25.01.2026

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Folge 16-24 vom 19. April 2024 / Globale Seuchen / Panikmache vor neuer Pandemie / Weltgesundheitsorganisation warnt vor Vogelgrippe – Neue Laborvarianten auf Menschen übertragbar?

© Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 16-24 vom 19. April 2024

Globale Seuchen
Panikmache vor neuer Pandemie
Weltgesundheitsorganisation warnt vor Vogelgrippe – Neue Laborvarianten auf Menschen übertragbar?
Wolfgang Kaufmann

Das Influenza-A-Virus H5N1 wird auch als Vogelgrippe-Virus bezeichnet, weil es in aller Regel Enten, Hühner und Gänse oder anderes Federvieh befällt. Manchmal tauchte der Erreger aber auch schon in Ziegen, Katzen, Hunden, Eisbären und Rindern auf. Ebenso infizierten sich zwischen 2003 und 2023 mindestens 868 Menschen durch Tierkontakte, wobei immerhin 457 der Betroffenen starben.

Allerdings kann das Virus nicht von Mensch zu Mensch übertragen werden. Darüber hinaus stellt H5N1 seit 2020 kaum mehr eine Bedrohung für unsere Spezies dar: 861 Fällen humaner Infektionen in der Zeit bis 2019 stehen sieben Erkrankungen ohne tödlichen Ausgang in den vier Jahren danach gegenüber. Das resultiert möglicherweise aus der zunehmenden Verbreitung des relativ wenig gefährlich Stammes 2.3.4.4b. Beispielsweise entwickelte der Farmer, der sich jetzt an Milchkühen in Texas mit der Virus-Variante ansteckte, lediglich eine Bindehautentzündung. Trotzdem wird sein Fall nun für dramatische Warnungen genutzt.

So schrieb die Boulevard-Zeitung „New York Post“: „Eine Vogelgrippe-Pandemie könnte 100-Mal schlimmer als Covid sein“ – wenn das H5N1-Virus mutiere und sich dann großflächig unter Menschen verbreite. Allerdings sind die Kassandrarufer aus dem Kreise angeblicher Experten, welche die Sensationspresse gerne zitiert, zumeist Personen wie John Fulton, der kaum etwas von der Materie versteht, aber als Berater diverser Pharmaunternehmen fungiert. 

Dennoch initiierte der Generaldirektor der Weltgesundheitsorganisation (WHO), Tedros Adhanom Ghebreyesus, umgehend verstärkte Tests von Nutztierbeständen auf H5N1, die nun wiederum zu mehr Nachweisen des Erregers führen. Die Folge sind Massentötungen wie in Parmer County (Texas), wo 1,6 Millionen Hühner wegen einiger positiver PCR-Tests sterben mussten.

Parallel hierzu erhielten jetzt zwei Impfstoffe gegen H5N1 namens Incellipan und Zoonotic Influenca Vaccine eine bedingte Zulassung für die Anwendung beim Menschen. Diese Vakzine wurden von Seqirus Netherlands und der italienischen Seqirus S.r.l. entwickelt. Aber auch andere Pharmafirmen wie Novartis, GlaxoSmithKline und Moderna investieren sehr viel Geld in Vogelgrippe-Impfstoffstudien, von denen aktuell bereits um die 200 laufen. Und dahinter steckt möglicherweise mehr als nur die Angst vor einer doch eher unwahrscheinlichen natürlichen Mutation des Virus.

Immerhin weiß man inzwischen, dass 13 Virologen vom Harbin Veterinary Research Institute der Chinesischen Akademie der Agrarwissenschaften unter Ying Zhang vor einigen Jahren ein Hybridvirus im Labor züchteten, das die Eigenschaften von H5N1 und H1N1 vereint. Das heißt, es ist ebenso tödlich wie der Vogelgrippe-Erreger und zugleich so leicht von Mensch zu Mensch übertragbar wie der Influenza-A-Subtyp H1N1, der 1918 die Spanische Grippe auslöste, an der bis zu 500 Millionen Menschen erkrankten.

Nicht auszudenken, was passieren würde, wenn diese Chimäre aus irgendeinem Grund in die „freie Wildbahn“ gelangt.