25.01.2026

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Folge 07-24 vom 16. Februar 2024 / Leserforum

© Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 07-24 vom 16. Februar 2024

Leserforum

„Wage es, weise zu sein!“

Zu: PAZ-SPEZIAL – Immanuel Kant (Nr. 4)

Mit wem wollte man den großen Königsberger Philosophen Immanuel Kant vergleichen? Er prägte die Philosophiegeschichte des 19. und 20. Jahrhunderts wie kein anderer. Mit Konfuzius, dem einflussreichsten chinesischen Weisen und mit dem Athener Sokrates dürfte er zu den bedeutendsten und einflussreichsten Denkern der Weltgeschichte der Philosophie zählen. 

Was Kant für die Philosophie geleistet hat, entspricht vielleicht dem, was seine Zeitgenossen Johann Wolfgang von Goethe für die Literatur und Ludwig van Beethoven für die Musik geschaffen haben. 

So stimmt es mich traurig, dass Deutschland die gemeinsamen „Kant-Feiern“ in Königsberg wegen des russischen Angriffskrieges abgesagt hat. Kant ist doch auch ein großer „Friedensstifter“, denn sein philosophischer Entwurf „Zum ewigen Frieden“ von 1795 zeigt noch immer Auswege aus unseren Kriegskata­strophen.

Haben wir vergessen, dass Königsberg die einzige deutsche Großstadt ist, die über fast 700 Jahre ihres Bestehens bis zum Zweiten Weltkrieg nicht einmal von außen gewaltsam erobert oder zerstört worden ist, trotz seiner exponierten Lage nahe der Grenze zu Russland? Erst deutscher Größenwahn bereitete dieser „Weltbürgerrepublik“ (Jürgen Manthey in seinem Buch „Königsberg“ von 2005) ein grausames Ende. 

Eine „europäische Begegnung“ am Grabe Kants könnte auch heute der „Wiedergewinnung des Friedens“ dienen. Hannah Arendt, Tochter einer jüdischen Königsberger Familie, 1933 nach Frankreich und 1941 in die USA emigriert, erklärte bei einem Deutschlandbesuch 1964: „In meiner Art zu denken und zu urteilen komme ich immer noch aus Königsberg.“

Offenbar geht von Königsberg doch eine Heil bringende Kraft aus, die sowohl Arendt als auch Kant positiv inspirierte. Noch heute spricht der Königsberger Philosoph: „Sapere aude!“, zu Deutsch: „Wage es, weise zu sein!“ („Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen!“).

Pfarrer Ottfried Wallau, Siegburg






Die Irrlehrer der Kirche

Zu: Der reinste Straußen­handel (Nr. 5)

Der Artikel über den Theologen David Friedrich Strauß greift ein Kapitel mit Langzeitwirkung auf. Als Zwischenstation steht Friedrich Nietzsche im Raum. Von Nietzsche wird berichtet, dass er in jungen Jahren ein glühender Christ war. Er wollte Missionar werden und für Jesus sterben. Dann las er Bücher wie „Das Leben Jesu“ von Strauß. Und diese Bücher haben seinen Glauben total zerstört. Dann wurde Nietzsche selbst zum Zerstörer des Glaubens. Man kann beobachten, dass Menschen, die in jungen Jahren Nietzsche gelesen haben, für den christlichen Glauben verloren sind, weil ihr Gehirn so verdreht ist, dass sie christliche Gedanken nicht mehr fassen können.

Projiziert man die damaligen Zustände auf die Gegenwart, ergeben sich einige Unterschiede. Damals bildete sich gegen die zerstörerischen Ansichten von Strauß noch starker Widerstand, sodass seine Karriere als akademischer Theologe gestoppt wurde. Heute hingegen sind die Irrlehrer in der akademischen Theologie und sogar in der Kirche zur Herrschaft gelangt. In der Evangelischen Kirche fristet der wahre christliche Glaube nur noch ein Nischendasein in kleinen Zirkeln.

Gerhard Synowzik, Stadtoldendorf






Polen kommt in Fahrt

Zu: Per Zug von Görlitz nach Bad Flinsberg (Nr. 4)

Vielen Dank für Ihren Artikel über die Niederschlesische Bahngesellschaft!

