28.04.2026

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Folge 17-24 vom 26. April 2024 / Ukraine / Moslems gibt es seit dem Mittelalter, Dschihadisten erst seit 2014 / Seit der russischen Annexion der Krim greift Kiew auf islamische Kampfverbände zurück

© Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 17-24 vom 26. April 2024

Ukraine
Moslems gibt es seit dem Mittelalter, Dschihadisten erst seit 2014
Seit der russischen Annexion der Krim greift Kiew auf islamische Kampfverbände zurück

Der Islam ist seit rund siebeneinhalb Jahrhunderten in der Ukraine präsent. Deshalb leben auch heute noch etliche Muslime in dem osteuropäischen Land. Ihre Zahl liegt je nach Quelle zwischen 400.000 und einer Million. Radikale Moslems hatten bis zum Jahre 2014 keine Chance, in der Ukraine Fuß zu fassen. Sie wurden teilweise sogar an Russland oder andere Länder ausgeliefert. Dann allerdings griff Kiew auf islamische Kampfverbände zurück (siehe oben), deren Verbindungen zu ausländischen Dschihadisten kein Geheimnis darstellen und in russischen wie westlichen Medien thematisiert wurden.

Beispielsweise gab es enge Kontakte zwischen dem Imam-Schamil-Bataillon und der sunnitischen Terrormiliz al-Kaida. Deren Anführer Ayman al-Zawahiri erklärte, dass der Selbstmordanschlag auf die U-Bahn in Sankt Petersburg vom 3. April 2017 mit 15 Toten auf das Konto des von ihm beauftragten Imam-Schamil-Bataillons gehe. Des Weiteren konnte eine Zusammenarbeit zwischen dem Islamischen Staat und dem Scheich-Mansur-Bataillon nachgewiesen werden. So erhielten etliche von dessen Kämpfern eine Ausbildung in syrischen IS-Lagern.

Außerdem war der nunmehrige stellvertretende Oberbefehlshaber der exiltschetschenischen Sondereinheit OBON, Rustam Ashiew, um 2013 Mitglied der islamischen syrischen Terrorgruppe Ansar al-Sham gewesen, die gute Beziehungen zum al-Kaida-Ableger Jabhat al-Nusra und zum IS unterhielt.

Und dann wäre da noch der Ajnad al-Kawkas, der im Oktober 2022 vom syrischen auf den ukrainischen Kriegsschauplatz wechselte. Er ging aus den Dschihadistenmilizen und al-Sham-Ablegern Jamaat al-Khalifa al-Qawqazia und Jamaat Jund al-Qawqaz hervor und agierte später gemeinsam mit der Jabhat al-Nusra. Dem Ajnad al-Kawkas wird nachgesagt, dass er vom US-amerikanischen Auslandsgeheimdienst CIA unterstützt worden sei. Das gilt gleichermaßen für die rund 90 Angehörigen des IS, die im März 2022 unter Aufsicht des dschihadistischen Bündnisses Hai’at Tahrir asch-Scham über die syrisch-türkische Grenze gingen, um dann in die Ukraine weiterzureisen.

Angesichts all dessen warnen Experten wie der Islamwissenschaftler Guido Steinberg von der Berliner Stiftung Wissenschaft und Politik davor, dass die Ukraine zu einem Rückzugsgebiet oder Drehkreuz für radikale Moslems werden könne. Und tatsächlich sprechen die schnellen Wechsel zwischen Syrien und der Ukraine für sich. Es besteht die Gefahr, dass Glaubenskrieger die Ukraine künftig dazu nutzen, um – möglicherweise getarnt als Flüchtlinge – unkompliziert nach Mittel- und Westeuropa zu gelangen. Vor diesem Hintergrund richtete der CDU-Bundestagsabgeordnete Christoph de Vries folgende Anfrage an die Bundesregierung: „Wie viele mutmaßliche Islamisten bzw. islamistische Terroristen … sind seit Beginn des Ukrainekrieges nach Deutschland über die deutschen Grenzen eingereist (bitte die jeweiligen Herkunftsstaaten angeben)?“ Angeblich aus „Staatswohlerwägungen“ erhielt er darauf keine konkrete Antwort.W.K.