Sein Roman „Stadt der Klingen“ ist der erste, den der irakische Germanist, Journalist und Buchautor Najem Wali in deutscher Sprache verfasst hat. Der Roman erzählt von einer seltsamen und geheimnisvollen Verflechtung einer deutschen und einer irakischen Familie.
Der arbeitslose Behördendolmetscher Nuri Mohsen, der bei einer bewussten Fehlübersetzung erwischt und deshalb entlassen wurde, lernt in einem Pub der Messer-Stadt Solingen einen rätselhaften Deutschen kennen, der ihn mit einer ebenso undurchsichtigen Suche nach einem in den 1960er Jahren verschwundenen Dolch beauftragt. Bei der Suche lernt er neben einer soeben über die Türkei nach Deutschland geflüchteten Irakerin eine alte Dame kennen, deren Schicksal, wie sich später herausstellt, aufs Engste mit seinem verbunden zu sein scheint. In reichlich konstruierten Nebensträngen tauchen ein rechter Ideologe und ausländerfeindlicher Verwandter der Dame auf sowie dessen hörige Ehefrau und Pub-Besucher, die bei der Aufklärung des Rätsels helfen.
Am Ende wird die Geschichte des Dolchs geklärt, die mit einer unglücklichen Liebe verbunden ist. Der traurige Grundton und eine schöne Sprache ziehen den Leser in den Bann.
Najem Wali: „Stadt der Klingen. Roman“, Secession Verlag, Berlin 2024, gebunden, 191 Seiten, 25 Euro


