Er hat überlebt. Das ist die gute Nachricht. Die schlechte: Der Polizist, der
Michael Stürzenberger vor dem afghanischen Messerangreifer in Mannheim schützen wollte, musste diese Heldentat mit seinem Leben bezahlen. Wie mitschuldig muss sich nun jemand fühlen, für den ein anderer gestorben ist?
Die Frage muss Stürzenberger mit sich selbst ausmachen. Als Islamkritiker hat er bislang oft genug die Gegenseite provoziert und in Kauf genommen, dass sein eigenes Leben in Gefahr gerät und immer darauf gesetzt, dass die Polizei ihm schützend zur Seite steht. Schon mehrfach wurde der 59-jährige Journalist und Aktivist bei Wahlkampfauftritten für die rechte Kleinpartei Die Freiheit oder für den islamkritischen Verein Bürgerbewegung Pax Europa tätlich angegriffen. Bevor er am 31. Mai in Mannheim den Messerangriff des abgelehnten afghanischen Asylbewerbers überlebte, wurde er 2013 und 2022 mit Faustschlägen von Personen ausländischer Herkunft attackiert.
Eine weitaus größere terroristische Tat hat Stürzenberger überhaupt erst dazu bewegt, sich in diese politische Schlangengrube herabzulassen. Bei den islamischen Terroranschlägen von Mumbai im Jahr 2008 war der mit ihm befreundete CSU-Politiker Ralph Burkei eines der
166 Opfer. Stürzenberger war bis dahin selbst noch Mitglied der CSU und von 2003 bis 2004 sogar Pressesprecher der Münchner CSU unter der Franz-Josef-Strauß-Tochter Monika Hohlmeier. Doch nach der Terrortat von Mumbai geriet er politisch auf Abwege. War Stürzenberger nach einem nicht abgeschlossenen Studium der Politik und Geschichte noch als Sportreporter unter anderem für private Fernsehsender tätig, so verlagerte sich sein Sendungsbewusstsein hin zur Warnung vor dem politischen Islam.
Er trat aus der CSU aus und in die Partei Die Freiheit ein, deren Bundesvorsitzender er bis zu deren Auflösung im Jahr 2016 war. Seitdem engagiert er sich für die Bürgerbewegung Pax Europa, mit der er gegen die drohende Islamisierung Europas zu Felde zieht. Wegen seiner radikalen islamfeindlichen Ansichten geriet er zwischendurch auch ins Visier des Verfassungsschutzes, wohl wissend, dass abweichende Meinungen von allen Seiten bekämpft werden.


