27.08.2026

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Folge 10-24 vom 08. März 2024 / Aus den Landesgruppen der Landsmannschaft Ostpreußen e.V.

© Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 10-24 vom 08. März 2024

Aus den Landesgruppen der Landsmannschaft Ostpreußen e.V.

Baden-Württemberg

Vorsitzende: Uta Lüttich, Feuerbacher Weg 108, 70192 Stuttgart, Tel.:  0711 - 85 40 93, uta.luettich@web.de Geschäftsstelle: Haus der Heimat, Schloßstraße 92, 70176 Stuttgart, 2. Stock, Zimmer 219, Internet: www.low-bw.de

Ostermarkt

Stuttgart – Sonnabend, 16. März, 10 bis 16 Uhr, Haus der Heimat, Schlossstraße 92: 15. ostdeutscher Ostermarkt.


Bayern

Vorsitzender: Christoph Stabe, Ringstraße 51a, App. 315, 85540 Haar, Tel.: (089)23147021 stabe@low-bayern.de, www.low-bayern.de

Eisenbahn in Ostpreußen

Hof – Sonnabend, 9. März, 15 Uhr, Jahnheim, Jahnstraße 5: Die Eisenbahn in Ostpreußen

Hauptmann von Köpenick

Hof – Als Prominenten des Monats Februar stellte Kulturwart Bernd Hüttner den aus Tilsit stammenden Friedrich Wilhelm Voigt vor. Der am 13. Februar 1849 geborene Schuhmacher führte ein bewegtes Leben. Sein Husarenstück, die Besetzung des Köpenicker Rathauses und der Raub der dortigen Stadtkasse, ist vielen aus Theater und Film bekannt. 

Bereits als Jugendlicher wurde Voigt wegen Diebstahls zu einer 14-tägigen Haftstrafe verurteilt. Während seiner Wanderjahre als Schuhmacher, die ihn durch Pommern und Brandenburg führten, kam er immer wieder mit dem Gesetz in Konflikt und verbrachte wegen Diebstahl und Urkundenfälschung viele Jahre im Gefängnis.

Diese Vergangenheit hinderte ihn nach der Entlassung aus dem Zuchthaus, ein bürgerliches Leben zu führen. So wurde ihm der Aufenthalt im Großherzogtum Mecklenburg-Schwerin verboten. Auch in Berlin, wo er bei seiner Schwester Unterschlupf gefunden hatte, verwies man ihn des Landes. 

Mit einer, aus verschiedenen Uniformteilen zusammengestellten, Hauptmannsuniform übernahm er am 16. Oktober 1906 nach einem Wachwechsel das Kommando über eine Gruppe Gardefüsiliere. Er besetzte das Köpernicker Rathaus, verhaftete den Bürgermeister und beschlagnahmte den Inhalt der Stadtkasse. Auf sein Ergreifen wurde eine Belohnung von 3000 Mark ausgesetzt. Zehn Tage später wurde er, dank des Tipps eines ehemaligen Zellengenossen, verhaftet. Die vierjährige Haftstrafe hob Kaiser Wilhelm II. durch eine Begnadigung im August 1908 auf. 

Die „Köpenickiade“ machte Friedrich Voigt weltbekannt. Eine Grammophonaufnahme, seine Wachsfigur im Panoptikum „Unter den Linden“ und öffentliche Auftritte in Lokalen, auf Jahrmärkten und im Zirkus sorgten für Ärger bei der Obrigkeit. 1910 erhielt er einen Pass für Luxemburg, wo er überwiegend als Kellner und Schuhmacher arbeitete. Dank seiner Bekanntheit hatte er ein gutes Auskommen. Er besaß schon früh ein Automobil und kaufte sich 1912 ein Haus, in dem er bis zu seinem Tod am 3. Januar 1933 lebte. Im Alter von 72 Jahren starb er dort, verarmt und von einer Lungenkrankheit gezeichnet. 1961 kaufte der Zirkus Sarrasani für 15 Jahre sein Grab und stiftete einen Grabstein. Danach übernahm die Stadt Luxemburg die Pflege der Grabstelle. 

