19.04.2026

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Folge 23-24 vom 07. Juni 2024 / Aus den Landesgruppen der Landsmannschaft Ostpreußen e.V.

© Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 23-24 vom 07. Juni 2024

Aus den Landesgruppen der Landsmannschaft Ostpreußen e.V.

Bayern

Vorsitzender: Christoph Stabe, Ringstraße 51a, App. 315, 85540 Haar, Tel.: (089)23147021 stabe@low-bayern.de, www.low-bayern.de

Altmühlfranken – Sonnabend, 

15. Juni, 15.30 Uhr, Karlshalle am Karlsplatz, Ansbach: Vortragsveranstaltung aus Anlass seines 300. Geburtstages „Immanuel Kant in Königsberg – Der Weltgelehrte in seiner Welt“ mit Jörn Pekrul, Berlin.






Hessen

Stellv. Vorsitzender: Gerd-Helmut Schäfer, Rosenweg 28,61381 Friedrichsdorf, Telefon (0170) 3086700


70 Jahre Heimatgruppe der Insterburger, Darmstadt am 11. Mai

Darmstadt/Dieburg – Der Einladung zur Gedenkfeier waren 

33 Heimatfreunde gefolgt.

Die begrüßenden Worte sprach Jürgen Pantel, mit besonderem Gruß an Gerlinde Groß Vorsitzende der LOW Kreisgruppe Frankfurt, sowie an Gerhard Schröder, Vorsitzender der LOW Kreisgruppe Darmstadt/Dieburg.

Besonders begrüßt wurde Pfarrer Martin Diehl aus Egelsbach. Pfarrer Diehl erinnerte mit seinen Worten an die Zeit der Flucht und Vertreibung der Menschen aus dem ostpreußischen Land. In Gedanken an Ostpreußen stimmte Pfarrer Martin Diehl das Lied „Ännchen von Tharau“ an, und wir sangen gemeinsam vier Strophen. 

Gruß- und Dankesworte überbrachte die BdV Vorsitzende der Gruppe Darmstadt/Dieburg Frau Gisela Greiner zum 70-jährigen Bestehen der Heimatgruppe der Insterburger Darmstadt und einem Dankeschön mit Blumen an Renate Buslaps und Gisela Keller. Die LOW-Gruppe Darmstadt/Dieburg erfreute die Gäste mit Königsberger Marzipanherzen. 

Die Festansprache „70 Jahre Heimatgruppe Darmstadt der Insterburger“ hielt Reiner Buslaps.

Auszug aus der Festansprache:

Nach 70 Jahren zu feiern ist auch ein Anlass zurückzublicken, und das macht deutlich, dass wir vor fast 80 Jahren unsere Heimat verlassen mussten. 

Bei der Gründungsversammlung 1954 wurde zur Orientierungshilfe in der neuen Heimat durch Herrn Herbert Stoepel die Heimatgruppe Darmstadt der Insterburger gegründet. Aus der Gründungszeit ist Jürgen Pantel der einzige Zeitzeuge, der die Aktivitäten der Heimatgruppe Darmstadt bis heute unterstützt. Gute Verbindungen in die alte Heimat Insterburg bestehen heute noch, so trat der Kammerchor Harmonia aus Insterburg [Tschernjachowsk] in der Vergangenheit auf seinen Deutschlandtourneen drei Mal in der Ev. Kirche in Egelsbach auf. Erfreulicherweise wurden vor zirka 35 Jahren die Grenzen nach Ostpreußen geöffnet, und die Heimatgruppe Darmstadt konnte insgesamt 35 Reisen (Flug oder Bus) nach Insterburg durchführen. Leider ist dies heute nicht mehr möglich. Die heutige Gedenkfeier zeigt uns in besonders anschaulicher Weise durch die Anwesenheit der Mitglieder der LOW Kreisgruppe Darmstadt/Dieburg die heimatliche Verbundenheit und das Zusammengehörigkeitsgefühl der Heimatvertriebenen mit den einzelnen örtlichen Heimatgruppen in der Bundesrepublik Deutschland. Mein Dank gilt all denen, die uns bei der Vorbereitung der Veranstaltung unterstützt haben. Ein ganz besonderer Dank geht an meine Frau Renate.

Rainer Buslaps bedankte sich mit einem Buch-Geschenk bei Pfarrer Martin Diehl für die nachdenklichen Worte an die feiernde Runde.

Im Anschluss sangen wir gemeinsam das Ostpreußenlied „Land der dunklen Wälder“.

