Fabian Leber, Sprecher des Bundesfinanzministers Christian Lindner, hat am 21. dieses Monats in der Siegerlandhalle Krombacher Lounge in Siegen das Sonderpostwertzeichen „800 Jahre Stadt Siegen“ vorgestellt. Die Gestaltung des Sonderpostwertzeichens und der Ersttagsstempel stammen von Marcus Chwalczyk aus Mülheim an der Ruhr. Die Briefmarke hat einen Wert von 100 Cent und ist ab dem 4. April 2024 in den Verkaufsstellen der Deutschen Post AG erhältlich.
Als Motiv der Marke wurde eine zeitgenössische Darstellung des Jubilars aus der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts gewählt. Zu sehen ist ein Stich des von 1593 bis 1650 lebenden Schweizer Kupferstechers und Verlegers Matthäus Merian, das in dessen „Topographia Hassiae“ aus dem Jahre 1655 veröffentlicht wurde. Bekannt ist der Schweizer aus der vornehmen Basler Familie Merian, der zahlreiche Landkarten, Städteansichten und Chroniken herausgab, nicht zuletzt wegen seiner „Topographia Germaniae“. Mit ihren mehr als zweitausend detaillierten Ansichten von bemerkenswerten Städten, Klöstern und Burgen des Heiligen Römischen Reiches gilt diese bis heute als eines der bedeutendsten Werke der geographischen Illustration.
Merians Siegen-Darstellung zeigt die Stadt mit ihrer Stadtmauer und deren Wehrtürmen von Richtung Norden. Damals war der Jubilar von gewaltigen Mauern mit 16 Türmen und drei Stadttoren umgeben und besaß eine mächtige Burg. Die drei Tore der Siegener Stadtbefestigung waren das Kölner Tor nach Westen, das Löhrtor nach Süden und das Marburger Tor nach Osten.
Über Merians Darstellung der Stadtsilhouette schwebt auf der Briefmarke das sogenannte Krönchen, das Wahrzeichen der westfälischen Stadt. Es entstand wenige Jahre nach Merians Tod. Anlass war die Erhebung des regierenden Grafen von Nassau-Siegen Johann Moritz durch den Kaiser Ferdinand III. in den Reichsfürstenstand. Zur Erinnerung an dieses ehrenvolle Ereignis schenkte der frisch gebackene Fürst seiner Residenzstadt und deren Bürgern das sogenannte Krönchen.
„Krönchen“ ist gut, denn diese offene Krone des Typs Lilienkrone ist eher über- denn unterdimensioniert. Mit 1,9 Metern ist sie mehr als mannshoch, und mit mehreren Tonnen Gewicht würde sie jeden menschlichen Träger erdrücken. Ihr Durchmesser beträgt in mittlerer Kronenhöhe 1,35 Meter, und an den acht lilienförmigen Zacken 2,35 Meter.
Von 1658 bis 1993 krönte die Kunstschmiedearbeit aus vergoldetem Eisen die Turmspitze der Siegener Nikolaikirche. Seitdem befindet sich das Original im Portalbereich des evangelischen Gotteshauses und an seinem ursprünglichen Standort ein Replikat.