Carl Zuckmayer schrieb über die Ereignisse in Köpenick eine dreiaktige Tragikomödie, die 1931 uraufgeführt wurde. Im selben Jahr gab es die erste Verfilmung der Geschichte. Die bekannteste Version dürfte jedoch der Film mit Heinz Rühmann aus dem Jahr 1956 sein.Jutta Starosta


Bremen

Vorsitzender: Heinrich Lohmann, Geschäftsstelle: Parkstraße 4, 28209 Bremen, E-Mail: heinrichlohmann@gmx.de, Telefon (0421) 3469718

Tag der Archive

Bremen – Bis Sonnabend, 20. April, „Kapitel 8“, Bremische Evangelischen Kirche, Domsheide 8: Ausstellung des „Arbeitskreises Bremer Archive“ im Rahmen des Tags der Archive, der alle zwei Jahre am ersten Märzwochenende bundesweit stattgefunden hat, dieses Jahr unter dem Motto „Essen und Trinken“.

Auf Schautafeln und Vitrinen präsentieren 25 Archive der angeschlossenen Vereine und Institutionen ihre Schautafeln und Exponate. Die Ausstellung richtet einen besonderen Blick auf das kulturelle Erbe der Stadt und des Landes Bremen. Der Erhalt und die Verfügbarmachung des Kulturgutes zählen zu den wesentlichen Aufgaben der vielfältigen und vielschichtigen Archivlandschaft in Bremen und Bremerhaven. 

Die Landsmannschaft Ost- und Westpreußen e.V., Bremen ist Mitglied im Arbeitskreis und beteiligt sich an der Ausstellung mit einer Text- und Bildtafel zum Thema „Staesz-Pfefferkuchengewürz“ aus Nesse bei Bremerhaven. Ein Besuch der in der Innenstadt Bremens präsentierten Ausstellung ist empfehlenswert.Heinrich Lohmann


Hessen

Stellv. Vorsitzender: Gerd-Helmut Schäfer, Rosenweg 28, 61381 Friedrichsdorf, Telefon (0170) 3086700

Jahresprogramm

Wetzlar – Dienstag, 19. März, Gaststätte Zum Matchball, Tennisplatz, Bodenfeld: Kuno Kutz zeigt den zweiten Teil des Filmes „Pommern – wie es einmal war“. 

Dienstag, 16. April: Wolfgang Warnat spricht zum Thema „Ost- und Westpreußen im 20. Jahrhundert – Grenzverschiebungen nach dem Ersten und Zweiten Weltkrieg“. 

Dienstag, 14. Mai: Gerd-Helmut Schäfer informiert über die „Schwarzmeerdeutsche Mathilde Stein“, die von Odessa über das Wartheland und Sibirien nach Hamburg kam.

Dienstag, 11. Juni: Kuno Kutz zeigt den Film „Sudetenland wurde es genannt“. 

Sonnabend, 6. Juli: Grillfest. 

Dienstag, 17. September: Gerd-Helmut Schäfer referiert über „Masuren – Der Süden von Ostpreußen“. 

Dienstag, 15. Oktober: Wolfgang Post berichtet über eine Wanderung von der Oderquelle bis nach Cosel in Oberschlesien. 

Dienstag, 12. November: Wolfgang Warnat spricht über eine Reise nach Ostpreußen auf der Suche nach dem Leben der Vorfahren. 

Sonntag, 1. Dezember: gemeinsame Adventsfeier vom Bund der Vertriebenen und den Landsmannschaften in den Ratsstuben in Aßlar. 

Zum Kantjubiläum

Wiesbaden – Sonnabend, 16. März, 15 Uhr, Haus der Heimat, Wappen-Saal, Friedrichstraße 35: „Bestimme dich aus dir selbst!“, Vortrag von Dieter Schetat zum 300. Geburtstag des Königsberger Philosophen Immanuel Kant. Ein Nachmittag mit Kant lohnt immer! Zuvor gibt es Kaffee und Kuchen.

