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Folge 07-24 vom 16. Februar 2024 / Wikipedia / Inkompetenz und Geschichtsfälschung / Abermals decken zahlreiche Autoren auf, wie in dem angeblich unabhängigen Online-Wörterbuch falsche Informationen und Manipulation verbreitet werden

© Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 07-24 vom 16. Februar 2024

Wikipedia
Inkompetenz und Geschichtsfälschung
Abermals decken zahlreiche Autoren auf, wie in dem angeblich unabhängigen Online-Wörterbuch falsche Informationen und Manipulation verbreitet werden
Wolfgang Kaufmann

Der Wikipedia-Kritiker Andreas Mäckler brachte 2020 ein „Schwarzbuch Wikipedia“ heraus mit dem Untertitel „Mobbing, Diffamierung und Falschinformationen in der Online-Enzyklopädie und was jetzt dagegen getan werden muss“. Darin analysierten 23 Autoren die eklatanten Missstände bei der Online-Enzyklopädie – in der Hoffnung, dass zumindest einige davon abgestellt würden. Jedoch ist in der Zeit danach alles noch schlimmer geworden, wie Mäcklers „Schwarzbuch 2“ zeigt, dessen Untertitel lautet: „Das verlogene System: Propaganda, Korruption, Ausbeutung, Vandalismus und Rechtsverletzungen in der Online-Enzyklopädie“.

Dabei wirkten auch an dem neuen Band etliche Kenner von Wikipedia mit, die aus aller Welt kommen und teilweise schier Unglaubliches zu berichten wissen. So erfährt der Leser von dem langjährigen Wikipedianer Andreas Kolbe, welche Unsummen von Spenden Wikipedia einwirbt und wie die Wikimedia Stiftung das Geld hortet. Dieses reiche für einen 50-jährigen Weiterbetrieb der Server – dennoch bettelt Wikipedia seine Nutzer weiter an.

Ein anderes Thema sind die engen Verbindungen zwischen Wikipedia und den großen Internet-Konzernen sowie die daraus resultierenden Geldzuflüsse. Auch sonst ist Wikipedia keineswegs so „unabhängig“, wie immer behauptet wird. Davon zeugen die von Lohnschreibern verfassten Lobeshymnen auf Unternehmen, die es sich einiges kosten lassen, schmeichelhafte Wikipedia-Einträge zu haben. Schockierend ist zudem die inhaltliche Ausrichtung mancher nationaler Versionen des Online-Lexikons. So werden die Kriegsverbrechen des Kaiserreiches Großjapan in der japanischen Wikipedia kleingeredet, und der kroatische Wikipedia-Ableger betreibt eine noch gröbere Geschichtsfälschung.

Viel Raum nimmt in den Beiträgen auch die oft haarsträubende Inkompetenz der Wikipedia-Autoren ein. In „Die Stunde der Stümper“ schildert der US-Unternehmer Andrew Keen, wie Amateure in hochstaplerischer Weise Wissen und akademische Meriten vortäuschen, um am Ende nur unbrauchbaren Schwachsinn zu produzieren. Der Marketing-Experte und ehemalige Wikipedia-Autor Volker Wendeler beschreibt das Treiben psychopathischer Vandalen, die Beiträge anderer Verfasser verunstalten oder löschen. Dann wären da noch all die linken Glaubenskrieger, die bei Wikipedia zur Hetzjagd gegen alles blasen, was sie in ihrer geistigen Beschränktheit als „rechts“ ansehen.

Andreas Mäckler (Hrsg.): „Schwarzbuch Wikipedia 2.  Das verlogene System: Propaganda, Korruption, Ausbeutung, Vandalismus und Rechtsverletzungen in der Online-Enzyklopädie“, Verlag Zeitgeist, Höhr-Grenzhausen 2023, broschiert, 264 Seiten, 19,90 Euro