25.01.2026

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Folge 9-24 vom 01. März 2024 / Reisen / Eintauchen in eine andere Welt / Weder geschändete Kulturgüter noch „Männergruppen“: Was einem beim Besuch hinter der tschechischen Grenze auffällt

© Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 9-24 vom 01. März 2024

Reisen
Eintauchen in eine andere Welt
Weder geschändete Kulturgüter noch „Männergruppen“: Was einem beim Besuch hinter der tschechischen Grenze auffällt
W.K.

Es gibt heute viele Wege von Sachsen nach Böhmen. Einer davon führt auf der ehemaligen Poststraße zwischen Dresden und Teplitz durch Peterswald [Petrovice]. Die Ortschaft an der deutsch-tschechischen Grenze empfängt ihre Gäste in der kalten Jahreszeit mit einem strengen Geruch aus den Schornsteinen der vielen Häuser, in denen noch urtümliche Kohleöfen in Betrieb sind. 

Auch sonst erwecken etliche der Wohngebäude den Eindruck, als sei nach der Vertreibung ihrer deutschen Besitzer im Jahre 1945 kein Handschlag mehr daran gemacht worden. Andere Bereiche von Peterswald wirken dahingegen surreal. Das liegt unter anderem an den Läden der vielen vietnamesischen Händler, die im bunten Neonlicht erstrahlen und genauso wenig ins Bild passen wie das gewaltige sowjetische Düsenverkehrsflugzeug Tupolew Tu-104, das nun als Restaurant dient. Dazu kommen neun weitere Lokale, ein Dutzend Friseursalons, zwei Apotheken, drei Tankstellen und ein großer Supermarkt. 

Hier tummeln sich überall Deutsche, welche den Weg nach Peterswald auf sich genommen haben, um irgendwie Geld zu sparen. Aber das mittlerweile meist nur noch geringe Preisgefälle ist sicher nicht der einzige Grund für den zeitweisen Wechsel nach Böhmen, denn hier ticken die Uhren in mancherlei Hinsicht anders.

So sieht man nirgendwo eine der sattsam bekannten „Männergruppen“, welche den öffentlichen Raum in Deutschland auf immer dreistere Weise okkupieren, wovon beispielsweise jeder Besucher der Dresdner Innenstadt ein Lied singen kann. Das gilt analog für ganzkörperverhüllte Frauen. Ebenso fehlen die protzigen Karossen ukrainischer Wehrdienstverweigerer.

Doch damit nicht genug: Weder die Statue des Heiligen Johannes von Nepomuk aus dem Jahre 1709 noch die Madonna mit dem Kind von 1788, welche beide am Straßenrand stehen, tragen irgendwelche Zeichen von Schändung, wie es auch sonst keine Graffiti oder Schmierereien an Wegweisern, Informationstafeln, Bushaltestellen oder anderen Bauwerken gibt. Welch ein Kontrast zur anderen Seite der Grenze, wo selbst uralte historische Steinkreuze aus dem Mittelalter oder unter Naturschutz stehende Felsen im Nationalpark Sächsische Schweiz mit islamischen Botschaften oder einfach nur hirnlosem Gekritzel verunstaltet werden.

Und noch etwas mutet anders an als in der benachbarten Bundesrepublik: Supermarktkassierer, Tankwarte, Friseure, Kellner und sonstige Beschäftigte im Handel oder dem Dienstleistungssektor agieren in aller Regel ungewöhnlich flink, effizient und freundlich, weil sie ganz offensichtlich gern arbeiten. Aber im EU-Land Tschechien gibt es eben kein großzügig bemessenes Bürgergeld. Vielmehr liegt der Sozialhilfesatz für eine vierköpfige Familie bei mageren 550 Euro pro Monat.

Deshalb sind auch keine Maßnahmen gegen Armutsflüchtlinge an der Grenze nötig, wohingegen die ständige Polizeipräsenz entlang der Fahrspur in Richtung Sachsen auffällt. Einreisen lassen die bundesdeutschen Beamten am Ende trotzdem jeden, der hierzulande Asyl begehrt.