19.04.2026

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Folge 08-24 vom 23. Februar 2024 / George Hesekiel / Otto von Bismarcks erster Biograph

© Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 08-24 vom 23. Februar 2024

George Hesekiel
Otto von Bismarcks erster Biograph

Der erste Biograph Otto von Bismarcks war ein Zeitgenosse des preußischen Ministerpräsidenten und deutschen Reichskanzlers. Er kam vier Jahre später zur Welt, starb aber bereits fast zweieinhalb Jahrzehnte früher. Vor 150 Jahren, am 26. Februar 1874, erlag der Preuße einem Gichtleiden, das ihn seit seiner Jugend 

begleitete.

Die Kindheit und Jugend des Johann George Ludwig Hesekiel begann am 12. August 1819 in Halle an der Saale. Seine Eltern waren der Diakon an der Sankt-Moritz-Kirche und spätere Generalsuperintendent in Altenburg Friedrich Hesekiel und dessen Ehefrau Emma geborene Schwarz. Seine Kindheit und Jugend verbrachte George Hesekiel jedoch zu großen Teilen im Haus seines Großvaters mütterlicherseits, der zum Freundeskreis des patriotischen Dichters und Exponenten der Freundschaftskultur der Aufklärung, Johann Wilhelm Ludwig Gleim, gehörte. So war Hesekiels Entwicklung sowohl von einem konservativ-religiösen Geist des Elternhauses als auch von einer dichterisch-aufgeschlossenen Atmosphäre im Hause seines Großvaters geprägt. 

Dem Besuch der Klosterschule Roßleben schloss sich ein Studium an. Als erstes studierte er in Jena Geschichte und Philosophie, wechselte dann aber nach Halle. Dort wurde er ein Schüler des Historikers Heinrich Leo, aber auch des Romantikers Friedrich de La Motte Fouqué. 1841 wechselte er nach Berlin, wo es zu einer Schwerpunktverlagerung seines Studiums zu Literatur und Publizistik kam. Hesekiels spätere Berufstätigkeit ist denn auch vom Verfassen Zeitgeist und Zeitströme vermittelnder Bücher zu zum Teil historischen Themen sowie von Zeitungsarbeit geprägt. 

Nach dem Studium und einer längeren Frankreichreise wirkte er als Journalist. Ab 1845 arbeitete er in Altenburg an Heinrich August Pierers Universal-Lexikon der Gegenwart und Vergangenheit mit. Im Revolutionsjahr 1848 zog er nach Berlin. Dort arbeitete er als Redakteur für das als „Kreuzzeitung“ bekannte richtungsweisende Organ der konservativen Oberschicht „Neue Preußische Zeitung“. 

Außerdem war Hesekiel Mitglied der literarischen Gesellschaft „Tunnel über der Spree“, Mitherausgeber von „Rosen“ einer literarischen „Zeitschrift für die gebildete Welt“, Gründer des konservativen Volksblatts „Der patriotische Hausfreund“, Mitbegründer der sozial-politischen Wochenschrift „Berliner Revue“ sowie schließlich Verfasser von über hundert Bänden Romane, Novellen und Gedichte, darunter das 1869 in Bielefeld erschienene „Buch vom Grafen Bismarck“.M.R.