19.04.2026

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Folge 13-24 vom 29. März 2024 / Für Sie gelesen

© Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 13-24 vom 29. März 2024

Für Sie gelesen

Trauma und Zukunft

Die Protagonistin Madina des Jugendbuches „Der Geruch von Ruß und Rosen“ hat eine schreckliche Flucht vor Krieg, Gewalt, Entbehrungen und Not hinter sich und macht die Erfahrung, dass sie in ihrer neuen Heimat nicht überall gewollt ist. Sie steht zwischen den Traditionen ihrer Heimat und dem Neuen der Welt um sie herum. Welchen Weg sie geht, wie ihr Abgrenzung gelingt oder auch nicht, bringt die Autorin Julya Rabinowich in einer sehr bewegenden Sprache zum Ausdruck. Madina erzählt wie in einem Tagebuch, der Leser wird also in ihre Gedanken- und Gefühlswelt eingelassen, die nicht immer einem chronologischen Aufbau oder logischen Abläufen folgen. Auch wenn die Geschichte der Rückkehr in ihre Heimat, um den Vater wiederzufinden, etwas konstruiert wirkt, so ist der Kern dieser Geschichte, die Traumabewältigung und die Suche nach neuen, und zwar eigenen Wegen dieses ab 14 Jahren empfohlenen Buchs sehr lesenswert. 

Rabinowich habe, wie der Buchverlag im Klappentext angibt, unzählige Gespräche mit Kriegsüberlebenden und deren Angehörigen geführt, woraus der konstruiert wirkende Weg der Protagonistin zu erklären ist. Madinas Vergangenheit wurde bereits in den Büchern „Dazwischen: Ich“ und „Dazwischen: Wir“ erzählt. CRS

Julya Rabinowich: „Der Geruch von Ruß und Rosen“, Carl Hanser Verlag, München 2023, gebunden, 239 Seiten, 18 Euro





Energie und Kosmos

Ein kosmisches Radio, eine Nacht im Zelt, eine Astronautin, zwei Freunde, große Verluste, besorgte Eltern, eine Unmenge an Süßigkeiten – das sind die Zutaten von Karen Köhlers Buch „Himmelwärts“, das von Bea Davies sehr mitfühlend, aber nicht dominierend, illustriert wurde und für Kinder ab zehn Jahren geeignet ist. 

Toni vermisst ihre Mutter, die sehr plötzlich an Krebs gestorben ist. Mit ihrer besten Freundin YumYum will sie mithilfe eines selbst gebauten kosmischen Radios Kontakt zur Energie der so sehr Vermissten aufnehmen und bekommt Rückmeldung von einer Astronautin, die alle 80 Minuten für eine kurze Zeitspanne mit den Kindern sprechen kann. Dabei erfahren die Miniforscher – und damit auch die Leser – viel über den Weltraum und das Leben auf der Internationalen Raumstation ISS. 

Ein Buch voll großer Gefühle, trotz des schweren Themas leicht erzählt. Zwischen Tonis sehr lebendigen Erzählungen, die viele Kommentare und Wortneubildungen enthalten, werden immer wieder Tagebucheinträge eingerückt, die den Trauerprozess des Kindes spiegeln.Christiane Rinser-Schrut

Karen Köhler: „Himmelwärts“, Carl Hanser Verlag, München 2024, Hardcover, 189 Seiten, 19 Euro