26.04.2026

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Folge 10-24 vom 08. März 2024 / Leserforum

© Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 10-24 vom 08. März 2024

Leserforum

„Russischer“ Kant 

Zu: „Einer der größten Denker unserer Zeit“ (Nr. 7)

Der Autor erwähnt in seinem Artikel, dass Königsbergs Philosoph Immanuel Kant laut dem russischen Präsidenten Wladimir Putin eigentlich russischer Bürger und einer der größten Denker seiner Zeit gewesen sei. Kants Aufruf, nach dem eigenen Verstand zu leben, sei heute sehr aktuell. Es erfüllt wahrlich mit Hoffnung, dass Putin so große Stücke auf die Gedanken des „russischen“ Aufklärers Kant hält, und es ist erfreulich, dass dies den Lesern der PAZ so getreu berichtet wird.

Georg Schirmers Köln






Völkerrechtliche Folgen

Zu: Der Triumph des linken Spießers (Nr. 7)

Der Aufstand der Anständigen oder Weckruf an die demokratische Mitte, wie der Bundespräsident, hochrangige Regierungsvertreter, Politiker bis hin zur CDU/CSU-Opposition und die regierungsfreundlichen Medien die Demos „gegen Rechts“ für sich instrumentalisieren, ist eine bei „Correctiv“ und anderen vom Tropf der staatlichen Steuergelder alimentierten NGOs bestellte Inszenierung.

Rechtzeitig vor den Wahlen in Brandenburg, Thüringen und Sachsen wird so eine rein fiktive Bedrohung durch die AfD, die Anhänger Maaßens, Spediteuren, Handwerkern, Bauern und den Russen heraufbeschworen. Auf dass sich die Wähler um das Zeichen der Ampel scharen, auf dass sie mit der ihr eigenen Führungsstärke und den Weg erleuchten möge, den heraus aus der Klimakrise, den zu einem gerechten Frieden in der Ukraine mit Russland als Verlierer und den aus der Abhängigkeit des Wohlstands von der Wirtschaftskraft unseres Landes. 

Die Abkehr von fossilen russischen Brennstoffen wird uns als unvermeidlich und dem Sieg der gerechten Sache geschuldet verkauft. Dass sehr wahrscheinlich die von uns so großzügig beschenkte Ukraine uns ihre Dankbarkeit ausgerechnet dadurch vor Augen führte, dass sie die Infrastruktur zur Versorgung unseres Landes mit Erdgas in die Luft jagen ließ – Stichwort: Nordstream-Sprengung–, wird abgetan. Dabei wird jede Fehlentwicklung bei uns nach Art einer tibetanischen Gebetsmühle immer wieder mit dem russischen Angriff auf die Ukraine gerechtfertigt.

Wohlgemerkt: Der Wissenschaftliche Dienst des Deutschen Bundestages hatte die Politik schon zu Beginn der Auseinandersetzung davor gewarnt, ukrainische Soldaten in Deutschland auszubilden, weil wir damit in diesem Krieg zum Kombattanten würden. Diese rote Linie haben wir längst überschritten.

Dr. Joachim Meier zu Uphausen, Oldenburg






Chemische Reaktionen

Zu: Die dunklen Schatten des „grünen“ Wasserstoffs (Nr. 6)

Der „grüne“ Wasserstoff wird groß herausgestellt, und groß angelegte Produktionsstätten sollen staatlich gefördert werden, Wasserstoffgas gilt aber als besonders explosiv. Wir haben doch noch in Erinnerung, wie beim havarierten japanischen Atomkraftwerk das Dach in die Luft flog. Bekanntlich hat dieser Vorgang die frühere Kanzlerin Merkel von einer Atomkraftbefürworterin zur Atomkraftgegnerin bekehrt. Das war damals natürlich keine nukleare Wasserstoffexplosion, sondern eine chemische. Aber in meiner Wohnung will ich auch keine chemische Explosion haben.

Kommen wir nun zur Wärmepumpe. Wenn diese über das Erdreich betrieben wird, gefriert der Boden, was sich nachteilig auf das Mikroklima auswirkt. Sollte das flächendeckend betrieben werden, könnten wir womöglich eine Permafrostgegend bekommen? Das alles wird in der Öffentlichkeit kaum diskutiert.

