12.03.2026

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Folge 16-24 vom 19. April 2024 / Für Sie gelesen

© Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 16-24 vom 19. April 2024

Für Sie gelesen

Die Heimat neu entdeckt

Die freie Journalistin Monica Weber-Nau schildert in ihrem Buch „Der Weg heimwärts“ eine Rückkehr in ihren Heimatort Simmern im Hunsrück, den sie bei der Beschäftigung mit der Geschichte ihrer Vorfahren quasi neu entdeckt. 

Die Autorin erzählt die Geschichte ihrer Großeltern Regina und Richard Fischer. Der Großvater eckt als überzeugter Kommunist in einer Zeit der heraufziehenden Herrschaft der Nationalsozialisten bei allen an. Wegen kommunistischer Umtriebe 1933 verhaftet, gelingt ihm eine abenteuerliche Flucht in die Wälder Frankreichs. Danach zieht er in den spanischen Bürgerkrieg. Für seine Frau und deren Töchter beginnt ein Spießrutenlauf in einer Kleinstadt, in der man sich kennt und niemand etwas mit Angehörigen eines Kommunisten zu tun haben will. Doch die Liebe der Großeltern überdauert alle Widrigkeiten.

In Simmern setzt Weber-Nau sich überzeugend auch mit ihrer eigenen Biographie auseinander, mit ihrer Flucht aus der kleinbürgerlichen Welt ihrer Eltern in die Großstadt Frankfurt, wo sie mit Niederlagen zu kämpfen hat und schließlich Siege erringt. Gegen den Willen ihrer Eltern beginnt sie ein Studium, beißt sich durch und kann ihren Lebenstraum verwirklichen. Nach deren Tod gelingt es ihr, sich mit den ewig unzufriedenen Eltern zu versöhnen und die Heimat als etwas Wertvolles zu schätzen.MRK

Monica Weber-Nau: „Der Weg heimwärts“, Rhein-Mosel-Verlag, Zell/Mosel 2023, broschiert, 396 Seiten, 14,90 Euro





Die Geschichte eines Träumers

Herod, ein Sohn wohlhabender Eltern, kann seinen verstorbenen Bruder nicht ersetzen. Als er die Firma seines Vaters erbt, verkauft er sie, spendet die Hälfte und richtet sich ein gemütliches Leben ein. Der Tagträumer findet Freunde und hat ein paar Liebschaften. Als er eines Tages Daisy im Fernsehen erblickt, weiß er, dass sie die Frau seines Lebens sein könnte und macht sich auf die Suche nach ihr.

J. Paul Hendersons Roman „Daisy“ schildert das Leben eines einfachen britischen Mannes, der das Glück hat, sich nicht anstrengen zu müssen, da er genug Geld geerbt hat. Sein Leben plätschert ohne Höhepunkte vor sich hin, aber da Herod nicht besonders intelligent zu sein scheint, erfreut er sich schon an Kleinigkeiten. Das hat Charme und spricht an.

Der Autor lebt in Bradford, England, war aber viele Jahre in den USA, wo er auch an der Mississippi State University in Amerikanistik promoviert wurde. Angela Selke

J. Paul Henderson: „Daisy“, Diogenes Verlag, Zürich 2024, gebunden, 333 Seiten, 25 Euro


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