Dankes- und Erinnerungsworte sprachen Gerlinde Groß von der LOW Kreisgruppe Frankfurt, Gerhard Schröder von der LOW Kreisgruppe Darmstadt-Dieburg und Gisela Greiner von der BdV-Gruppe Darmstadt.

Ganz besonders zu erwähnen ist, dass uns auch Grußworte per E-Mail aus Insterburg [Tschernjachowsk] erreichten, von dem Museum im Alten Schloß und von der ev. luth. Kirchengemeinde.

Zum gemeinsamen Königsberger Klopse-Essen waren alle Gäste von der Heimatgruppe Darmstadt der Insterburger eingeladen. Man ließ es sich schmecken. Auch das „Schlubberchen“ selbstgemachten Bärenfangs von Renate Buslaps wurde freudig begrüßt.

Plachandern und Schabbern gehörte selbstverständlich zur Feier dazu.

Der Vortrag „Erinnerungen an Insterburg“ von Reiner Buslaps, wurde von allen sehr aufmerksam verfolgt: 

„Mein Name ist Reiner Buslaps. 1940 wurde ich in Insterburg, dem heutigen Tschernjachowsk geboren. Zur damaligen Zeit betrug die Einwohnerzahl der Stadt Insterburg 48.711 Personen, des Landkreises Insterburg 43.028 Personen.

Insterburg hat eine sehr interessante Geschichte und Vorgeschichte.

Hier einige der wichtigsten Daten:  

1336 Der deutsche Ritterorden erbaut das „Haus Insterburg“

1583 Verleihung der Stadtrechte durch Markgraf Georg Friedrich von Ansbach.

1610-1612 Bau der Lutherkirche, Wahrzeichen der Stadt Insterburg. 

1975 wurden die Ruinenreste der Lutherkirche abgetragen.

Im 16. Jahrhundert blühte die Stadt dank des Marktrechtes und Getreidehandels auf. Die günstige Lage am Wasser und an wichtigen Handelsstraßen trug dazu bei, dass Insterburg zu einem Wirtschafts- und Kulturzentrum des ganzen Gebietes wurde.

1700–1709 das durch die Schwedenkriege und Misswirtschaft geschwächte Land erlebte Pestzeiten und Landflucht.

1711–1732 unter König Friedrich Wilhelm dem I. siedelten Salzburger, Nassauer, Schweizer und andere Einwanderer in Ostpreußen an.

1758–1762 Besetzung der Stadt durch russische Truppen während des Siebenjährigen Krieges.

Insterburg erhält als eine der ersten preußischen Städte eine Selbstverwaltung.

Erste Stadtverordnetenversammlung war am 9. Januar 1809.

1815 Insterburg wurde Verwaltungssitz des gleichnamigen Landkreises im Regierungsbezirk Gumbinnen.

Nach 1850 entwickelt sich die Stadt schnell, es gab hier eine Textil- und Maschinenfabrik, eine Eisengießerei, Mühlen, Brauereien, mehrere Schulen und Behörden, einen Flugplatz und eine große Garnison.

Dank der Eisenbahn ab 1860 wurde Insterburg zu einem wichtigen wirtschaftlichen und militärischen Verkehrsknotenpunkt, wo sich die zwei wichtigsten ostpreußischen Eisenbahnlinien kreuzten: Königsberg-Eydtkunen und Allenstein-Tilsit.

Insterburg war die bekannteste Reit- und Turnierstadt in Ostpreußen und bekannt für seine weltberühmte Trakehner Pferdezucht.

1902 wird Insterburg eigenständiger Stadtkreis und scheidet aus dem Landkreis aus.

Vom 24. August -11. September 1914 erfolgt die Besetzung der Stadt durch die russische Armee während des 1. Weltkrieges. Nach der Vertreibung der russischen Armee wird Insterburg zum Hauptquartier von General Feldmarschall von Hindenburg.

Im Jahre 1936 gehörte Insterburg zu den ersten deutschen Städten in Deutschland, die zwischen 1930 und1937 für den öffentlichen Personenverkehr ein O-Bus-Netz erhielt. Bis 1940 gab es hier bereits sechs O-Buslinien.

