahres in einer Asylunterkunft in Hannovers Stadtteil Vinnhorst zunächst Wachleute bedroht und war dann mit zwei Küchenmessern auf Polizisten losgegangen. Stoppen konnten die Einsatzkräfte den Mann nur durch fünf Schüsse aus einer Dienstwaffe. Bei seiner Entscheidung folgte das Landgericht der Ansicht eines Gutachters, der bei dem Mann paranoide Schizophrenie diagnostiziert hatte. Nach Ablehnung seines Asylantrages im Jahr 2018 hatte sich bei dem Afrikaner der Gedanke verfestigt, Opfer eines Voodoo-Fluchs geworden zu sein. Der 26-Jährige wird nach dem Urteil des Landgerichts in einem Maßregelvollzug untergebracht.H.M.