Nach der Verhaftung der RAF-Terroristin Daniela Klette kam es zu einer Welle der Solidarisierung innerhalb der linken Szene. So geisterten massenhaft Appelle durch die Sozialen Medien, Klette freizulassen und den „Staatsterrorismus“ gegen Links zu stoppen. „Straßenkünstler“ wünschten der Festgenommenen und deren noch in Freiheit befindlichen Mittätern „Viel Glück und Kraft!“
Darüber hinaus sandten die Linksextremisten, die den Anschlag auf die Stromversorgung des Tesla-Werkes in Brandenburg verübten, unzweideutige „Grüße an alle auf der Flucht, im Untergrund, in den Gefängnissen und im Widerstand“. Ähnlich radikale Unterstützer der untergetauchten RAF-Täter sabotierten sogar die Fahndungsmaßnahmen nach Klettes mutmaßlichen Komplizen Ernst-Volker Staub und Burkhard Garweg, indem sie öffentlich die Bewegungen der Fahrzeuge der Fahnder meldeten.
Parallel hierzu verbreitete das linksextreme Zentrum „Rote Flora“ in Hamburg über den Kurznachrichtendienst X: „Hoffentlich kriegen sie euch nie!“ Dahingegen beklagte das linksextreme Netzwerk Rote Hilfe e.V. die „jahrzehntelange Verfolgungswut“ und das „staatliche Rachebedürfnis“ zulasten der RAF.
In die gleiche Kerbe hackte die Tageszeitung „taz“. Hier verkündete der Auslandskorrespondent des Blattes, Jürgen Gottschlich, unter dem Titel „Härte statt Vernunft“: „Der Staat tut so, als seien die drei ehemaligen RAFler heute noch die Staatsfeinde Nummer 1. Er hätte ihnen längst die Hand reichen können … Hat Deutschland im Jahr 2024 eigentlich keine anderen Probleme, als RAF-RentnerInnen zu jagen?“ Gleichzeitig entschuldigte der „taz“-Journalist die 13 Raubüberfälle, die Klette, Staub und Garweg zur Last gelegt werden, mit den Worten: „Dabei wollten die drei vermutlich nur ein ganz bürgerliches Leben führen; ihre Straftaten, die sie dann noch verübt haben sollen, dienten dem Lebensunterhalt im Untergrund, weil sie ja aus dem Untergrund nicht auftauchen konnten.“
Außerdem wäre da noch die Wortmeldung des am Tage der Verhaftung Klettes ins Leben gerufenen Bundesarbeitskreises Klassenkampf der Jugendorganisation der Partei Die Linke namens „linksjugend.solid“. Auf die Forderung „Freiheit für Daniela Klette“ folgte die Behauptung, die Rote Armee Fraktion habe gegen einen Staat gekämpft, „der bis zum Erbrechen durchsetzt von Nazis war“, weswegen auch viele RAF-Opfer angeblich „NS-Verbrecher“ gewesen seien.
Daher müsse man die fortwährende Verfolgung der RAF als Versuch des Staates ansehen, die „bis heute ausbleibende Entnazifizierung“ Deutschlands auf ewig hinauszuzögern.W.K.