Besonders hat man es auf CO₂ abgesehen. Kohlendioxid ist aber ein Lebensstoff, ohne den nichts auf der Erde leben könnte. Wird der Kampf gegen CO₂ nicht übertrieben, um eine ideologische Wahnvorstellung durchzusetzen? Und wenn man CO₂ reduzieren will, dann eignen sich dafür besonders Bäume. Denn Bäume filtern CQ₂ aus der Luft heraus. Ich lese aber in der Zeitung, dass in Hessen der Reinhardswald abgeholzt wird, um dort Windräder aufzustellen. Da kocht bei mir die Frage hoch, von wem wir eigentlich regiert werden?

Gerhard Synowzik, Stadtoldendorf 






Nachhilfe bei Herrn Kujat

Zu: „Wir steuern auf ein Zeitalter großer Konflikte zu“ (Nr. 6)

Seit längerer Zeit schon Pensionär, spricht General a.D. Harald Kujat mit seiner Klarsichtigkeit den meisten Menschen dieser Republik, die noch an vernunftbegabte Lösungen glauben wollen, aus dem Herzen. Legt man seine fachmännische Analyse des Weltgeschehens zugrunde, besteht kein Anlass, in Panik zu geraten. Bei der Beurteilung der militärischen Stärke Russlands und Chinas sieht er deutliche Defizite, die zwar auszugleichen wären, die momentan aber deren militärische Möglichkeiten noch begrenzen. 

Im Gegensatz zur derzeit in unseren europäischen Ländern vorherrschenden (oder absichtlich geschürten) Angst vor einer weiteren kriegerischen Auseinandersetzung erinnert er an die noch gar nicht ausgeschöpften politischen Möglichkeiten, mit Verhandlungen zu vertrauensbildenden Maßnahmen zurückzukehren, wie es Anfang der 1990er Jahre der Fall war. Er sieht in der Verteidigung eines Landes in erster Linie eine nationale Aufgabe, die in den letzten Jahren nicht den Stellenwert hatte, der erforderlich gewesen wäre, um als ernsthafte Wehrkraft wahrgenommen zu werden. 

Ebenso hat sich in Ermangelung einer gemeinsamen europäischen Außenpolitik – für Deutschland nachteilig – die zu starke Bindung an die fehlerhaften politischen Entscheidungen der USA in den letzten Jahren gezeigt. Es wird in dem Beitrag deutlich, dass das neue Ziel eine starke Bundeswehr sein muss, die sich auf Augenhöhe mit denkbaren Gegnern bewegt. Aus seinem Beitrag ist kein aggressives Moment gegen irgendeine politische Kraft oder ein Land zu erkennen, sondern sein Blick ist auf die weltweiten Veränderungen gerichtet, wo sich die Machtblöcke zunehmend fließend verschieben.

Hier ist er unseren derzeit die Geschicke Deutschlands leitenden Politikern meilenweit voraus, die das Wort „Verhandlungen“ aus ihrem diplomatischen Wortschatz gestrichen zu haben scheinen, und denen in Verbindung mit dem Ukrainekrieg zu dessen Lösung nur noch Waffenlieferungen in dieses Krisengebiet einfallen. 

Wir können aus seinem Beitrag folgern, dass eigenverantwortliche Politik bedeutet, dass man sich eben nicht – sowohl politisch als auch militärisch – in der Hoffnung an den Rockzipfel einer Großmacht hängt, diese könne mit schützender Hand Schlimmeres verhindern. Spätestens seit der Vereinigung beider deutscher Staaten ist Souveränität gefordert und der Wille, gemeinsam mit den europäischen Nachbarn über Verteidigung nachzudenken, statt sich weltweit in Militärbündnissen zu verstricken. 

Zunächst ist es die vornehmste Aufgabe der nationalen Politik, den Bedarf eines Volkes (im Weiteren der europäischen Gemeinschaft) ideologiefrei zu ermitteln. Es ist ein sinnloses Ziel, wenn man glaubt, Nachbarn ausgrenzen oder gar wirtschaftlich durch Boykotte ruinieren zu können. Die internationale Aufgabe liegt darin, über alle politischen Ausrichtungen und Regierungsformen hinweg zu einer gemeinsamen Willensbildung zu gelangen, die zur Vermeidung von Ungleichgewichten führt und damit das Existenzrecht und den Friedenswillen nach außen deutlich erkennen lässt. Hier wird dann auch der notwendige Rüstungsbedarf erkennbar und Wettrüsten vermeidbar. 

Eine Nachhilfestunde bei Herrn Kujat wäre zur Auflösung der Unbedarftheit für alle unsere Politiker eine lohnende Investition.

Rudolf Neumann, Ahrensburg