Gemeinsames Mittagessen

Wiesbaden – Donnerstag, 21. März, 12 Uhr, Gaststätte Haus Waldlust, Wiesbaden-Rambach, Ostpreußenstraße 46: Gemeinsames Mittagessen á la carte. Wegen der Platzdisposition bitte anmelden bis spätestens 15. März bei Helga Kukwa unter Telefon (0611) 373521 oder Ilse Klausen unter Telefon (06122) 14808.


Niedersachsen

Vorsitzende: Dr. Barbara Loeffke, Alter Hessenweg 13, 21335 Lüneburg, Tel.: (04131)42684, Schriftführer und Schatzmeister: Hilde Pottschien, Volgerstraße 38, 21335 Lüneburg, Tel.: (04131)7684391. Bezirksgruppe Lüneburg: Helmut E. Papke, Süllweg 7, 29345 Unterlüß, Tel.: (05827) 4099850. Bezirksgruppe Braunschweig: Fritz Folger, Sommerlust 26, 38118 Braunschweig, Tel.: (0531) 2509377. Bezirksgruppe Weser-Ems: Otto v. Below, Neuen Kamp 22, 49584 Fürstenau, Tel.: (05901) 2968

Sagen und Märchen

Oldenburg – Mittwoch, 13. März, 15 Uhr, Stadthotel: Wir machen einen Abstecher in die Welt der ostpreußischen Sagen und Märchen. Mitglieder und Freunde sind herzlich willkommen.Gisela Borchers


Schleswig-Holstein

Vorsitzender: Dieter Wenskat, Horstheider Weg 17, 25365 Offenseth- Sparrieshoop, Tel.: (04121) 85501, E-Mail: dieter.wenskat@gmx.de

Monatstreffen

Burg auf Fehmarn – Dienstag, 12. März, 15 Uhr, Haus im Stadtpark: Hubertus Hilgendorff aus Flehm hält einen Vortrag bei der Landsmannschaft „Ost- Westpreußen und Danzig“ über die Trakehnerzucht und ihre Organisation. Gäste sind herzlich willkommen!


Angerburg

Kreisvertreter: Wolfgang Schiemann, Gst.: Meike Dreyer, Landkreis Rotenburg (Wümme), Postfach 1440, 27344 Rotenburg (Wümme), Telefon (04261) 9833100, Fax (04261) 9833101

Heimatpolitische Tagung

Rotenburg (Wümme) – Die Kreisgemeinschaft Angerburg und der Landkreis Rotenburg (Wümme) haben zur traditionellen 66. Heimatpolitischen Tagung ins Ratsgymnasium nach Rotenburg (Wümme) eingeladen. Die Veranstaltung am 17. und 18. Februar im 70. Jahr des Bestehens der Patenschaft hatte die gemeinsame Geschichte der beiden Regionen Ostpreußen und Hannover zum Thema. Kreisvertreter Wolfgang Schiemann konnte im gut besetzten Sitzungssaal neben vielen Ostpreußen und interessierten Besuchern aus Rotenburg (Wümme) auch einige politische Vertreter der Region begrüßen.

Den Auftakt bildete der Vortrag „Hannover – vom Königreich zur preußischen Provinz“ des Historikers Dr. Thomas Klingebiel. Er beleuchtete die Hintergründe der Annexion des Königreichs Hannover durch Preußen im Zuge des Deutschen Kriegs von 1866 und der Bildung des Norddeutschen Bundes unter der Führung Preußens. Zu diesem Zeitpunkt waren Ostpreußen und die Region Hannover im preußischen Staat vereinigt. Neben einigen welfischen Strömungen, die eine Eigenständigkeit beziehungsweise eine engere Verbindung zu England anstrebten, gab es in der Region Hannover auch Bewegungen wie den deutschen Nationalverein (gegründet 1859), der später in der Nationalliberalen Partei aufging, die einen einheitlichen Nationalstaat als Ziel hatten.

