Schwimmende Gefängnisse
Stockholm – Der schwedische Justizvollzugsdienst will künftig Gefängnisschiffe nutzen. Wegen des deutlich härteren Vorgehens gegen kriminelle Einwanderer nach dem Regierungsantritt der bürgerlichen Minderheitsregierung unter Ulf Kristersson füllen sich die Haftanstalten des Landes. In denen gibt es allerdings nur 9000 Plätze, während Schwedens Justizvollzugsdienst mit einem Anstieg der Zahl der Gefängnisinsassen auf 27.000 innerhalb der nächsten Jahre rechnet. Deswegen fordert Justizminister Gunnar Strömmer, alsbald die entsprechenden Kapazitäten zu verdreifachen. Die Idee, dabei auf schwimmende Gefängnisse zu setzen, hatte der Leiter der operativen Koordinierung des Justizvollzugsdienstes. Torbjörn Nyberg ließ sich von anglo-amerikanischen Vorbildern wie den Gefängnisschiffen „Bibby Stockholm“, das derzeit in Südengland vor Anker liegt, und „Vernon C. Bain Correctional Center“ im New Yorker Gefängniskomplex Rikers Island inspirieren.W.K.
Rigide Corona-Aufarbeitung
Laibach/Pressburg – Die beiden EU-Mitgliedsstaaten Slowenien und Slowakei planen nach der Ablösung der bisherigen Regierungen eine grundsätzliche und radikale Aufarbeitung ihrer nationalen Corona-Politik. In Slowenien geht die Initiative hierzu von der eher linksliberalen Koalition unter Robert Golob aus, die bereits eine Amnestie für sämtliche Corona-Strafen aufgrund rechtswidrig erlassener Gesetze samt Rückzahlung der Gelder verfügt hat. In der Slowakei macht sich vor allem der neue Ministerpräsident Robert Fico für die Abrechnung mit dem Corona-System stark. Er wirft der Mitte-Rechts-Vorgängerregierung unter Igor Matovič und Eduard Heger ein Komplettversagen während der Corona-Pandemie beziehungsweise -Impfkampagne vor.W.K.
Tschechien will vier neue AKW
Prag – Tschechiens Regierungschef Petr Fiala von der liberal-konservativen Demokratischen Bürgerpartei (ODS) hat den Bau von vier weiteren Kernreaktoren angekündigt. Ursprünglich war lediglich eine Entscheidung der tschechischen Regierung darüber erwartet worden, welcher Anbieter den Zuschlag zum Bau eines Reaktors im südmährischen Dukowan (Dukovany) erhalten soll. Als Favorit galt bislang das US-Unternehmen Westinghouse, das bereits von der polnischen Regierung den Auftrag zum Bau eines Kernkraftwerks erhalten hat. Die Entscheidung, gleich vier neue Reaktoren bauen zu lassen, begründete Fiala mit einer Kostenersparnis von 25 Prozent im Vergleich zum Bau nur eines Reaktors. Der teilstaatliche Versorger ČEZ betreibt bislang in Dukowan und Temelin sechs Reaktorblöcke. Die Regierung der Tschechischen Republik rechnet damit, dass der Stromverbrauch bis 2050 um bis zu zwei Drittel ansteigen wird.H.M.

