Während auf den Straßen der Hauptstadt immer lauter die Auslöschung Israels zugunsten eines Palästinensischen Staates „From the river to the sea“ gefordert wird, gerät Israel auch international immer mehr in die Isolation. Der Westen hat nicht begriffen, dass es auch um seine Existenz geht. Israel verteidigt nicht nur sich selbst gegen seine Feinde, sondern das westliche Modell, das von Freiheit, Demokratie und Menschenrechten geprägt ist.
Wie dramatisch die Lage ist, wurde mir klar, als ich anlässlich eines Besuchs in der Staatsoper Berlin das israelische Camp auf dem August-Bebelplatz entdeckte, das an die von der Hamas entführten Geiseln erinnert. Von den Hunderten unbesorgten Zuschauern von „Don Giovanni“ warf nicht mal ein Dutzend einen Blick auf das Camp. Man plauderte, genoss den Wein und die Abendsonne und ließ sich von drängenden Problemen nicht stören. Ich wollte es genau wissen, deshalb besuchte ich am Sonnabend das Camp noch einmal.
Wieder war es nur ein halbes Dutzend, das sich für das Schicksal der Geiseln interessierte. Dabei waren die Linden voll von Flaneuren. Es war auch nur ein halbes Dutzend Unterstützer da, die ziemlich deprimiert, so hatte es jedenfalls den Anschein, beieinanderhockten. Sie gingen nicht auf die Besucher zu, ich wagte es auch nicht, sie anzusprechen.
Am Tag vorher war die Humboldt-Universität von propalästinensischen Aktivisten besetzt worden. Die „Tagesschau“ berichtete am Abend aber breit über das besoffene Gegröle von ein paar Yuppies auf Sylt, da blieb diese Aktion eine Randnotiz. Israel musste erleben, dass Norwegen, Spanien und Irland den „Palästinensischen Staat“ anerkennen wollen. Die Hamas jubelt. Sie wird für ihre Verbrechen belohnt. Der Westen schaufelt sich sein Grab, wenn er Israel im Stich lässt.