Während im ersten Weltkrieg die Stadt weitgehend verschont blieb, erlitt sie im Zweiten Weltkrieg durch Luftangriffe der russischen Armee (27. Juli 1944) und Bodenkämpfe schwere Schäden. Am 20. und 22. Januar 1945 erfolgte der Räumungsbefehl der Stadt Insterburg und am 21. und 22. Januar 1945 die Besetzung der Stadt durch die rote Armee der Sowjetunion. Trotz der kriegsbedingten Zerstörung sind heute noch über 60 Prozent der historische Bausubstanz des ehemaligen Insterburgs erhalten.

Nach der politischen Wende 1990 war es den vertriebenen Insterburgern wieder möglich, Ostpreußen und den Landkreis Insterburg zu besuchen. In den ersten Jahren nach der Wende gab es mehrere humanitäre Transporte, um die Lebenssituation der heutigen Bewohner der Stadt Tschernjachowsk zu verbessern. Der in Georgenburg (Majewka) aufgewachsene Pfarrer Claus Burmeister brachte mehrere gebrauchte Omnibusse für den öffentlichen Personenverkehr nach Tschernjachowsk.

Weitere Aktivitäten, Initiativen und Projekte der Heimatgruppe Darmstadt Insterburg/Tschernjachowsk.

– Restaurierung des Stadtwappens im Wasserturm der Belostaße (Sportwnaka)

– Aktivitäten im Pädagogischen Lehrercollege, z.B. durch Besuch von Deutschseminaren.

– Feierliche Enthüllung der Ehrentafel deutsch/russisch für die ostpreußische Dichterin Frieda Jung, der Ehrenbürgerin der Stadt Insterburg, an ihrem Wohnhaus in der Friedrichstraße (Teatralnaja).

– Freundschaftliche Beziehungen zum Chor Harmonia mit Auftritten u.a. in Deutschland, und bei Besuchen der Reisegruppen in Tschernjachowsk.

– Teilnahme an deutschen Kulturtagen der Stadt Tschernjachowsk.

– Hilfe bei der Erstellung des Stadtplanes deutsch/russisch der Stadt Insterburg/Tschernjachowsk des Blochplan-Verlages in Berlin

– Materialfindung und Bereitstellung zur wissenschaftlich-praktischen Konferenz.

– „Ausbildung von Lehren- von der Tradition zur Moderne“ in Insterburg/Tschernjachowsk, gewidmet dem 200. Geburtstag des Lehreseminares in Karalene/Luisenberg (Zelenyi Bor).

– Kulturhistorische Zusammenarbeit mit der Bibliothek und dem Museum für historische-heimatkundliche Information der Stadt Tschernjachowsk im Alten Schloss.

– Unterstützung der kulturellen Veranstaltung im Alten Schloss. 

Wir hoffen, im Sinne der Völkerverständigung die Kontakte zu vielen Bürgern der Stadt Tschernjachowsk, zur Evangelisch-lutherischen Kirche, zum Chor Harmonia und zur Bibliothek unserer Heimatstadt, trotz der politische Turbulenzen, weiterhin aufrecht erhalten zu können.

Anlässlich des Besuches von Präsident Kennedy am 26. Juni 1963 in Berlin, hat er am Ende seiner Rede gesagt: „Ich bin ein Berliner“.

Ich, Reiner Buslaps, sage am Ende meiner Rede ‘Ich bin ein Insterburger‘.“

Am Ende des Vortrages erhielt jeder Teilnehmer und Heimatfreund eine von Renate und Reiner Buslaps erstellte Mappe mit den wichtigsten historischen Daten und weiteren Informationen über Insterburg.

Die Zeit war mittlerweile sehr weit fortgeschritten und bei Kaffee und Kuchen (der Kuchen wie immer von den Gästen gespendet) war lebhaftes Plachandern und Schabbern überall in der Tischrunde zu hören.

So ging eine schöne Veranstaltung zu Ende und man freute sich schon auf das nächste Wiedersehen nach der Sommerpause am 14. September.

Christian Keller


Film „Sudentenland“

Wetzlar – Dienstag, 11. Juni, Gaststätte „Zum Matchball“, Tennisplatz, Bodenfeld: Kuno Kutz zeigt den Film „Sudetenland wurde es genannt“.