Im Anschluss begeisterte Heinrich Prinz von Hannover mit einem reich bebilderten und spannenden Streifzug, gespickt mit vielen Anekdoten, durch seine eigene Familiengeschichte ab 1860 die Zuhörer. Die nach der Annexion 1866 nach Österreich exilierte welfische Königsfamilie bildete durch den Familiensitz in Gmunden im Salzkammergut, der guten Beziehung zu Ludwig Windhorst von der Zentrumspartei und Hochzeiten mit dem dänischen Königshaus über Jahrzehnte immer wieder einen Gegenpol zu Preußen. Diese verwalteten wiederum den Welfenfonds und Reichskanzler Otto von Bismarck setzte dessen Ertrag zur Bekämpfung „welfischer Umtriebe“ ein und auch der Bayernkönig Ludwig II. bekam als Gegenleistung für seine Zustimmung zur Kaiserkrönung 1871 hohe Zahlungen aus dem Fonds. Erst durch die Hochzeit von Prinzessin Viktoria Luise, einzige Tochter von Kaiser Wilhelm II., mit Ernst August von Braunschweig, dritter Sohn des letzten Kronprinzen von Hannovers, Ernst August, Herzog von Cumberland, im Jahr 1913 fand die Aussöhnung zwischen Welfen und Hohenzollern statt. Als besonderes Highlight zeigte der Vortragende einen kurzen Filmausschnitt aus dem Jahre 1912, wo sich seine beiden Urgroßväter Kaiser Wilhelm II. und der Herzog von Cumberland bei einem Empfang des deutschen Kaisers durch Kaiser Franz Joseph in Wien auf dem Bahnhof unterhielten.

Die musikalische Begleitung der Veranstaltung übernahmen wie in den Vorjahren die Bömsholzer Jagdhornbläser. Nach gemeinsamen Elchbratenessen klang der erste Tag nach vielen, interessanten Gesprächen am späten Abend aus.

Am Sonntagmorgen informierte Dr. Christoph Hinkelmann detailgetreu, und mit von Walter von Sanden-Guja selbst aufgenommenen Farbfotos, über das Leben und Wirken Sanden-Gujas und das seiner Ehefrau Edith, die ein naturverbundenes, zurückhaltendes Leben führten. Der Heirat im April 1914 folgten durch den ersten Weltkrieg schwere Zeiten. Erst Ende der 1920er Jahre fand Walter von Sanden-Guja mehr Zeit für seine Natur- und Tierbeobachtungen am Nordenburger See in Ostpreußen. Er veröffentlichte viele kleine, liebevolle Geschichten, wie zum Beispiel die über sein ungewöhnliches Haustier, den Fischotter, und die weltweit erstmalige Entdeckung der Birkenmaus. Die Ehefrau Edith beschäftigte sich mit Tierplastiken und –malereien. Durch die Flucht zum Ende des zweiten Weltkrieges siedelte die Familie zunächst nach Kärnten über, um später am Dümmer See in Niedersachsen eine neue Heimat zu finden, wodurch sich der Kreis zwischen Ostpreußen und der Region Hannover wieder schloss.

Die zufriedenen Besucher sangen zum Abschluss das Ostpreußenlied und machten sich mit vielen neuen Eindrücken auf den Heimweg. Ein Wiedersehen im nächsten Jahr ist fest eingeplant.

Björn Bröcher, Stellvertretender Kreisvorsitzender


Elchniederung

Kreisvertreter: James-Herbert Lundszien, Fritz-Reuter-Straße 24, 24601 Wankendorf, Telefon (04326)2195, GF: Barbara Dawideit, Am Ring 9, 04442 Zwenkau, Telefon/Fax (034203) 33567

Odyssee einer Orgel 

Es wurde schon oft in der Kreisgemeinschaft Elchniederung über eine Orgel für die Kirche in Heinrichswalde gesprochen. 

