Offenbar müssen jetzt nicht nur AfD-Politiker, sondern auch Bauern, die gegen den Klima-, Bürokratie- und Steuerirrsinn von Bundesregierung und EU demonstrieren, mit heimtückischen Anschlägen rechnen. Darauf deutet ein Vorfall im sächsischen Vogtlandkreis in der Nacht vom 10. zum 11. Februar hin.
Zwischen 1 und 3 Uhr ging der Traktor auf dem Hof des Landwirtschaftsbetriebes von Carsten Schulze in der Oberen Hauptstraße von Oelsnitz in Flammen auf. Als die Feuerwehr mit 85 Einsatzkräften eintraf, explodierten die Reifen des Fahrzeuges und der Brand griff auf einen Sattelzug, einen Gülle-Anhänger und einen Pkw über. Nach 60 Minuten war das Feuer gelöscht, allerdings saß Schulze nun auf einem Sachschaden von rund einer halben Million Euro.
Sogleich stellte sich heraus, dass hier eine vorsätzliche Brandstiftung beziehungsweise politisch motivierte Tat vorlag. Denn an der Wand von Schulzes Scheune prangte die Parole „Schluss mit Blockade. Sonst brennt alles“. Darüber hinaus waren an mehreren Autos in der Umgebung die Scheiben eingeschlagen.
Die Polizeidirektion Chemnitz übernahm die Ermittlungen wegen Brandstiftung, Sachbeschädigung und Störung des öffentlichen Friedens durch die Androhung von Straftaten. Dann schaltete sich auch der Staatsschutz ein. Derzeit liegen jedoch noch keinerlei Erkenntnisse über die Täter vor, welche über das mutmaßliche Motiv der Einschüchterung demonstrierender Landwirte hinausgehen.
85.000 Euro an Spenden
Allerdings scheint der Brandanschlag die Protestbereitschaft der Bauern in der Region eher weiter anzufachen und zu verstärkter Rückendeckung durch die örtliche Bevölkerung zu führen. Noch am Nachmittag der Tat bildeten Landwirte, Unternehmer und Bürger einen Solidaritäts-Autokorso aus 200 Fahrzeugen, der langsam durch Oelsnitz rollte. Dabei gab sich Schulze kämpferisch und unbeeindruckt: „Auch wenn es vielen nicht passt: Ich werde mich weiter an den Bauernprotesten beteiligen. Meine Berufskollegen stehen mir bei.“ Und gegenüber der Zeitung „Freie Presse“ sagte er: „Manche verstehen nicht, warum wir auf der Straße sind. Eigentlich kämpfen wir auch für diese Leute mit.“ Dem folgte die Aussage, man müsse jetzt „hart bleiben“.
Unterstützung dürfte Schulze vom Verband Land schafft Verbindung (LsV) erhalten. Dieser verurteilte den Anschlag auf Schärfste: „Es darf und es kann nicht sein, dass Leute, die auf die Straße gehen, die wahrscheinlich auch eine andere Meinung haben, ob berechtigt oder vielleicht auch unberechtigt, sich deswegen um ihre betriebliche Existenz oder vielleicht sogar um ihre Familien fürchten müssen.“ Dem folgte die Forderung nach „einem klaren Zeichen von der gesamten Gesellschaft“.
Das freilich blieb wie in ähnlich gelagerten Fällen aus. Deshalb erklärte der agrarpolitische Sprecher der AfD im Sächsischen Landtag, Jörg Dornau: „Ich finde es unsäglich, dass es zu diesem hinterhältigen Anschlag keinerlei Stellungnahmen von CDU-Ministerpräsident Michael Kretschmer, Innenminister Armin Schuster und vom grünen Agrarminister Wolfram Günther gibt. Es wäre von der Staatsregierung zu erwarten, dass sie sich hinter die Bauern stellt und Möglichkeiten aufzeigt, wie der Schaden behoben werden kann … Offenbar ist der Anschlag auf protestierende Bauern, die in den Medien oft als rechtsgerichtet bezeichnet werden, nicht verurteilungswürdig.“
Hilfe erhielt Schulze dahingegen von Freunden, welche umgehend eine Spendenkampagne auf der Internet-Plattform GoFundMe initiierten. Diese erbrachte bislang schon 85.000 Euro.