Tag der Heimat

Wiesbaden – Sonnabend, 8. Juni, 

11 Uhr, Gedenkstein der Landsmannschaften im BdV, Wi-Kohlheck, Kranichstraße: Leitwort: „Heimatvertriebene und Heimatverbliebene: Gemeinsam für ein friedliches Europa“





Einladung

Zu einem großen Ostpreußischen Markttag, in Winsen (Luhe) beim Rathaus. Rathausstraße, 21423 Winsen (Luhe), am 8. Juni von 

9 Uhr bis 13.30 Uhr.

Angeboten wird: Ostpreußisches Kulturgut wie; Bernstein (Schmuck & Bilder), Literatur zum Spendenpreis & kostenlos, Ostpreußische Maler (Bilder klein & groß), Ostpreußische Skulpturen (vom Elch bis Ännchen von Tharau), Ostpreußens Medizin (Bärenfang, Meschkinnes & Trakehner Blut,

Fahnen, Karten, Singebücher, Erntekrone mit Ständer & diverses mehr.

Unser zusätzliches Veranstaltungsprogramm:

Von 10 Uhr bis 11 Uhr spielt die Feuerwehr Blaskapelle Roydorf.

Ansprache zum Markttag durch den 1. Vorsitzenden der Landsmannschaft der Ost und Westpreußen Winsen (Luhe),

„Ostpreußen was ist das?“

Von 11.30 Uhr bis 12. 30 Uhr wird ein freies Singen (für Jedermann) mit einem Akkordeonspieler, zum Mitsingen angeboten.

Hans-Dieter Kossack, 1. Vorsitzender


Foto: Historisches Bild Bernsteinwäscherei Palmnicken: Die aus dem Holzrohr abfließende blaue Erde wird von Kindern nach Bernsteinstückchen durchsucht.Foto: Bildarchiv Ostpreußen


Monatsveranstaltung:

Bonn – Dienstag, 11. Juni, 18 Uhr, „Haus am Rhein“, Bonn-Beuel, Elsa-Brändström-Straße 74, Monatsveranstaltung mit Waldemar Moscicki. Danzigs weltliche Kantaten von Johann Balthasar Christian Freislich als ein einmaliges Zeugnis des Selbstverständnisses der Danziger Bürgerschaft im 18. Jahrhundert und ihrer Auffassung der Geschichte. Ein musikalischer Abend mit historischen Kommentaren. 

Dieses Thema ist eine Wiederholung der Monatsveranstaltung vom Februar 2023, an der nur drei Personen teilnahmen.




Bericht zum Themenabend: „Flucht, Vertreibung und Beheimatung im Spiegel der Zeit“

Am Mittwoch, den 15. Mai fuhren wir, Liane Labuhn, Ingrid Labuhn und Alexander Schulz auf Einladung nach Berlin, in die ständige Landesvertretung Sachsen. Die Veranstaltung begann um 19 Uhr, mit der Begrüßung des Staatssekretärs des Hauses Herr Conrad Clemens und Herrn Frank Hirche, Vorstandsvorsitzender von Erinnerung, Begegnung, Integration – Stiftung der Vertriebenen im Freistaat Sachsen.

Im Anschluss hielt Frau Dr. Heike Amos einen Impulsvortrag: „Vertriebene in der DDR“ Sie sprach von 2,8 Millionen Auswanderern, davon waren 2/3 Vertriebene und 700.000 Menschen blieben in Sachsen. In der DDR wurden sie als Umsiedler bezeichnet. Da in der DDR kein Gesetz die Versammlung von Umsiedlern verbot, konnten sich die Vertriebenen unter dem Deckmantel von Familienfeiern, Sporttreffen und anderen Vorwänden treffen und versammeln. Die größten Versammlungen gab es in der Nähe von Leipzig, von bis zu 2000 Vertriebenen. Später wurden diese Versammlungen im Leipziger Zoo durchgeführt. Am Ende der Ausführungen von Frau Heike Amos beklagte sie, dass bis heute noch kein Lehrstuhl gegen Flucht und Vertreibung in der Bundesrepublik zu finden ist.

Bevor Dr. Jens Baumann das Projekt: Transferraum Heimat“ in Knappenrode vorstellte, lief ein Film über fünf geflüchtete Frauen aus dem Irak. Sie erzählten, wie froh sie seien, hier in Deutschland angekommen zu sein, die Sprache zu erlernen, eine Berufsausbildung abzuschließen und sich in Deutschland einbringen zu wollen.

In den Ausführungen von Dr. Jens Baumann gab er bekannt, dass am 8. Juni der „Transferraum Heimat“ von Ministerpräsidenten Michael Kretschmer für die Öffentlichkeit in einer Feierstunde eröffnet wird.