Vor etwa einem Jahr meldete sich der Orgelbauer Jörg Naß aus Rheine mit der Neuigkeit, dass er eine Orgel in Hamburg zu einem symbolischen Preis von der Evangelischen Lutherischen Kirchengemeinde Sasel gekauft habe bei Peter Westphal. Naß wolle sie in der evangelischen Kirche in Heinrichswalde wieder aufbauen. Kurz darauf gab es einen Austausch zwischen der Gemeinde und der Kreisgemeinschaft Elchniederung, die nachfragte, ob und wie sie helfen könne. Der inoffizielle Beschluss, die Orgel in Sasel abzubauen und nach Heinrichswalde zu verbringen, war gefasst. Naß begann die Orgel bei Eiseskälte abzubauen und benötigte dazu alle Hilfe, teilweise waren die Stücke drei Zentner schwer, sodass viele Kirchspielvertreter mit anpackten und auch deren Freunde. Nach der Delegiertenversammlung im September wurde Naß zur Sitzung eingeladen, um eine Kostenvereinbarung zu beschließen. Da die Saseler Kirche bald abgerissen werden sollte, mussten zwei Container gemietet werden, in denen die Orgeleinzelstücke nach Ostpreußen verbracht werden konnten. In Heinrichswalde waren die Arbeiten jedoch noch nicht so weit fortgeschritten, dass die Orgel bereits aufgebaut hätte werden können, aber eine Lagerung im Container war auch nicht möglich, da das Instrument auch in seinen Einzelteilen belüftet und beheizt werden muss. Da bot sich der große Gottesdienstraum der evangelischen Kirche an, der ebenfalls mit Hilfe der Kreisgemeinschaft Elchniederung hergerichtet worden war. 

Nun startete die Bürokratie; Barbara Dawideit hatte in Heinrichswalde nach unserer Vereinbarung mit Naß mit den zuständigen Verantwortlichen für die Sanierung des Kulturhauses Gespräche geführt, um für den Transport der Orgel Papiere für den Zoll und die Übereignung anzufordern. Leider fehlten auf den Papieren Unterschrift und Stempel, die erst im November eingeholt werden konnten. 

Nun hatte Jörg Naß die erforderlichen Unterlagen, um beim Zoll vorzusprechen, ob eine Ausfuhr der Orgel möglich sei. Wegen des Embargos der EU ist eine Ausfuhr von beweglichen Musikinstrumenten verboten. Im Münster fand Naß dann endlich einen Zollbeamten (ein Sohn ostpreußischer Eltern), der bestätigte, dass eine Orgel nicht unter das Embargo fällt. Jetzt musste ein Spediteur gefunden werden; eine einzige Spedition gab die Zusage, die Orgel bis nach Heinrichswalde zu liefern, alle anderen hätten nur bis zur russischen Grenze geliefert. Einzige Bedingung war, dass die Orgel in Kartons verpackt ist. 

Im Januar haben viele fleißige Helfer der Kreisgemeinschaft die Orgelteile in 140 Kartons verpackt und mit Nummern und Anschrift versehen. Eine weitere Hürde war der Transport der Orgelkartons nach Nienburg zum Spediteur, und zwar in einem Möbeltransporter, der mit viel Muskelkraft beladen wurde. Naß, der den Transport eigentlich begleiten wollte, hatte zu diesem Zeitpunkt noch kein freigegebenes Visum. Ein weiteres Hindernis war die Farbe der Papiere, die hätten nicht in schwarz-weiß sein dürfen, weshalb der LKW an der polnischen Grenze gestoppt wurde, bis eine Farbversion zugeschickt worden ist. Derweil befreite der Kirchspielvertreter von Gowarten/Kreuzingen den Weg zum Nebeneingang des Gemeindehauses vom Schnee und räumte den vorgesehenen Lagerplatz in diesem frei. Ein nächster Schrecken kam, als ein Gutachten angefordert wurde, dass es sich bei dem Instrument nicht um eine historische Orgel handele, das über Pastor Schöneberg in Hamburg eingeholt werden konnte. Dennoch ließ der polnische Zoll die Orgel nicht passieren. So ging es zurück zur polnischen Zweigstelle der Spedition, um alle Kartons in einen litauischen LKW umzuladen. Dieser versuchte den Weg über die litauisch-russische Grenze, allerdings erst eine Woche später. Dieser Verzug hatte nur den Vorteil, dass inzwischen das Visum für den Orgelbauer Naß vorlag, der mit seiner Frau privat bis an die litauische Grenze gefahren, zu Fuß bis nach Tilsit gelaufen ist, um mit dem Bus in Heinrichswalde anzukommen. 

