28.04.2026

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Folge 15-24 vom 12. April 2024 / Kalifornien / Die Cannabis-Legalisierung war eine Katastrophe / Bessere Geschäfte für Drogendealer und Förderung der illegalen Immigration

© Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 15-24 vom 12. April 2024

Kalifornien
Die Cannabis-Legalisierung war eine Katastrophe
Bessere Geschäfte für Drogendealer und Förderung der illegalen Immigration
Bodo Bost

Im Jahr 1996 entschieden 57 Prozent der kalifornischen Wähler in einer Volksabstimmung, den Cannabisgebrauch für medizinische Zwecke zu erlauben. Danach gab es verschiedene Initiativen für eine generelle Legalisierung des Cannabiskonsums. Ab dem 1. Januar 2018 wurde Cannabiskonsum und Anbau in begrenzten Mengen in Kalifornien erlaubt. Seither darf Cannabis an Personen, die mindestens 21 Jahre alt sind, in lizenzierten Läden verkauft werden. Der Besitz von bis zu 28 Gramm Marihuana ist legal, ebenso der Anbau von bis zu sechs Cannabispflanzen pro Haushalt. 2019 entschied ein Gericht, dass auch Gefängnisinsassen in Kalifornien Cannabis besitzen, aber nicht konsumieren dürften. Also blüht auch der Handel in Gefängnissen. Das legalisierte Cannabis ist zu einem wichtigen Wirtschaftsfaktor Kaliforniens geworden. Der Umfang des legalen Cannabismarkts wird auf sieben Milliarden US-Dollar geschätzt, der Staat gewinnt dabei Steuereinnahmen von rund einer Milliarde. Fast zwei Drittel der gesamten legalen Hanfernte der USA stammt aus Kalifornien. 

Milliardeneinnahmen mit Cannabis

Der legale Anbau von Cannabis hat, anders als die Politiker erwarteten, den illegalen Anbau nicht verdrängt, sondern sogar verstärkt. Es gibt einen großen Markt für illegal angebautes Cannabis, das zumeist auf Flächen angebaut wird, die sogar dem Staat gehören. Auf Plantagen, versteckt in kaum zugänglichen Gebieten, wird jährlich Marihuana im Wert von etwa 31 Milliarden US-Dollar produziert. Hinter dieser Produktion stehen mexikanische Kartelle, die mit Hilfe der illegalen Migration auch den Drogenanbau in den USA übernommen haben. Neben den kriminellen Effekten gibt es erhebliche Umweltschäden, da die Cannabispflanzen sehr viel Wasser und zusätzlich Chemikalien benötigen. 

Die Kriminalität bricht in Kalifornien alle Rekorde. Das Immigrationsproblem, das Präsident Joe Biden nicht in den Griff bekommt, könnte eine Rückkehr von Donald Trump ermöglichen. In Kalifornien kann man Cannabis sowohl als Pflanze in ihrer natürlichen Form als auch in Form  zahlreicher Nebenprodukte, wie Getränke, Süßigkeiten, Schokolade, Gesichtscremes, Arthrosesalben, Körpermilch oder Badesalz, kaufen. Trotz dieser großen Auswahl an Produkten geht es der legalen Cannabisindustrie in Kalifornien schlecht. Ihre Einnahmen von 5,3 Milliarden US-Dollar im Jahr 2022 bedeuten einen Rückgang von fast neun Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Auf Bundesebene wird die weiche Droge wie Heroin als Betäubungsmittel eingestuft. Sie bleibt illegal, auch wenn 24 Staaten Cannabis für den Freizeitgebrauch legalisiert haben, während 16 andere es für den medizinischen Gebrauch zulassen. 

Sieben Jahre nach der Teillegalisierung von Cannabis steht die kalifornische Industrie vor enormen Herausforderungen. Überproduktion, Verbot des Handels mit anderen Staaten, eine Kette von Steuern, Vorschriften, die von Gemeinde zu Gemeinde variieren, haben zu einer Situation geführt, die der Gesetzgeber nicht vorhergesehen hatte und die kaum zu kontrollieren ist.