Ukraine wirbt um Touristen
Berlin – Zur Wiederbelebung des Tourismus und des kulturellen Sektors in der Ukraine sind nach Schätzungen der Organisation der Vereinten Nationen für Bildung, Wissenschaft und Kultur (UNESCO) in einem Zeitraum von zehn Jahren insgesamt mindestens neun Milliarden US-Dollar nötig. Die UN-Organisation geht davon aus, dass die Ukraine seit dem Kriegsbeginn im Tourismussektor Einnahmeverluste von 19,6 Milliarden Dollar hatte. Auf der weltweit führenden Internationalen Tourismus-Börse (ITB) in Berlin hat die Staatliche Agentur für Tourismusentwicklung der Ukraine bereits für die Zeit nach dem Krieg mit dem Slogan „Ukraine is here“ (Die Ukraine ist hier) geworben. Als erste Gäste erwartet die Ukraine Touristen aus Polen und dem Baltikum. Wie Mariana Oleskiv von der ukrainischen Tourismusagentur auf der ITB erklärte, reisen innerhalb der Ukraine auch jetzt schon Menschen in Gebiete, die nicht unmittelbar vom Kriegsgeschehen betroffen sind. Hotels und Restaurants sind weiterhin geöffnet, so die Vertreterin des ukrainischen Tourismusverbandes.H.M.
Anstieg in der Corona-Krise
Washington/New York – Wie ein aktueller Bericht des Online-Portals Inequality.org zur Erfassung der Einkommens- und Vermögensungleichheit zeigt, ist das Gesamtvermögen der US-Milliardäre zwischen März 2020 und März 2024 um 88 Prozent gestiegen und liegt nun bei 5,529 Billionen US-Dollar. Hauptnutznießer dieser Entwicklung waren Hochtechnologie-Unternehmer, Besitzer von Einzelhandelsketten und Führungskräfte von Pharmakonzernen. Der Wirtschaftswissenschaftler Michael Hudson von der University of Missouri führt die wachsende Kluft zwischen Milliardären und Durchschnittsamerikanern vor allem auf die Geldpolitik der Federal Reserve sowie die Gesetze zur Überwindung der ökonomischen Folgen der Corona-Pandemie zurück. Beide würden vorrangig den Interessen der Großkonzerne dienen.W.K.
Umstrittener Gesetzentwurf
Kiew – Das ukrainische Parlament diskutiert derzeit einen Gesetzesentwurf zur Schaffung eines „einheitlichen Systems der öffentlichen Videoüberwachung“ einschließlich Gesichtserkennungssoftware. Als Zweck des Ganzen werden offiziell Verhinderung und Aufklärung von Straftaten, Schutz von Infrastruktureinrichtungen, Identifizierung und Verfolgung von Fahrzeugen und Verdächtigen, Bekämpfung von Obdachlosigkeit und Jugendkriminalität, Erhöhung der Verkehrssicherheit, Erleichterung von Grenzkontrollen und „Einschränkung illegaler Bewegungen“, Umweltschutz sowie Erhöhung der Sicherheit von Kindern, Schülern und Studenten angegeben. Kritiker der Vorlage sehen dahingegen vor allem ein Mittel zur leichteren Mobilisierung von Wehrpflichtigen. Sich dem Kriegsdienst zu entziehen, dürfte bei der flächendeckenden Überwachung des öffentlichen Raumes kaum mehr möglich sein.W.K.


