Der Begriff „Leitkultur“ ist für Grünlinke seit Jahren ein Reizwort. Eingeführt hat die Vokabel der Deutsch-Syrer Bassam Tibi, der damit zum Ausdruck bringen wollte, dass Einwanderer ein kulturelles Gehäuse vorfinden müssen, um überhaupt etwas zu haben, worin sie sich integrieren können. Im Jahr 2000 übernahm der heutige CDU-Chef Friedrich Merz den Begriff Leitkultur, wofür er immer wieder heftig von links gescholten wird. Am Rande des CDU-Parteitags wandte sich ein Mitarbeiter der ZDF-„Heute-Show“ an den schleswig-holsteinischen Ministerpräsidenten Daniel Günther mit der provokativen Frage, ob es Teil der Leitkultur sei, das Thema Leitkultur alle paar Jahre aus der Schublade zu holen. Der antwortete: „Absolut. Weil uns einfach sonst nichts eingefallen ist, finde ich es wichtig, dass man das immer wieder aufwärmt.“ Die Antwort ist als gezielte Spitze gegen Merz zu verstehen. Der Partei-Linke Günther hatte bereits eine Öffnung der CDU zur Linkspartei gefordert und koaliert in Kiel lieber mit den Grünen als mit der FDP. H.H.


