Die Rekonstruktion des von der SED abgerissenen Berliner Stadtschlosses ist ein voller Erfolg. Täglich bewundern tausende Besucher die barocken Fassaden und lassen sich von der Schönheit der Kuppel verzaubern. Etwas von dem Glanz des alten Berlins ist wieder erstanden. Außerdem ist es ein sichtbarer Beweis bürgerschaftlichen Engagements. Die Schmuckelemente, die den Baukörper verzieren, sind privat finanziert.
Das beeindruckt die Schlossgegner nicht, die immer neue Attacken gegen das Schloss führen. Die jüngsten richten sich gegen die Spender. „Schlossaneignung“ nennt sich der neueste Angriff, der fordert, dass an der Fassade kenntlich gemacht werden soll, welche Teile von „rechtslastigen“ Spendern finanziert wurden. Die Idee ist so abstrus, dass in der „Welt“ zu lesen war, die Schlossgegner drehten jetzt „völlig durch“.
In der vergifteten Atmosphäre, die in unserem Land gegenwärtig herrscht, ist die Aktion nicht nur lächerlich, sie birgt die Gefahr, dass die Demokratie demontiert und durch eine Gesinnungsdiktatur ersetzt wird. Der durch nichts belegte Vorwurf, „von einer Reihe von Spendern, die die Fassadenrekonstruktion finanzierten, ist bekannt, dass sie rechtslastige, antisemitische und auch rechtsradikale Positionen vertraten“, diskreditiert das Engagement tausender Bürger und Unternehmen. Bekanntlich ist der Vorwurf des Antisemitismus das schärfste Schwert in Deutschland.
Einen gewissen Erfolg hat die Aktion nur, weil diejenigen, die sich gern als „Qualitätsmedien“ sehen, die Diffamierungen der Schlossfeinde ungeprüft übernehmen. Sobald es in einer Zeitung steht, wird es von Wikipedia übernommen und die Bezeichnung sitzt dann fest, wie im Märchen das Pech an der faulen Marie. Schlimmstenfalls wird der Wikipedia-Eintrag sogar als Beweis vor Gericht gewertet.
Es wird hohe Zeit, dass die Schlossfreunde die Spender nicht allein lassen und sich gegen solche Praktiken wehren. Deshalb muss Klartext geredet werden: Die Schlossgegner sind Denunzianten, und ihre Denunziationen beschädigen das demokratische Miteinander.

