19.04.2026

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Folge 21-24 vom 24. Mai 2024 / Leserbriefe

© Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 21-24 vom 24. Mai 2024

Leserbriefe

Kein russisches Eigentum

Zu: 300 Jahre Immanuel kant (Nr. 19)

Das Interview mit der Organisatorin von Reisen ins Königsberger Gebiet habe ich mit einigem Schmunzeln gelesen. Unübersehbar ist, dass nur die positiven Seiten der Kant-Feierlichkeiten in Königsberg [Kaliningrad] gesehen und alles andere ausgeblendet wird. 

Tatsächlich hatte der Vorsitzende des Organisationskomitees für die Feiern zum 300. Geburtstag des Philosophen, Moskaus Vize-Premier Dmitri Tschernyschenko, im Vorfeld zwar betont, dass „Russland ein gastfreundliches Land war und bleibt“ und jeder zu den Feierlichkeiten willkommen sei – in Wirklichkeit galt das auch in diesem Fall nur eingeschränkt. Führende Mitglieder der Gesellschaft „Freunde Kants und Königsbergs“, die seit vielen Jahren in Kaliningrad aktiv gewesen sind und bei der Bewahrung des Kant‘schen Erbes halfen, hatten vom russischen Geheimdienst FSB schon im Vorfeld des Jubiläums ein Einreiseverbot erhalten und konnten daher nicht an den Feiern teilnehmen. 

Mir selbst wurde die Akkreditierung für den internationalen Kant-Kongress verweigert, obwohl ich über ein russisches Journalisten-Visum verfüge. Eine Begründung dafür müsse man mir nicht mitteilen, hieß es vom Kaliningrader Veranstalter.

Und was die Bemerkung betrifft, Kant werde von der russischen Politik nicht vereinnahmt – da sprechen die Tatsachen bekanntlich eine ganz andere Sprache. Putins Vertreter in Sachen Kant haben in den vergangenen Wochen derart lautstark Kants Lehre im Sinne der heutigen Moskauer Führung umzudrehen versucht, dass sich auf dem Kongress in Kaliningrad mit Alexej Kruglow sogar ein russischer Philosophie-Professor öffentlich gegen eine „Privatisierung“ Kants durch Russland wandte und betonte, Kant gehöre nicht zum russischen Eigentum. So viel Mut ist dort selten in diesen Tagen.

Dr. Christian Neef, Hamburg






Rücksicht auf Österreich

Zu: „Es ist ein ,reizendes Spiel des Geschickes‘“ (Nr. 17)

In dem Artikel wird angeführt, dass der Grund für die Ablehnung der Kaiserkrone im Hinblick auf die kleindeutsche Lösung von Friedrich-Wilhelm IV. damit begründet wurde, „die Nationalversammlung könne keine Krone vergeben“. Die wird als einziger Grund angegeben und findet sich ausnahmslos in allen aktuellen Schulgeschichtsbüchern. 

In älteren Darstellungen findet man häufig die Begründung, die Annahme der Kaiserkrone hätte einen Krieg mit Österreich und Russland bedeuten können. Oder dachte jemand im Ernst, dass auch die Habsburger dem jüngeren Haus Hohenzollern freiwillig die Kaiserkrone anbieten würde? Dazu war Preußen in keiner Weise gerüstet, das Vertrauen der Süddeutschen war völlig verloren gegangen.

Seit 1849 wurde der Gegensatz zwischen Preußen und Österreich schärfer. Der Wiener Staatskanzler Felix Fürst zu Schwarzenberg zeigte sich immer herausfordernder. Als der Kurfürst von Hessen durch Verletzung der Verfassung einen Aufstand in seinem Land hervorgerufen hatte, trat Österreich für und Preußen gegen ihn auf. Es drohte zum Krieg zu kommen. Auch hatte Österreich ohne Preußens Zustimmung am 1. September 1850 den alten Bundestag in Frankfurt am Main wiedereröffnet. Die Reaktion der europäischen Mächte auf die dann am 

18. Januar erfolgte Reichsgründung waren durchweg zurückhaltend bis ablehnend. 

Frankreich ordnete sich als unversöhnlicher Gegner ein, Österreich-Ungarn brauchte Unterstützung des Reichs hinsichtlich der Balkaninteressen. Russland verblieb skeptisch, hatte aber Interesse an wirtschaftlichen Beziehungen zum Reich. Für England war die Reichsgründung gerade noch akzeptabel als Gegengewicht zu Frankreich und Russland. Außerdem besaß das Reich zunächst keine Flotte und Kolonien. 

