19.04.2026

Preußische Allgemeine Zeitung Zeitung für Deutschland · Das Ostpreußenblatt · Pommersche Zeitung

Suchen und finden
Folge 22-24 vom 31. Mai 2024 / Klima-Debatte / Natürliche CO₂-Quellen werden kaum beachtet / 96 Prozent des Kohlendioxid-Ausstoßes stammen nicht vom Menschen – Vulkanische Aktivität spielt hier eine Hauptrolle

© Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 22-24 vom 31. Mai 2024

Klima-Debatte
Natürliche CO₂-Quellen werden kaum beachtet
96 Prozent des Kohlendioxid-Ausstoßes stammen nicht vom Menschen – Vulkanische Aktivität spielt hier eine Hauptrolle

Einer der vielen flachen Krater im Bereich der Campi Flegrei bei Neapel ist der seit rund 4000 Jahren existierende Solfatara, dessen Durchmesser bei rund 700 Metern liegt. Aus seinem Boden steigen in wachsendem Maße heiße vulkanische Gase auf, die hauptsächlich aus Schwefelwasserstoff, Wasserdampf und Kohlendioxid bestehen. 

Wie Messungen italienischer Vulkanologen um Gianmarco Buono im Jahr 2022 ergaben, stößt der Solfatara mittlerweile 4000 bis 5000 Tonnen CO₂ am Tag aus. Da es in den Campi Flegrei noch rund 50 weitere ähnlich aktive Krater gibt, gehört der Bereich oberhalb der Magmakammer des unterirdischen Supervulkans zu den acht größten Kohlendioxid-Emittenten auf der Welt. Dennoch werden die CO₂-Ausgasungen aus vulkanischen Quellen in den gängigen Klimamodellen kaum berücksichtigt. Das ergab eine Studie von sieben britischen und deutschen Atmosphärenphysikern um Man Mei Chim und Anja Schmidt, welche im Juni 2023 in der Fachzeitschrift „Geophysical Research Letters“ erschien.

Darin heißt es zunächst, dass die Wirkung der Aschewolken und Aerosole, welche bei Vulkanausbrüchen in die Atmosphäre gelangen und zu einem Rückgang der globalen Durchschnittstemperatur führen, in den meisten Klimamodellen „wahrscheinlich um den Faktor zwei und möglicherweise sogar um den Faktor vier unterschätzt“ werde. Das liege vor allem an der mangelnden Beachtung der in der Summe durchaus beträchtlichen Effekte kleinerer Eruptionen. Denn diese fänden im Gegensatz zu den großen, spektakulären Ausbrüchen alle ein bis zwei Jahre statt. Gleichzeitig falle der CO₂-Ausstoß vulkanisch hochaktiver Regionen rund um den Globus, wie sie die Campi Flegrei mit ihren zahlreichen Eruptionsherden darstellen, weitgehend unter den Tisch.

Andererseits sind Vulkane aber nicht die einzigen natürlichen Produzenten des angeblichen „Klimakillers“ CO₂. Darauf verweist unter anderem der Gründer und Präsident des Europäischen Instituts für Klima und Energie in Jena (EIKE), Holger Thuß: Letztlich produziere die Natur rund 96 Prozent der weltweiten CO₂-Menge, während der Mensch durch seine biologischen und industriellen Aktivitäten nur die restlichen vier Prozent beisteuere.

Zu den sonstigen natürlichen CO₂-Quellen zählen die sogenannten Mofetten. Das sind Austrittspunkte für unterirdisch entstandenes Kohlendioxid, an denen relativ niedrige Temperaturen herrschen, und die teilweise ebenfalls durch vulkanische Vorgänge gespeist werden, teilweise aber auch durch andere geologische Prozesse. Als typische Beispiele hierfür können die Mofetten am Laacher See in der Eifel und das Soos-Mineralmoor in Tschechien dienen.

Darüber hinaus verdienen die in der Tiefsee zu findenden sogenannten Schwarzen und Weißen Raucher wie Loki’s Castle auf dem Mittelatlantischen Rücken Erwähnung. Diese hydrothermalen Quellen liegen im Bereich aktiver tektonischer Bruchzonen entlang des Meeresgrundes und setzen nicht nur extrem heißes Wasser, sondern auch verschiedene Gase wie eben Kohlendioxid frei. W.K.