Vor Kurzem schreckte die Öffentlichkeit auf, dass ein in der Ukraine lebendes Paar 40.000 Euro Bürgergeld kassiert hatte. Das ist mit hoher Wahrscheinlichkeit nur die Spitze des Eisbergs. Seit zwei Jahren pendeln die Busse zwischen Berlin und Kiew hin und her. Darin sitzen Ukrainer, die in Berlin Bürgergeld beziehen, aber nicht permanent in Deutschland wohnen.
Darüber wird nicht gesprochen, denn wer diesen offensichtlichen Missstand thematisiert, kann nur ein Rechter, gar Nazi sein. Der Pendelverkehr reißt nicht ab, weil die meisten Ukrainer, die als Kriegsflüchtlinge nach Deutschland gekommen sind, auch nach zwei Jahren noch nicht im Arbeitsmarkt angekommen sind. Nun will die Arbeitsagentur in Berlin-Brandenburg verstärkt mit der Vermittlung von Ukrainern in den Arbeitsmarkt starten.
Beim größten Teil der Menschen würden die Integrationskurse enden „und jetzt legen wir da auch los“, verkündete Ramona Schröder, Geschäftsführerin der Regionaldirektion Berlin-Brandenburg. Bisher arbeitet in Deutschland erst rund ein Fünftel der Ukrainer. Auf die Frage, warum Staaten wie Polen und die Niederlande bei der Integration der Ukrainer in die Arbeitsmärkte viel weiter seien, verwies Schröder auf die anderen Rahmenbedingungen. Welche das seien, sagte sie nicht. Auch in den Niederlanden müssen die Ukrainer erst die Sprache lernen.
In den Nachbarländern scheint es keine Schwierigkeiten zu geben. In Deutschland dagegen sind die Sprachkurse nicht so erfolgreich. Deshalb habe man sich „als allererstes vorgenommen“, die Flüchtlinge „sehr eng zu begleiten“. Das hört sich an, als müssten sie zum Jagen getragen werden. Ob es am Bürgergeld liegt, dass allen Ukrainern bedingungslos ausgezahlt wird? Nein, ist sich die Chefin sicher, weil nicht sein kann, was nicht sein darf.


