EU-Geldsegen für Warschau
Brüssel – Mit zwei Jahren Verzögerung hat Polen erste Gelder aus dem NextGenerationEU-Fonds erhalten. Bei der ersten Auszahlung handelt es sich um 6,3 Milliarden Euro. Katarzyna Pełczyńska-Nałęcz, Ministerin für Entwicklungsfonds und Regionalpolitik, sprach angesichts des Geldsegens vom „größten Einzeltransfer in den 20 Jahren der EU-Mitgliedschaft Polens“ und einem wichtigen „Tag für die polnische Wirtschaft […] und für das polnische Volk, um zu erkennen, dass sich die EU-Mitgliedschaft für uns alle auszahlt“. Bis zum Jahresende erhält Polen nach Angaben der Ministerin noch 23 Milliarden Euro aus dem 750 Milliarden Euro schweren Wiederaufbaufonds der EU. Angeblich wegen Bedenken hinsichtlich der Rechtsstaatlichkeit Polens vor dem Regierungsantritt des früheren Präsidenten des Europäischen Rates und Vorsitzenden der Europäischen Volkspartei Donald Tusk als polnischer Ministerpräsident hatte die EU insgesamt 137 Milliarden Euro an EU-Mitteln eingefroren. Die EU-Kommission hat im Februar entschieden, diese Gelder freizugeben.H.M.
Absatz bricht massiv ein
Berlin – Der Absatz von Wärmepumpen ist EU-weit im vergangenen Jahr um fünf Prozent zurückgegangen. Die Branchenvereinigung European Heat Pump Association (EHPA) sieht nach einer Analyse der größten europäischen Märkte „billiges Gas und teure Bankkredite“ als die Hauptursachen für den Absatzrückgang bei Wärmepumpen. Über ein Jahrzehnt waren die Hersteller an kontinuierliches Wachstum gewöhnt gewesen. Nach Ansicht der EHPA haben die hohen Zinssätze dazu geführt, dass fremdfinanzierte Wärmepumpen unattraktiver geworden sind. Zudem habe sich der Neubau von Häusern mit Wärmepumpen verlangsamt. Weiter erklärte der Verband, die meisten EU-Maßnahmen zur Förderung der Wärmepumpenindustrie seien entweder in Brüssel blockiert oder in den Mitgliedstaaten verwässert worden. In Polen und der Slowakei habe sich überdies auch der Anstieg der Strompreise auf den Absatz von Wärmepumpen ausgewirkt.H.M.
Russen-Aktien stark gestiegen
Moskau – An der Moskauer Börse hat der Kurs des rubelbasierten Moscow Exchange Index (MOEX), der die 50 liquidesten Aktien der größten russischen Unternehmen beinhaltet, Mitte April mit 3422 Punkten den höchsten Stand seit dem Beginn des Ukrainekrieges erreicht. Anschließend stabilisierte er sich im Bereich kurz darunter. Im Herbst 2022 hatte er noch bei weniger als 2000 Punkten gelegen. Am 22. September 1997 hatte er mit 100 Punkten gestartet. Zu den Gründen des Kursanstiegs gehört, dass den russischen Investoren aufgrund der Wirtschaftssanktionen gegen Russland und des politischen Drucks von Seiten des Kremls kaum eine andere Möglichkeit bleibt, als ihr Geld im eigenen Lande anzulegen.W.K.

