Von einer derart hohen Tageseinnahme träumen wohl viele Gastronomen. Die Villa des höchst einflussreichen Hedgefonds-Managers und US-Milliardärs John Paulsen platzte an diesem Tag aus allen Nähten, und das Ziel, mehr als 50 Millionen US-Dollar einzunehmen, wurde erreicht. Einen festen Spendenbetrag gab es nicht, aber allen Gästen war klar, was von ihnen erwartet wurde: so viel Geld wie möglich für die Wahlkampagne von Donald Trump zu spenden.
Dessen Kriegskasse ist durch eine Vielzahl von juristischen Auseinandersetzungen arg in Mitleidenschaft gezogen. Paulsen will dem Abhilfe schaffen. Nur die Reichsten der Reichen lud er deshalb in seine Villa zu einer Spendengala, und wer bei dem ehemaligen und möglicherweise auch zukünftigen US-Präsidenten am Tisch sitzen wollte, musste rund 800.000 US-Dollar extra zahlen. Dem Vernehmen nach gab es deutlich mehr Anwärter als Stühle.
„Rob“ Bigelow, ein milliardenschwerer Hotelier und Raumfahrt-Investor, war ebenso dabei wie Tiktok-Investor Jeff Yass und der Multiunternehmer John Catsimatidis. Sie alle eint die Ablehnung des Sozialismus. Die derzeitige Regierung von Präsident Joe Biden ist ihnen zu liberal, zu sozial, zu unamerikanisch.
Und mittendrin zieht Paulsen die Strippen, ein Mann, von dem Kritiker sagen, der Begriff Heuschrecke sei seinetwegen erfunden worden. Der 68-Jährige ist als Spekulant vermögend geworden, weil er die US-Immobilienblase und den Einbruch des Häusermarktes 2007, der später das gesamte Finanzsystem ins Wanken brachte, vorhersah. Durch die Zockerei auf die Pleite soll er alleine einen Privatgewinn von 3,8 Milliarden US-Dollar eingefahren haben. Zuletzt wurde sein Vermögen auf mehr als zwölf Milliarden Dollar geschätzt. Damit reicht es zwar nicht für einen Platz unter den reichsten 100 der Welt, aber als Spenden-Guru für Trump erfüllt er seinen Zweck.
Der republikanische Herausforderer hinkt hinterher. Laut US-Medien hat der demokratische Amtsinhaber bislang mehr als doppelt so viel an Spenden eingenommen. Mittels Paulsens Einsatz soll die Lücke nun geschlossen werden. Als Dank soll Trump seinem Mitstreiter den Posten des Finanzministers in Aussicht gestellt haben, sollte er im Herbst gegen Biden gewinnen und erneut ins Weiße Haus einziehen.
Paulsen hat eine typische Börsenkarriere hingelegt. Er hat Wirtschaft in Harvard studiert und zu Beginn seiner Laufbahn für diverse Beratungsfirmen gearbeitet. Genau wie Trump neigt er dazu, seinen Reichtum zur Schau zu stellen. So gönnte er sich ein Gemälde Vincent van Goghs für 45 Millionen Dollar und ein Hotel auf Puerto Rico, das er mit seinem Gefolge schon einmal alleine bezieht. Der Schmuck seiner Ehefrau wurde kürzlich auf 20 Millionen Dollar geschätzt. Das Paar liefert sich derzeit einen Scheidungskrieg.
Denn parallel zu seinen politischen Ambitionen hat sich Paulsen auch privat umorientiert. An seiner Seite tritt nun eine 38 Jahre jüngere Influencerin auf. Politisch ist er bisher kaum in Erscheinung getreten, allerdings wird erwartet, dass er sich Trump treu ergeben zeigt. Der hatte während seiner ersten Amtszeit eine Steuerreform aufgelegt, bei der Spitzenverdiener und Großunternehmer am stärksten profitierten.