An der Podiumsdiskussion nahmen Frau Dr. Gundula Bavendamm, Direktorin der Stiftung Flucht, Vertreibung, Versöhnung und Herr Bernhard Gaida, Sprecher der Arbeitsgemeinschaft deutscher Minderheiten in Polen und Herr Thomas Konhäuser, Geschäftsführer der Kulturstiftung der deutschen Vertriebenen, teil. Moderiert wurde die Diskussion von Dr. Joachim Klose, Leiter des Politischen Bildungsforums Berlin Konrad Adenauer Stiftung.

In dieser Diskussion wurde gesagt, dass man Flucht und Vertreibung nicht miteinander vergleichen solle, da es Unterschiede gäbe, wie den Verlust der Heimat als Ort oder den Verlust des gleichbehandelten Lebensrechtes.

In der Fragerunde an das Aditorium wies Herr Alexander Schulz darauf hin, dass die Geschichtsbücher in den Schulen überarbeitet werden müssen. Es solle weniger Römisches Reich und mehr Neuzeit Geschichte in den Lehrbüchern stehen, so formulierte es in einer Videokonferenz der Kultusminister von Sachsen, Herr Christian Piwarz.

Da dieses Thema ein Bundesweites ist, sollte sich die Kultusministerkonferenz damit beschäftigen. Material über die Flucht und Vertreibung schlummert immer noch bei den Geschichtsvereinen, wie Heimatkreisen, Landesgruppen und Ortsgruppen.


Ostpreußisches Landesmuseum

Künstlerkolonien im Vergleich: Ahrenshoop – Nidden – Schwaan: Studienreise nach Ahrenshoop, Schwaan und Ribnitz-Damgarten vom 8. bis 10. Oktober: Wissenschaftliche Begleitung: Dr. Jörn Barfod, Autor des Buches „Nidden: Künstlerkolonie auf der Kurischen Nehrung“: Kostenbeitrag: 410 Euro im Doppelzimmer (Einzelzimmer-Zuschlag 110 Euro)

Als Künstler am Ende des 19. Jahrhunderts das Land für sich entdecken, stießen sie an der Ostseeküste auf das Fischerdorf Ahrenshoop. Zu den ersten, die sich ab 1892 dort ansiedelten, gehörte Paul Müller-Kaempff (1861–1941), der als Begründer der Malerkolonie gilt. Im Jahr 1894 errichtete er die erste Malschule, das heutige Künstlerhaus Lukas. Aus der Malerkolonie entwickelte sich ein Künstlerort mit besonderer Ausstrahlung, der bis heute Künstler und Künstlerfreunde in seinen Bann zieht. Die Künstlerkolonie Nidden entwickelte sich wiederum ab etwa 1880 im Fischerdorf Nidden um das Gasthaus von Hermann Blode. Hier traf sich im Sommer ein Kreis von Künstlern mit dem Maler Ernst Bischoff-Culm (1870–1917) und weiteren. Hieraus erwuchs der später weithin bekannte Ruf als Künstlerort auf der Kurischen Nehrung.

Das Ostpreußische Landesmuseum lädt zu einer Reise nach Ahrenshoop und Schwaan ein. Erfahren Sie mehr über die Geschichte der Künstlerkolonien in Deutschland. Welche Faktoren trugen zu ihrer Entstehung bei? Wie hat die Landschaft die Künstler in ihrem Schaffen beeinflusst und wie prägten die Künstler ihrerseits das Erscheinungsbild der Orte? Welche Kunststile und -techniken waren besonders populär? Während der Exkursion haben Sie die einzigartige Möglichkeit, Parallelen und Unterschiede der Künstlerkolonie Ahrenshoop zur ostpreußischen Künstlerkolonie Nidden festzustellen, da das Kunstmuseum Ahrenshoop vom 21. September bis zum 30. März 2025 die Ausstellung „Künstlerkolonie Nidden“ zeigt. Auf dem Programm steht auch eine Besichtigung des Kunstmuseums in Schwaan, das ausdrucksstarke Landschaften der Künstlerkolonie Schwaan im 19. und 20. Jahrhundert zeigt. Diese Künstlerkolonie wird oft als Worpswede von Mecklenburg bezeichnet. Die Besichtigung des Bernsteinmuseums in Ribnitz-Damgarten rundet das Programm ab. Weitere Informationen und Anmeldung: Agata Kern, Kulturreferentin am Ostpreußischen Landesmuseum; Heiligengeiststraße 38, 21335 Lüneburg; Telefon (04131) 7599515; E-Mail: a.kern@ol-lg.de