Nach Ansicht der Migrantifa tragen die deutschen Behörden und Sicherheitsorgane eine erhebliche Mitschuld am blutigen Verlauf des Anschlags von Hanau, bei dem ein psychisch kranker Deutscher an zwei Örtlichkeiten im Zentrum der hessischen Stadt binnen kürzester Zeit neun Menschen mit Immigrationshintergrund erschoss. Die Kritik entzündet sich dabei unter anderem am Verhalten der Polizei vor und während der Tatnacht, der angeblich zu leichtfertigen Erteilung von Waffenbesitzkarten für den Täter, der schlechten Erreichbarkeit der Notrufzentrale sowie dem Umgang mit den Angehörigen der Opfer.
Aus all dem leitete die Migrantifa den Vorwurf ab, dass der Staat versagt habe und Blut an den Händen „der Bullen“ klebe. So soll die Polizei beispielsweise für den unzulässigerweise verschlossenen Notausgang der „Arena-Bar“ verantwortlich gewesen sein. Auf diese Weise – so die Migrantifa – wollten die Sicherheitskräfte ein Entkommen von Gästen des Lokals bei polizeilichen Razzien verhindern. Das habe Menschenleben gekostet.
Tatsächlich verhielt es sich ganz anders, wie der Hanau-Untersuchungsausschuss des Hessischen Landtages in seinem Abschlussbericht vom 28. November 2023 feststellte. Sämtliche Behauptungen, der Betreiber der „Arena-Bar“ habe auf polizeiliche Anweisung gehandelt, als er den Notausgang blockierte, erwiesen sich als nicht stichhaltig.
Vielmehr kam im Verlaufe der Befragungen durch den Ausschuss heraus, dass die Hintertür in der Tatnacht mit allergrößter Wahrscheinlichkeit deshalb verschlossen war, weil der Betreiber seine Gäste daran hindern wollte, im Außenbereich hinter der Bar Drogen zu konsumieren und damit den Unmut der Anwohner zu wecken. Das führte laut Meinung des Untersuchungsausschusses dann auch zu dem verhängnisvollen Fluchtverhalten der Opfer. Insofern müsste die Migrantifa hier dem ebenfalls aus dem Zuwanderermilieu stammenden Barbetreiber die Schuld geben. W.K.


