Die IG Metall hat sich bei den Betriebsratswahlen diesen Monat bei Tesla eine Schlappe abgeholt. Hatten 2022 noch 53 Prozent der Mitarbeiter für gewerkschaftsfreie Betriebsräte gestimmt, wuchs deren Anteil diesmal auf mehr als 60 Prozent. Im Vorfeld der Wahl war einem „unbequemen“ Mitarbeiter und IG-Metall-Betriebsratsnachrücker fristlos gekündigt worden. Aufgrund dieses Vorfalls hatte die IG Metall bei den Wahlen wohl auf mehr Zuspruch gehofft.
Aber genau das ist es offenbar, was eine wachsende Anzahl von Mitarbeitern bei Tesla nicht wollen. Warum auch? Der Autobauer zahlt gute Löhne, wozu also dem Arbeitgeber Ärger machen? Zumal die IG Metall überdies in dem Ruf steht, dass sie sich für linksextreme gesellschaftliche und politische Ziele einsetzt, die mit den Arbeitnehmerinteressen nichts zu tun haben. Dazu passt auch, dass die Bundesvorsitzende der Gewerkschaft, Christiane Benner, die reale Arbeitswelt des Metallarbeiters bestenfalls vom Hörensagen kennt.
An der Universität Marburg studierte sie Soziologie, bevor sie eine Karriere als Funktionärin der IG Metall einschlug. Die Kandidatenauswahl bei der Tesla-Wahl war durchaus vielfältig. Die Liste IG Metall erhielt 16 von 39 Sitzen. Die Liste „Giga United“ 15 Sitze, die Liste „One Team“ fünf, „Giga Fair“ zwei und „Giga für Alle“ einen Sitz. Die noch amtierende Betriebsratsvorsitzende Michaela Schmitz von „Giga United“ dürfte damit wiedergewählt werden. In der Zeitung „nd“ (früher „Neues Deutschland“) war zu lesen, die Wahlen seien „unfair“ gewesen. Dabei betrug die Wahlbeteiligung rund 80 Prozent. Das Wahlresultat könnte für die IG Metall grundsätzlich gefährlich werden, denn es zeigt, dass es möglich ist, Betriebsratsmehrheiten innerhalb der Belegschaften jenseits der linken DGB-Gewerkschaften zu finden.