Tatsächlich konnten wir uns Ende Januar davon überzeugen, dass diese Reaktivierung der Bahnstrecke von Görlitz nach Bad Flinsberg eine tolle Leistung ist. Während in Deutschland nur noch Propagandablasen bei solchen angekündigten Aktionen platzen, macht man in Polen „Nägel mit Köpfen“. Das wurde in dem Artikel auch durch die Aufzählung weiterer Projekte – besonders auch in Schlesien – zum Ausdruck gebracht.

Zur Ergänzung noch eine Bemerkung: Die Fahrtkosten für Senioren betragen vom polnischen Teil von Görlitz aus 

16 Zloty (also zirka 4 Euro), und vom Bahnhof in Bad Flinsberg kann der Busverkehr kostenlos benutzt werden. Interessant ist dabei unter anderem als Ziel das Wintersportzentrum mit Skiabfahrten und Kabinenbahn zum Hausberg, den „Heufuder“, und zum Isergebirgskamm, der mit seinen durchschnittlich 1000 Metern Höhe sehr schneesicher ist (vergleichbar mit etwa 2000 Metern Höhe in den Alpen).

Monika und Manfred Kristen, Freital






Zum Schlachthof getrieben

Zu: Eine Regierung zwischen Beschwörung und Offen­barung (Nr. 4)

Großspurig kündete Kanzler Olaf Scholz bei Regierungsantritt eine rosige Zukunft mit der Gewissheit bleibenden Wohlstandes und nachhaltiger Sicherheit an. Man war an den Spruch erinnert: „Gebt mir zehn Jahre Zeit, und ihr werdet Deutschland nicht wiedererkennen.“ Scholz schaffte das in sogar nur zwei Jahren.

Beinahe im Handumdrehen fügte die rot-grüne Zeitenwende dem Land unermesslichen Schaden zu: Inflation, kalte Enteignung der Sparer, irreparable Staatsverschuldung, überhöhte Steuern, überhöhte Energiepreise, Rezession, Deindustrialisierung, Verarmung des Prekariats, Schrumpfen der Mittelschicht, Verfall der Infrastruktur, Verlust der Verteidigungsfähigkeit, Schwund der Inneren Sicherheit, Bildungskatastrophe, Migrationsskandal, Erosion der deutschen Identität, antidemokratische Sprachregelungen und Denkverbote sowie, last but not least, der forcierte Bevölkerungsaustausch.

Das Versagen der Politklasse ist derart evident, dass sie verzweifelte Ablenkungsmanöver ins Werk setzt, vornehmlich, indem sie auf die Alternative für Deutschland eindrischt, so als ob von ihr ein Staatsstreich unmittelbar bevorstünde. Dabei hat es die AfD überhaupt nicht nötig, sich viel zu rühren. 

Der unvermeidbare Zusammenstoß der rot-grünen Ideologie mit der bloßen Realität versetzt die Ampelkoalitionäre in panischen Schrecken und wird sie noch zu außerordentlichen Maßnahmen animieren. Verwunderlich dabei ist, dass Hunderttausende von Wählern gegen ihre eigenen Interessen auf die Straße gehen, eine Herde, die sich von den Wölfen im Schafspelz fröhlich blökend zum Schlachthof treiben lässt.

Adolf Frerk, Geldern






Zum Henker mit dem Plan

Zu: Meister der „Verdrängung“ (Nr. 5)

Bulgarien, Rumänien und Jugoslawien verhandelten nach der „Befreiung“ 1945 über einen Balkanbund mit der Aussicht, dass später dann ein kommunistisches Griechenland beitritt. Mit der Eiszeit zwischen Stalin und Tito starb dieser Plan wie auch der griechische Bürgerkrieg, und die angeblichen Titoisten im Ostblock endeten meist beim Henker.

Peter Faethe, Bad Pyrmont






Spannender Stromausfall

Zu: Das Ende vom Märchen der sicheren Energiewende (Nr. 5)

Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck hat die Phantasie wohl einen Streich gespielt, und so hat er die Realität mit seinen Märchenbüchern verwechselt. In seinem Buch „Kleine Helden, große Abenteuer“ von 2020 geht es unter anderem auch darum, wie spannend ein nächtlicher Stromausfall sein kann.

In der Realität ist ein Stromausfall nicht spannend, sondern eine Kata­strophe.

Ulrich Bohl, Berlin