30.04.2026

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Folge 10-24 vom 08. März 2024 / Kolumne / RAF Berlin

© Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 10-24 vom 08. März 2024

Kolumne
RAF Berlin
Vera Lengsfeld

Berlin wurde in helle Aufregung versetzt, als gemeldet wurde, dass die RAF-Terroristin Daniela Klette in Kreuzberg in ihrer Wohnung verhaftet wurde. Gefunden hat sie allerdings nicht die Polizei, sondern ein Fotograf, der mit Hilfe von KI ein Fahndungsfoto mit Fotos im Netz abgleichen ließ. Denn Klette lebte zwar unter falschem Namen, aber keineswegs versteckt. 

Sie war sogar auf Facebook aktiv und postete Bilder von ihren Kampftanz-Auftritten. Obwohl in den Medien Klettes Terroristen-Status mit den Zusatz „Ex-“ versehen wurde, war die Dame alles andere als inaktiv. Mit ihren Kumpanen Staub und Garweg überfiel Klette 2016 eine Bank im niedersächsischen Cremlingen bei Braunschweig. Insgesamt soll das Trio laut LKA für zwölf Raubüberfälle im norddeutschen Raum verantwortlich sein.

Im Jahr 1999 sollen sie bei einem Überfall auf einen Geldtransporter in Duisburg mithilfe einer Panzerfaust eine Million D-Mark erbeutet haben. Dafür lebte Klette allerdings sehr bescheiden, eher auf Sozialhilfeniveau. Ihre Kumpane, die von der Berliner Polizei jetzt mit Hochdruck gesucht werden, sollen in einer illegalen Wohnwagensiedlung in Friedrichshain gehaust haben. Der Wohnwagen wurde für eine gründliche Untersuchung abtransportiert, von den Bewohnern fehlt jede Spur. 

Die linksradikale „taz“ kritisierte den Einsatz als zu hart. Die inzwischen über 60-Jährigen hätten eine bürgerliche Existenz geführt. Eine bürgerliche Existenz mit einer Panzerfaust unter dem Bett und einer Handgranate griffbereit daneben? Etwas, wovon der gefährlichste Terrorist Deutschlands, Prinz Reuß, nur träumen konnte. Auch sonst geht in Berlin Einiges durcheinander. Als der Wohnwagenplatz untersucht wurde, sammelte sich eine partysüchtige Menge an. Kinder riefen lautstark: „Nazis raus“, und Zuschauer applaudierten.