19.04.2026

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Folge 08-24 vom 23. Februar 2024 / Für Sie gelesen

© Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 08-24 vom 23. Februar 2024

Für Sie gelesen

Eine besondere Bedeutung

Viele Leser werden sich an den Abenteuerfilm „Peter Voß, der Millionendieb“ mit Walter Giller aus dem Jahr 1958 erinnern. Der Filmklassiker wurde nach dem 1913 veröffentlichten gleichnamigen Roman des einstigen Erfolgsautors Ewald Gerhard Seeliger gedreht. 

Seeliger wurde 1877 in Rathau, Landkreis Brieg, in Schlesien geboren. Seinen Beruf als Volksschullehrer gab er 1907 auf und lebte als freier Schriftsteller in Hamburg und Wedel. Ab 1900 und bis in die 1920er Jahre erschienen seine Romane, die heute vergessen sind. L. Alexander Metz aus Cham vertritt die Autorenrechte für Seeligers Werke. Von Zeit zu Zeit bringt er einen von seinen Romanen heraus, um diese einst sehr beliebte Unterhaltungsliteratur der Nachwelt zu erhalten. Zuletzt wurde der Roman „Das Winkelberg-sche Herz“ neu aufgelegt, eine Liebes- und „Zurück zur Scholle“-Geschichte aus Seeligers schlesischer Heimat, erschienen 1909 und erneut 1920. Um eine kritische Bewertung kommt man leider nicht herum. Denn die schmalspurige Handlung wird mittels einer zwar durchaus lebendigen, aber ausufernden Erzählweise entwickelt. Beleuchtet werden die Verhältnisse auf einem schlesischen Gutshof in der Zeit vor dem Ersten Weltkrieg. Insofern hat der Band durchaus seine eigene, besondere Bedeutung. Dagmar Jestrzemski

Ewald Gerhard Seeliger: „Das Winkelbergsche Herz“, Herausgeber L. Alexander Metz, Books on Demand, Norderstedt 2023, broschiert, 444 Seiten, 17,99 Euro





Königsberg im Krimi

Der jüdische Kommissar Aaron Singer aus Berlin wird 1924 nach Königsberg beordert, um bei der Aufklärung eines Mordes an dem Sohn eines Reedereibesitzers mitzuwirken. Der Fall soll schnell geklärt werden, da die Festlichkeiten des vor 200 Jahren geborenen Philosophen Immanuel Kant vor der Tür stehen.

Wegen der hebräischen Zeichen, die am Tatort hinterlassen wurden, glaubt man, dass Singer am besten geeignet sei, den Fall zu klären. Da er aber nicht besonders gläubig ist, muss er einen Rabbi zu Rate ziehen. Singer versucht durch Verhöre mehr Hinweise zum Mord zu bekommen. Er unterstützt den örtlichen Kommissar Puschkat, der von dem Eingreifen der Berliner Polizei wenig begeistert ist.

Ralf Thiesens Erstlingsroman „Die Toten von Königsberg“ ist einfach, aber fesselnd geschrieben. Es wird viel erwähnt, was Ostpreußen ausgemacht hat – das Essen, die Kultur und die Stadt. Einige Passagen weisen Ähnlichkeiten zu den „Babylon Berlin“-Büchern von Volker Kutscher auf. Trotzdem ist das Buch ein Lesevergnügen, besonders für ostpreußische Leser. A. Selke

Ralf Thiesen: „Die Toten von Königsberg“, Goldmann Verlag, Taschenbuch, 525 Seiten, 13 Euro