23.04.2026

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Folge 19-24 vom 10. Mai 2024 / Abkommen mit Taliban / Interesse an den reichen Bodenschätzen

© Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 19-24 vom 10. Mai 2024

Abkommen mit Taliban
Interesse an den reichen Bodenschätzen

Offiziell wird die seit August 2021 in Kabul herrschende Regierung des Islamischen Emirats Afghanistan von keinem Staat der Welt anerkannt. Faktisch hat Peking aber bereits diplomatische Beziehungen zu dem Regime unter der Führung von Mawlawi Hibatullah Achundsada aufgenommen. Das zeigt unter anderem die formelle Akkreditierung des Taliban-Botschafters Asadullah Bilal Karimi durch den chinesischen Staats- und Parteichef Xi Jinping in der Großen Halle des Volkes Anfang Februar – ein Vorgang, den das Außenministerium der Volksrepublik auf Rückfrage mit den ausweichenden Worten kommentierte, Afghanistan solle „nicht aus der internationalen Gemeinschaft ausgeschlossen werden“.

Tatsächlich geht es Peking aber wohl weniger um die außenpolitische Integration des Islamischen Emirates als um die reichen Bodenschätze des Landes am Hindukusch, deren Wert auf bis zu drei Billionen US-Dollar geschätzt wird. Denn Afghanistan verfügt sowohl über beachtliche Öl- und Gasvorkommen als auch über gewaltige Mengen an Kupfer, Kobalt, Zink, Gold, Eisen und Kohle sowie etliche Lagerstätten des neuen strategischen Rohstoffes Lithium.

2023 schlossen China und Afghanistan bereits mehrere bilaterale Abkommen über die Ausbeutung von Gold-, Eisen- und Zink-Minen im Umfang von umgerechnet sieben Milliarden Dollar. Dazu kommt nun noch ein Vertrag zwischen der Taliban-Regierung und dem chinesischen Großkonzern Xinjiang Central Asia Petroleum and Gas Company (CAPEIC). Dieser sieht vor, dass das Unternehmen während der nächsten 25 Jahre in riesigem Umfang Öl in der Amudarja-Region im Norden Afghanistans fördern darf. Dafür investiert die CAPEIC in den ersten vier Jahren eine runde Milliarde Dollar. 20 Prozent der Anteile an dem Projekt sollen an die Taliban fallen. Nach dem aktuellen Ölpreis beläuft sich der geschätzte Wert der Vorkommen am Amudarja auf mindestens sieben Milliarden Dollar. W.K.