Die Kanaken sind die melanesischen Ureinwohner Neukaledoniens. Der Name für ihre Ethnie, welche sich aus unzähligen kleineren Stämmen zusammensetzt, ist eine Ableitung aus dem urtümlichen, im ganzen Pazifikraum verbreiteten Wort „Tangata“, wobei „Kanake“ wörtlich übersetzt „Mann“ oder „Mensch“ bedeutet. Später wurde daraus dann parallel die oftmals abwertend gemeinte europäische Bezeichnung für einen Angehörigen der Völker Ozeaniens.
Bei der letzten Volkszählung auf Neukaledonien bezeichneten sich 111.856 Personen als Kanaken. Somit stellen die Ureinwohner heute nur noch reichlich 41 Prozent der Bevölkerung der französischen Überseegemeinschaft.
Vor der Ankunft der ersten europäischen Seefahrer im Jahre 1774 hatten die Kanaken kein eigenes Staatsgebilde geschaffen und sich auch sonst nicht in größerem Umfang organisiert. Während der Kolonialzeit, welche mit der Inbesitznahme der Inselgruppe im September 1853 im Namen von Kaiser Napoleon III. begann, wurden die Kanaken als Menschen zweiter Klasse behandelt. Die Folge waren ständige Aufstände, die bis 1917 andauerten.
Mit der Zuerkennung der französischen Bürgerrechte im Jahr 1953 verbesserte sich der rechtliche, politische und soziale Status der Kanaken. So entstand der Sénat coutumier, dessen Mitglieder ausschließlich von den Ureinwohnern gewählt werden und der bei jeder administrativen oder wirtschaftlichen Entscheidung zu konsultieren ist, welche die Kanaken betrifft.
Die Mehrzahl der autochthonen Bevölkerung lebt in speziellen Bezirken, genannt Tribus, in denen Sonderregeln auf der Basis der kulturellen Traditionen der Kanaken gelten. Jeder zweite Bewohner dieser Tribus hat keinerlei Ausbildung absolviert und geht auch keiner Arbeit nach, weswegen der französische Staat mit Sozialleistungen aushelfen muss. Außerhalb der Tribus liegt die Arbeitslosenquote unter den Kanaken ebenfalls noch bei 26,5 Prozent..


