Als der Jugendliche Robert im Sommer 1988 seine neue Schule betritt, fällt ihm sofort Frederika auf. Sie läuft zwar wie eine Ente, wie Robert findet, hat aber ein wunderschönes Zahnlücken-Lächeln. Die beiden freunden sich an und verbringen eine ereignisreiche und fröhliche Teenager-Zeit zusammen. Robert verliebt sich in sie, doch als er ihr endlich nach dem Abitur seine Liebe gestehen will, erzählt sie ihm zuvor, dass sie als Au-pair-Mädchen nach Australien gehen will. Robert spricht deshalb nichts von seinen Gefühlen und leidet ein paar Monate vor sich hin.
Als Frie, wie sie sich nennt, zurückkommt und sie da weitermachen will, wo beide aufgehört hatten, zeigt er ihr jedoch die kalte Schulter. Nach vielen Jahren erst sehen sie sich wieder und empfinden immer noch etwas füreinander.
Julia Karnicks wundervoller Roman „Man sieht sich“ beschreibt in flüssigem Stil die Gefühle der Jugendlichen und erzählt einfühlsam die Zeit des Erwachsenwerdens. Es ist eine äußerst spannende und sehr zu empfehlende Lektüre.
Julia Karnick: „Man sieht sich“, dtv, München 2024, gebunden, 480 Seiten, 23 Euro