Der britische Premierminister Benjamin Disraeli brachte es am 9. Februar 1871 auf den Punkt: „Dieser Krieg bedeutet die deutsche Revolution, ein größeres politisches Ereignis als die Französische Revolution des vergangenen Jahrhunderts …Das Gleichgewicht der Macht ist völlig zerstört worden und das Land, das am meisten darunter leidet und das die Auswirkungen dieses großen Wandels am meisten spürt, ist England.“

Markus Krämer, Allendorf/Eder






Die wahren Ostdeutschen

Zu: Scholz’ würdigendes Gedenken und Roths fatale Gedanken (Nr. 16)

Es ist beschämend, wie mit der Kultur unserer wahren Ostdeutschen umgegangen wird. Offenbar regieren jetzt Extremisten in Berlin. Selbst die Russen sind sich der kulturellen Größe der eroberten Ostpreußen bewusst, da es wie eine große Kulturnation handelt.

Martin Behrendt, Osnabrück






Bewusste Angstmacherei

Zu: Das Kartenhaus aus Lügen wankt (Nr. 15)

Nicht erst seit Corona gewinnt man den Eindruck, dass die Lüge fester Bestandteil der Politik nicht nur in unserem Land geworden ist. Der Zweifel (ist der Vater des Gewissens) wurde hier insofern ausgeschaltet, als man weltweit führende medizinische Kapazitäten aus dem Kreis der Zweifler/Mahner konsequent ausschloss beziehungsweise versuchte, deren Stimmen ungehört verhallen zu lassen. 

Es gibt direkte Hinweise darauf, dass schon zu Beginn der Pandemie mit dem Faktor der Angstmacherei die Bevölkerung in die gewünschte Richtung getrimmt werden sollte. 

Am 4. Mai 2020 wurde mit dem Rausschmiss des Referenten Stephan Kohn (aus dem Innenministerium) deutlich, dass die geschürte Panik politisch gewollt und der Lockdown ein Fehlalarm gewesen war. Davon unbeirrt setzte die Politik auch nach dem Regierungswechsel vorsätzlich die falsche Politik fort, obwohl immer mehr deutlich wurde, dass weder die sogenannte Impfung (besser Gentherapie) noch Masken die Übertragung der Krankheit verhindern konnten, zumal Geimpfte wie Ungeimpfte die gleiche Viruslast trugen. Aber das Geschäft mit dem Impfdosen, Masken und Testungen war offenbar zu lukrativ, um abgebrochen werden zu können.

Die rigorose Durchsetzung dieser Politik unter Mitwirkung von weiten Teilen der Mainstreampresse und des öffentlich-rechtlichen Rundfunks führte dazu, dass selbst Gerichte evidenzbasiert Urteile fällten, die jedem Bürger ein Aufmucken als Risiko erscheinen ließen. Selbst erfahrene Familienrichter (wie in Weimar geschehen) spürten diese Konsequenz, wenn sie nicht der vorgegebenen Spur folgten.

Dr. Sucharit Bhakdi, eine emeritierte Medizingröße von der Universität Mainz, sah sich sogar einem Volksverhetzungsverdacht ausgesetzt und konnte zumindest einen erstinstanzlichen Erfolg verbuchen. Er wäre im Bereich der Aufklärung neben Dr. Wolfgang Wodarg eine fachkundige Größe, wenn es um die Aufklärung der tatsächlichen Gefährlichkeit und um das rätselhafte Ausbleiben der sonst jährlich wiederkehrenden Grippesaison in diesen Corona-Jahren geht. 

Leider fehlt in diesem Kreis der am 30. Mai 2023 verunglückte Prof. Dr. Arne Burkhardt, der als Pathologe einer der kritischsten Betrachter der Pandemie-Politik war. 

Als Bürger müssen wir uns fragen, inwieweit wir uns künftig auf Aussagen unserer Volksvertreter als auch auf die bemühten wissenschaftlichen Kapazitäten verlassen können. Wenn alles nur dem Kommerz untergeordnet wird und eine widersprechende Fachwelt einfach ausgeblendet werden kann, findet speziell vor der international drohenden Allmacht der WHO kein Bürger die ihm zustehende Rechtssicherheit, die eine Demokratie ausmachen sollte.

Rudolf Neumann, Torsas/Schweden