Am Montag, 29. Januar, kam dann der erlösende Anruf der Spedition, dass der Lkw über die Grenze gefahren und auf russischem Gebiet auf dem Weg nach Heinrichswalde sei. 

Naß und alle Helfer schleppten die nun sehr ramponierten Kartons in den Gemeinderaum. 

Leider war ein geordnetes Stapeln nicht möglich, es ist zu hoffen, dass nichts verloren gegangen ist, außerdem sieht der Gemeinderaum nicht gerade ansehnlich aus, wie es mit der Kirchenleitung abgesprochen war. Um dem etwas abzuhelfen, hat die Kreisgemeinschaft beschlossen, den Lagerbereich mit einer Leichtwand zu verkleiden. 

Der Zeitpunkt, an dem die Orgel aufgebaut sein wird, steht noch nicht fest. Und dennoch ist es ein Herzenswunsch des Unterzeichners, dass sie aufgebaut und von vielen Menschen gehört werden kann. Wer einen finanziellen Beitrag dazu leisten kann, der wende sich gern an die Kreisgemeinschaft. Dieter Wenskat 

Ostpreußenfahrt im Sommer

Die Reise über Pommern nach Ostpreußen mit Bus und Schiff findet von Donnerstag, 27. Juni, bis Sonntag, 7. Juli, statt. 

1. Tag: Fahrt ab Lehrte mit Zustieg in Potsdam, Führung durch Schloss Sanssouci, Stadtführung in Stettin, Übernachtung im Schlosshotel „Bernsteinpalast“ in Pommern, dem früheren Gutshaus Strekenthin.

2. Tag: Auf den Spuren von Bismarck in Pommern: Führung in Schloss Varzin, heute eine Forstfachschule, Besuch der Villa Red in Stolpmünde, einstige Sommerresidenz des „Eisernen Kanzlers“. Übernachtung im pommerschen Ferienort Leba.

3. Tag: Halbinsel Hela und Danzig, Busfahrt über die Halbinsel Hela und anschließend Schiffsfahrt von Hela durch die Danziger Bucht nach Gdingen. Besichtigung der Dreistadt Gdingen-Zoppot-Danzig. Stadtführung und Übernachtung in Elbing.

4. Tag: Preußische Schlösser im Oberland: Wir besuchen die Ruine des Dohna-Schlosses Schlobitten, danach Fotostopp in Finckenstein und Januschau. Nach einem Fotostopp am Oberländischen Kanal werden wir in Osterode zu einem gemütlichen Kaffeetrinken bei der „Deutschen Gesellschaft Tannen“ in Osterode erwartet. Übernachtung im restaurierten einstigen Gut Gallingen südlich von Bar-tenstein. 

5. Tag: Allenstein und Masuren: Nach einer Führung über Gut Gallingen besuchen wir die Hauptstadt des Ermlandes und Masurens – Allenstein. Neben der Stadtführung wird der Besuch in der Stiftung Prussia ein besonderer Höhepunkt dieses Tages sein. Anschließend geht es weiter nach Masuren. In der Nähe von Rastenburg besuchen wir mit Eichmedien ein weiteres einstiges deutsches Gutshaus in Ostpreußen, dass vorbildlich restauriert ist und heute als Gästehaus und Firmenzentrale genutzt wird. In Zondern besuchen wir das Anwesen der Familie Dikti. Die Familie lebt hier schon seit mehr als 200 Jahren und hat Höhen und Tiefen der Geschichte Ostpreußens miterlebt. Frau Dikti erzählt aus ihrem bewegten Leben beim Rundgang durch das Bauernhofmuseum. Dazu gibt es den leckeren selbst gebackenen Kuchen der Hausfrau. Unser heutiger Übernachtungsort ist Lötzen. Bei der Stadtführung hat man einen besonders schönen Ausblick vom renovierten und per Lift zugänglich gemachten Lötzener Wasserturm.

