Laut einer Anfang Februar veröffentlichten Studie ist das Vertrauen der Deutschen in die öffentlich-rechtlichen Medien (ÖRR) auf ein Allzeit-Tief gesunken. Wie der Kommunikationsforscher Marcus Maurer von der Uni Mainz ermittelt hat, vertrauen nur noch 62 Prozent den staatlichen Medien, so wenige wie nie. Der Vertrauensverlust hat handfeste Gründe. Laut Medienstaatsvertrag sind die ÖRR einem strikten „Binnenpluralismus“ verpflichtet, sprich: Die verschiedenen Parteien sollten ihrem tatsächlichen Gewicht im Land entsprechend in den Sendern berücksichtigt werden. Wie Maurer erforscht hat, bekommen die SPD und vor allem die Grünen weit mehr Aufmerksamkeit, als es ihren Wahlergebnissen entspräche, bei Union, AfD und Linkspartei ist es entgegengesetzt, bei der FDP etwa ausgewogen. Auch würden die Ampelparteien weit weniger negativ dargestellt als Union, AfD und Linke. Die Bürger scheinen die schiefe Ebene zu spüren – und entziehen den ÖRR entsprechend immer mehr ihr Vertrauen. H.H.


