Mehr Notfälle im Luftverkehr
Saint-Mandé – In den Jahren 2022 und 2023 ist die Zahl bestimmter Notfälle in der Verkehrsluftfahrt stark angestiegen. So kam es laut Angaben des französischen Fachmagazins „Piloter“ 2022 zu einer deutlichen Zunahme der Verwendung des Transpondercodes 7700 für Luftnotfälle, die nicht aus Flugzeugentführungen oder technischen Störungen resultieren, um 272 Prozent. 2023 betrug die Steigerung gegenüber 2021 dann sogar 386 Prozent. Unabhängige Pilotenverbände wie Airliners for Humanity weisen nun darauf hin, dass diese Entwicklung mit der flächendeckenden Durchsetzung von Corona-Pflichtimpfungen für Angehörige des fliegenden Personals in der Luftfahrtbranche der USA, Australiens, der EU und weiterer Industrieländer einherging. Und hier besteht wohl tatsächlich ein Zusammenhang, weil Fluggesellschaften aus Staaten mit deutlich geringerer Impfquote keinen solchen Anstieg der Luftnotfälle zu verzeichnen haben. W.K.
Chinas fünfte Südpol-Station
Peking – Die Volksrepublik China hat ihre fünfte Forschungsstation in der Antarktis eröffnet. Mit der Qinling Zhan besitzt Peking nun bereits seinen dritten ganzjährig besetzten Vorposten im Südpolargebiet neben der Changcheng Zhan auf King George Island und der Zhongshan Zhan im Prinzessin-Elisabeth-Land. Die neue Station für 80 Personen liegt an der Südspitze von Inexpressible Island in der Terra Nova Bay an der Scott-Küste des ostantarktischen Viktorialandes. Nach Angaben der chinesischen „Global Times“ will man dort ausschließlich ozeanographische, glaziologische, geologische und astrophysikalische Forschungen betreiben. Das US-amerikanische Center for Strategic and International Studies (CSIS) geht allerdings davon aus, dass die Besatzung der Qinling Zhan auch den Funkverkehr in Australien und Neuseeland abhören und Telemetriedaten von Raketen sammeln soll, deren Flugbahn über die Antarktis führt. W.K.
Moskau stoppt Briten-Fischer
Moskau – Mitte März hat der russische Präsident ein im Jahr 1956 zwischen der Sowjetunion und Großbritannien unterzeichnetes Abkommen über Fischerei in der Barentssee gekündigt und mit einem am 12. März in Kraft getretenen Gesetz britischen Fischereischiffen das Fischen in der Barentssee verboten. Duma-Präsident Wjatscheslaw Wolodin begründete den Rückzug Russlands damit, dass das von Nikita Chrusch-tschow unterzeichnete Abkommen nicht von nationalem Interesse geleitet gewesen sei. Er sagte, dass während der Gültigkeit des Abkommens britische Fischereischiffe Tausende Tonnen Kabeljau und Schellfisch in russischen Gewässern gefangen hätten. Aus westlicher Sicht wird die Kündigung des Abkommens als Reaktion auf die Verschärfung der westlichen Sanktionen gegen Russland nach dem Tod des oppositionellen Politikers Alexej Nawalnyj gewertet. MRK


