17.04.2026

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Folge 19-24 vom 10. Mai 2024 / Hintergrund / Kein Frieden im Kosovo

© Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 19-24 vom 10. Mai 2024

Hintergrund
Kein Frieden im Kosovo
Bodo Bost

Am 24. März 1999 hatte die NATO ihre Luftschläge gegen Ziele in Serbien, Kosovo und Montenegro begonnen. Der NATO-Einsatz dauerte bis zum 10. Juni 1999. Es war der erste Kampfeinsatz des Militärbündnisses. Auch für deutsche Soldaten war es vor 25 Jahren der erste Kampfeinsatz seit dem Zweiten Weltkrieg.

Nur wenige Monate nach dem NATO-Einsatz wurde der serbische Präsident Slobodan Milošević durch einen unblutigen Volksaufstand von der eigenen Bevölkerung von der Macht verdrängt, der NATO-Einsatz war also auch höchst unsinnig gewesen. Dennoch hatten viele Länder des Westens 2008 die Unabhängigkeit des Kosovo, das heute ein Zentrum von Kriminalität und Korruption in Europa ist, anerkannt, was Moskau und Serbien bis heute nicht getan haben. Auch von 109 der 193 UN-Mitgliedstaaten wird der Kosovo nicht als unabhängig anerkannt.

Die NATO hat zwar die Vertreibung der Kosovaren verhindert, aber nicht die darauffolgende bis heute andauernde Vertreibung der Serben aus dem Kosovo, wo sie heute nur noch knapp zehn Prozent der Bevölkerung stellen, und zwar konzentriert im Norden um die Stadt Mitrovica. Diese Minderheit wird von den Kosovaren mit immer neuen Maßnahmen schikaniert, um sie zur Ausreise zu bewegen. Die Zentralbank des Kosovo kündigte Anfang Januar an, dass das gesamte Kosovo ab dem 1. Februar ausschließlich in Euro zahlen darf. Alle anderen Währungen dürfen nur noch für Auslandsgeschäfte verwendet werden. 

Im serbisch besiedelten Teil des Kosovo ist jedoch der serbische Dinar das allgemeine Zahlungsmittel. Jetzt wurde der Bankverkehr mit Serbien gestoppt, die Kosovo-Serben können also keine Dinare mehr von den Banken abheben. Deshalb können die Senioren keine Renten mehr beziehen, und auch die Staatsbediensteten bekommen ihren serbischen Lohn nicht. All dies löste unter den örtlichen Serben Empörung aus. Auch die Europäische Kommission fürchtet eine Zunahme der Spannungen zwischen den Regierungen in Belgrad und Pristina. 

Als die Kosovo-Serben im Mai 2022 die Kommunalwahlen in ihren Gemeinden boykottierten, wurden sie von albanischen Bürgermeistern abgelöst. Brüssel rief beide Seiten zur Deeskalation auf und drohte Pristina und Belgrad mit „negativen Konsequenzen“, während der Hohe Vertreter der EU für Außen- und Sicherheitspolitik, Josep Borrell, den Kosovo gesondert aufforderte, von Polizeiaktionen abzusehen und in serbisch besiedelten Gebieten Neuwahlen abzuhalten.

Zu diesen Neuwahlen ist es bis heute nicht gekommen. Der Balkan bleibt ein Pulverfass auch 25 Jahre später, als die NATO versuchte, den Brand einseitig zugunsten der Kosovaren zu löschen.