23.04.2026

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Folge 12-24 vom 22. März 2024 / Vorgeschichte / Der erste Anlauf gipfelte in einem Mord / 1992 überfielen türkischstämmige „Antifaschisten“ ein Treffen von „Rechten“ und töteten einen Teilnehmer

© Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 12-24 vom 22. März 2024

Vorgeschichte
Der erste Anlauf gipfelte in einem Mord
1992 überfielen türkischstämmige „Antifaschisten“ ein Treffen von „Rechten“ und töteten einen Teilnehmer

Das historische Vorbild der Migrantifa ist die Antifaşist Gençlik, zu Deutsch „Antifaschistische Jugend“, welche Ende der 1980er Jahre in den Berliner Bezirken Wedding, Neukölln und Kreuzberg entstand und dann Ableger in einigen westdeutschen Großstädten bildete. Sie orientierte sich an der Strategie der linksterroristischen Gruppierung Devrimci Yol (Revolutionärer Weg) in der Türkei, die darin bestand, mit Hilfe unbewaffneter wie auch bewaffneter „Widerstandskomitees“ den „Faschismus“ zu bekämpfen und in diesem Zusammenhang „befreite Gebiete“ zu schaffen. 

Die Geschichte des Devrimci Yol endete 1985 infolge seiner Zerschlagung durch den türkischen Staat, während sich die Antifaşist Gençlik 1994 selbst auflöste, nachdem sie zunächst relativ starken Zulauf erhalten hatte. Verantwortlich für das Ende war ein Terroranschlag gegen deutsche „Rechte“. 

In der Nacht vom 3. zum 4. April 1992 besuchten der Kandidat des Vereins „Die Nationalen“ für die Wahlen zu den Berliner Bezirksverordnetenversammlungen, Gerhard Kaindl, der Berliner Landesvorsitzende der Republikaner, Carsten Pagel, der Verleger Dietmar Munier, der stellvertretende Chefredakteur der Wochenzeitung „JUNGE FREIHEIT“, Thorsten Thaler, und drei weitere Personen ein chinesisches Restaurant in Berlin-Neukölln. Dabei wurden sie von einer siebenköpfigen Gruppe angegriffen, die Kaindl tötete und Thaler schwer verletzte. 

Nach anderthalb Jahren erfolgloser Ermittlungen im Antifa-Milieu stellte sich im November 1993 ein Jugendlicher der Polizei und belastete die Antifaşist Gençlik. Daraufhin erfolgte im September 1994 Anklage gegen sieben Personen kurdischer oder türkischer Herkunft wegen gemeinschaftlichen Mordes, versuchten Mordes und gefährlicher Körperverletzung – wobei der Hauptverdächtige aber flüchtig war und auch später nie gefasst werden konnte. Fünf Täter kamen im November 1994 mit sehr milden Strafen davon, welche massive Kritik auslösten. Drei der Täter erhielten jeweils drei Jahre Freiheitsentzug wegen Körperverletzung mit Todesfolge und zwei der Angreifer Bewährungsstrafen von 15 Monaten. Ein weiterer Tatbeteiligter war untergetaucht, und ein Angeklagter konnte sich sogar über einen Freispruch freuen. 

Dennoch kam es nachfolgend sogar zu Protesten seitens der linken Szene. Der Prozess sei politisch motiviert gewesen und das Ermittlungsverfahren einseitig geführt worden. Angesichts dieser vermeintlichen Repressionen durch den Staat und aufgrund der daraus resultierenden Diskussionen über den künftigen Kurs der Gruppierung zerbrach die Antifaşist Gençlik. W.K.