Vorwurf der Veruntreuung
Kiew – Die ukrainische Antikorruptionsorganisation „Mezha“ hat nach den Geländegewinnen russischer Truppen in der Region Charkiw den Vorwurf erhoben, dass Geld für den Bau von Verteidigungsanlagen veruntreut wurde. Martyna Bohuslavets, Leiterin der Antikorruptionsorganisation, sagte am 14. Mai gegenüber dem Sender „Radio NV“, Geld für Materiallieferungen und für den Bau von Verteidigungsanlagen sei an Scheinfirmen überwiesen worden. Als Beispiel nannte Bohuslavets Überweisungen von umgerechnet etwa zehn Millionen US-Dollar für Holz, das nicht geliefert wurde. Bereits am 12. Mai hatte Denys Yaroslavskyi, Leiter einer Aufklärungseinheit der ukrainischen Armee, den Vorwurf geäußert, dass im Bereich der Stadt Wowtschansk eine erste Linie von Befestigungen und Minen, die nach offizieller Darstellung für viel Geld errichtet worden war, gar nicht existiert habe.H.M.
Russen kehren zurück
New York – Nach Erkenntnissen des Wirtschaftsinformationsdienstleisters Bloomberg ist inzwischen fast jeder zweite Bürger der Russischen Föderation, der nach dem russischen Einmarsch in die Ukraine im Februar 2022 außer Landes gegangen war, wieder in seine Heimat zurückgekehrt. Bloomberg stützt sich dabei auf die Kundendaten der Rückwanderungsfirma Finion in Moskau. Die meisten Rückkehrer sollen hochqualifizierte Fachkräfte sein und nun wieder spürbar zum Wirtschaftswachstum Russlands beitragen. Sie kommen oftmals aus Staaten wie den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE), Thailand, Indonesien oder der Türkei, die den russischen Emigranten dauerhafte Aufenthaltstitel verweigerten. Außerdem erlebten die Rückkehrer vielfältige Formen von Diskriminierung, die ein Gefühl der Verbitterung erzeugten und sie nunmehr glauben lassen, dass der russischen Präsident Wladimir Putin richtig lag, als er von Auswanderung abriet. W.K.
Gleich hinter Polen
Chicago – Die in Chicago ansässige Radiant Energy Group hat eine Studie vorgelegt, der zufolge in Deutschland durchschnittlich 369 Gramm Kohlendioxid pro Kilowattstunde erzeugtem Strom emittiert werden. Einen höheren Wert hat in Europa nur Polen mit 731 Gramm. Allerdings ist der deutsche Gesamtausstoß an Kohlendioxid seit dem Ausstieg aus der Kernenergie gesunken. Das resultiert aus dem geringeren Verbrauch infolge stark gestiegener Preise und der damit zusammenhängenden Schließung oder Abwanderung von Unternehmen. Der europaweite Mittelwert bei der CO₂-Emission pro produzierter Kilowattstunde liegt bei 103 Gramm. Unterhalb des Mittelwertes liegen die drei skandinavischen Staaten Schweden mit 24, Norwegen mit 34 und Finnland mit 74 Gramm sowie Frankreich mit 41 Gramm. W.K.


