09.05.2026

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Folge 24-24 vom 14. Juni 2024 / Europawahl / AfD behauptete sich trotz Wahlpannen / Konservative legten insgesamt zu – Auch Neuparteien schicken Abgeordnete nach Straßburg

© Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 24-24 vom 14. Juni 2024

Europawahl
AfD behauptete sich trotz Wahlpannen
Konservative legten insgesamt zu – Auch Neuparteien schicken Abgeordnete nach Straßburg
P.E.

Trotz großer Probleme während des Wahlkampfs konnte die Alternative für Deutschland (AfD) ihr Ergebnis bei der Europawahl deutlich verbessern und landete am Ende mit 15,9 Prozent auf dem zweiten Platz. Das waren zwar weniger Stimmen als bei der Listenaufstellung vor knapp einem Jahr angepeilt, aber aufgrund der zahlreichen Pannen und Querelen um die beiden Spitzenkandidaten Maximilian Krah und Petr Bystron hatte die Parteiführung zuletzt ein Resultat von 15 Prozent als Ziel ausgegeben. 

„Wir sind zufrieden. Wir konnten zulegen und sind im Osten durchgehend stärkste Partei“, sagte die Co-Vorsitzende Alice Weidel, die am Wahlabend ein Bekenntnis zu beiden Spitzenkandidaten vermied. Ihr bestes Ergebnis erzielte die Rechtspartei in Sachsen mit 31,8 Prozent, am schwächsten schnitt sie Hamburg mit acht Prozent ab. 

Bei der AfD verfestigte sich dabei der schon länger zu beobachtende Trend: stark im Osten, mäßig im Norden sowie durchschnittlich im Westen und Süden. Trotz aller Widrigkeiten konnte die AfD untermauern, dass neben ihr im rechten Wählerspektrum kein wirklicher Platz ist. Protestwähler orientierten sich ansonsten auch zum neugegründeten Bündnis Sahra Wagenknecht, das im Osten überall auf Anhieb zweistellig wurde, im Westen aber bis auf das Saarland und Bremen überall unter der Fünf-Prozent-Hürde blieb. Für das neugegründete Bündnis Deutschland, das auch ehemalige AfD-Mitglieder in seinen Reihen hat, wurde der Wahlantritt zu einem Fiasko. Mit 0,4 Prozent wurde das Minimalziel, einen Abgeordneten nach Straßburg zu entsenden, verfehlt. Geringe Zuwächse, aber auch nur ein zusätzliches Mandat erzielten die Freien Wähler, die auf 2,7 Prozent kamen. Ihr Problem bleiben die mageren Resultate in westdeutschen Flächenländern wie Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen. In ihren Hochburgen Bayern und Rheinland-Pfalz lag die Partei über der Fünf-Prozent-Marke. 

14 Parteien im EU-Parlament

Insgesamt ziehen 14 Parteien aus Deutschland ins Europaparlament ein, was auch damit zusammenhängt, dass es bisher keine Sperrklausel gibt. Das soll sich zur nächsten Wahl ändern. Für eine Überraschung sorgte die EU-freundliche Bewegung Volt, die auf rund 2,5 Prozent der Stimmen kam und nun drei Abgeordnete nach Straßburg entsenden kann. Bei den Jung-Wählern lag die Partei auf Augenhöhe mit der SPD. Insgesamt wählten die Erstwähler weitaus häufiger Kleinparteien als die Etablierten. Bei der jetzigen Europawahl trat Volt mit der Forderung auf, die EU zu einem Bundesstaat auszubauen, Vetorechte der EU-Mitgliedstaaten abzuschaffen, die Energieversorgung bis 2035 komplett auf Ökoenergie umzustellen und die Seenotrettung von Immigranten zu legalisieren. Ziemlich folgerichtig werden sich die Abgeordneten der Fraktion der Grünen anschließen. 

Bei den gleichzeitig stattfindenden Kommunalwahlen in mehreren Bundesländern konnte die AfD übrigens fast überall Zuwächse erzielen. Doch zum großen Durchbruch reichte es nicht. In den Stichwahlen wie in Thüringen ging sie abermals leer aus.