6. Tag: Masurenrundfahrt: Wir besuchen Nikolaiken, von hier geht es per Schiff ganz in den Süden Masurens nach Niedersee [Ruciane Nida] am Rande der Johannisburger Heide. In Eckertsdorf besichtigen wir das Philliponen-kloster und auf der Kruttinna werden wir zu einer romantischen Bootsfahrt erwartet. Am Abend wollen wir in Lötzen noch die Feste Boyen näher erkunden.

7. Tag: Tauroggen und Memelland: Heute geht es vom Gebiet der Republik Polen in das der Republik Litauen, in Tauroggen besuchen wir symbolisch den für Preußen so wichtigen Ort der Konvention gegen Napoleon. Danach geht es auf den Rambynas im Memelland mit einem Blick hinüber nach Ragnit und Tilsit. Unser Übernachtungsort wird Heydekrug sein.

8. Tag: Zur freien Verfügung. Für alle, die daran interessiert sind, wird die Reiseleitung einen fakultativen Tagesausflug zu Fuß über die Luisenbrücke nach Tilsit und in die Elchniederung vorschlagen. Für alle anderen besteht die Möglichkeit, den Tag individuell zu gestalten oder an einem Ausflug in das Memeldelta mit der Rus-Insel teilzunehmen.

9. Tag: Nach dem Frühstück fahren wir mit dem Schiff durch das Memeldelta und vorbei am Windenburger Eck über das Kurische Haff nach Nidden. Nach einer Fahrt per Bus auf die Hohe Düne bleibt der Nachmittag in Nidden zur freien Verfügung.

10. Tag: Nidden, Memel und Polangen: Am Vormittag geht es mit unserem Gästeführer durch Nidden mit Besuch des Thomas-Mann-Hauses, des alten Friedhofs und der evangelischen Kirche. Anschließend erreichen wir Memel, bei der Stadtrundfahrt wird auch der von der deutschen Minderheit gepflegte Soldatenfriedhof besucht. Am Nachmittag wollen wir den litauischen Badeort Polangen mit einer Führung durch das sehr sehenswerte Bernsteinmuseum besuchen. Gegen Abend steht noch ein Altstadtspaziergang durch Memel und ein Abendessen in einem hübschen Restaurant in der Memeler Altstadt auf dem Programm, bevor wir unsere Außenkabinen auf der Fähre nach Kiel beziehen.

11. Tag: An diesem Seetag haben wir die Möglichkeit, die vielen Eindrücke unserer Reise gemeinsam Revue passieren zu lassen, bevor unsere Fähre gegen 19.30 Uhr in Kiel festmacht. Von hier Heimreise mit Ausstiegsmöglichkeiten am Hauptbahnhof in Kiel, am Hauptbahnhof in Hamburg sowie in Lehrte.

Informationen zur Reise und die genaue Reisebeschreibung kann erfragt werden bei Dieter Wenskat, Telefon (04121) 85501 oder Hubert Geiger, Telefon (07462) 565.


Rastenburg

Kreisvertreter: Hubertus Hilgendorff, Tel. (04381) 4366, Dorfstr. 22, 24327 Flehm. Geschäftsstelle: Patenschaft Rastenburg: Kaiserring 4, 46483 Wesel, Tel. (0281) 26950

Treffen in Rastenburg 

Rastenburg – Mittwoch, 1. Mai, Tag der Arbeit, bis Donnerstag, 9. Mai, Christi Himmelfahrt: gemeinsame Busfahrt nach Rastenburg. Als Ausgangs- und Endpunkte der Fahrt sind Magdeburg und Berlin geplant. 

Wer Interesse daran hat, sollte sich umgehend bei Rita Kalmbach unter Telefon (039245) 2828 oder per E-Mail: er-kalmbach@t-online.de melden.

Alternativ gibt es noch die Möglichkeit der eigenen Anreise per Auto, Eisenbahn oder Flugzeug und Leihwagen. Vor Ort können dann gemeinsame Unternehmungen verabredet werden. 

Bitte dann individuell die Zimmer innerhalb des Zeitfensters vom 1. bis 12. Mai im Hotel Koch, ul. Sportowa 1, PL-11-400 Kętrzyn, E-Mail: kochsportowa@wp.pl, Telefon (0048 89) 7511093, buchen.