An dieser Stelle habe ich vor zwei Jahren über eine von einem notorischen Schlossfeind fabrizierte Kampagne berichtet. Philipp Oswalt, Professor für Architekturtheorie an der Uni Kassel, kam auf die geniale Idee, nach für ihn verlorener Schlacht alle zu diffamieren, die das befördert haben, was er verhindern wollte.
Oswalt wählte das todsichere Mittel der politischen Denunziation: Wichtige Spender für den Wiederaufbau des Berliner Schlosses seien „rechts“. Der gut vernetzte Oswalt machte ganze Arbeit. Es wurde eine Riesenkampagne, viele „Qualitätsmedien“ griffen den angeblichen Skandal auf und verhalfen ihm zu einer unverdienten Öffentlichkeit. Der daraus entstandene Druck wurde so groß, dass sich der Förderverein Berliner Schloss gezwungen sah, eine Anwaltskanzlei zu beauftragen, die alle Spender überprüfte.
Es kam heraus, dass die Verdächtigungen Oswalts praktisch nichts mit der Realität zu tun hatten. Einige Spender waren Konservative und Leute, die noch Anfang dieses Jahrtausends als demokratische Rechte angesehen wurden, als man noch wusste, dass es in einer Demokratie, die diesen Namen verdient, eine demokratische Linke und eine demokratische Rechte gibt und auf beiden Seiten Extreme, die man wohl zu unterscheiden verstand.
Die Schlossfeinde haben den Kampf gegen den Wiederaufbau des zentralen Berliner Gebäudes komplett verloren. Zusätzlich schmerzt sie wohl, dass tausende Besucher in jedem Monat den schönen Abschluss der Prachtstraße Unter den Linden genießen. Nun hat Professor Oswalt einen Aufguss seiner Kampagne in Buchform versucht. Wieder schrieben einige Zeitungen darüber, aber fast nur noch die üblichen Verdächtigen, wie „taz“, „Süddeutsche“, „Spiegel“. Egal: Statt sich darüber zu ärgern, statten Sie dem wunderschön rekonstruierte Stadtschloss lieber einen Besuch ab.


