19.04.2026

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Folge 13-24 vom 29. März 2024 / Sicherheit / „Hemmschwelle ist wesentlich geringer geworden“ / Berlin: Zusätzliche Notrufsäulen sollen die Zunahme homosexuellenfeindlicher Delikte eindämmen

© Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 13-24 vom 29. März 2024

Sicherheit
„Hemmschwelle ist wesentlich geringer geworden“
Berlin: Zusätzliche Notrufsäulen sollen die Zunahme homosexuellenfeindlicher Delikte eindämmen
Frank Bücker

Im sogenannten Nollendorf-Kiez in Berlin-Schöneberg steigt die Zahl von homosexuellenfeindlichen Verbrechen stark an. Die Gegend rund um die Nollendorf-, die Bülow- und die Kurfürstenstraße ist seit rund hundert Jahren als ein besonderer Treffpunkt homosexueller Menschen bekannt. Die örtliche CDU will nun in diesem Bereich auf öffentlichem Straßenland Notrufsäulen aufstellen lassen, um gegebenenfalls rasch die Polizei herbei rufen zu können. 

Notrufsäulen an S- und U-Bahnhöfen gibt es bereits. Klaus Hackenschmied (56), queerpolitischer Sprecher der CDU Tempelhof-Schöneberg, stellte in der Bezirksverordnetenversammlung einen Antrag zur Errichtung der Säulen: „Sie könnten ein Mehr an Sicherheit für Anwohner, Touristen und Sexarbeitende bieten.“ Kerstin Thost, Sprecherin des Lesben- und Schwulenbundesverbandes, unterstützt dieses Anliegen. Notrufsäulen seien wichtig. Allein 55 Straftaten gegen die sexuelle Orientierung oder die geschlechtsbezogene Diversität wurden von der Polizei im ersten Halbjahr 2023 in diesem Bereich erfasst. Thost befürchtet eine Dunkelziffer von 80 bis 90 Prozent: „Vor allem im öffentlichen Raum werden immer mehr queere Menschen angegriffen ... Wir haben den Eindruck, dass die Hemmschwelle wesentlich geringer geworden ist.“ 

Der Senat musste auf eine Große Anfrage der Linksfraktion im Berliner Abgeordnetenhaus vom Herbst 2022 hin zugeben, dass sich die Zahl homophob motivierter Kriminaldelikte im Vierjahresvergleich von 2018 bis 2021 verdoppelt hat. Seit dem 3. August 2022 darf die Polizei keine Herkunftsdaten unter 21-jähriger Tatverdächtiger mehr sammeln. Dies hatte die seinerzeit rot-rot-grüne Senatsinnenverwaltung angeordnet. Der Regierungswechsel infolge der Wiederholungswahl 2023 hat daran bislang nichts geändert. 

Seit dem Ausufern der illegalen Masseneinwanderung steigt in Berlin die Anzahl der Übergriffe auf Homosexuelle. Prominentes Opfer ist Hape Kerkeling, der jüngst erklärte, Berlin zu verlassen, weil er hier nicht mehr sicher sei. In der Talk-Sendung von Maybrit Illner im ZDF sagte der Schauspieler, er sei „schweren Herzens“ zurück nach Köln gegangen. Konkret wollte er nicht sagen, von wem er sich bedroht fühlt. 

Carla Pahlau, die Betreiberin der Homo-Disco „Busche“, äußert Angst vor einem neuen Asylantenheim, das der Senat gegenüber ihrem Tanzlokal eröffnen will: „In den vergangenen Monaten erhöhte sich die Zahl der Straftaten gegen homosexuelle Personen in Berlin enorm. Die weitaus überwiegende Zahl der Straftäter sind Migranten mit muslimischem Hintergrund.“ 

Matthias Steuckardt (CDU), Stadtrat von Tempelhof-Schöneberg, begegnet dieser Entwicklung mit der eher allgemein gehaltenen Forderung: „Es ist wichtig, bei einem solchen Vorfall alle relevanten Informationen transparent zu machen und die Fakten offen zu benennen.“ Gunnar Schupelius ist einer der wenigen Hauptstadtjournalisten, der sich traut, die Täter zu benennen. In der „B.Z.“ schrieb er: „Um die Homophobie zu bekämpfen, müssen die Täter benannt werden, und wenn es in Berlin vor allem junge Männer arabischer und türkischer Herkunft sind, dann muss darüber gesprochen werden.“